Vogelfotografie im Februar an der Ahr

Vor wenigen Tagen habe ich mir einen langen gehegten Traum erfüllt. Nach ewiger Überlegungszeit habe ich beschlossen, mir ein Supertele zuzulegen. Und da es beim zusätzlichen Kauf einer Kamera eine satte Cashback-Aktion gab, konnte ich mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. So bin ich nun stolzer Besitzer einer Canon EOS 5D Mark IV und eines Canon EF 600mm f4 L IS II USM.

Die Canon EOS 5D Mark IV

Schon der erste Eindruck der Canon EOS 5D Mark IV war sehr gut. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich so manches verändert. Und damit meine ich nicht nur in den üblicherweise beschriebenen Bereichen wie Dynamikumfang, Auflösung und Autofokus. Meines Erachtens nach ist diese Kamera nun viel individueller auf die eigenen Belange einstellbar. Einige Abende habe ich also damit zugebracht, die Bedienungsanleitung zu durchstöbern und das neue Arbeitsgerät einzustellen. Nachdem das vollbracht war, konnte ich mich in aller Ruhe um meine zweite Anschaffung kümmern.

Das Canon EF 600mm f4 L IS II USM

Das war schon ein gewaltiges Paket, das da plötzlich im Flur stand! Ausgepackt und mit aufgesetzter Gegenlichtblende ist die Erscheinung noch imposanter. Fast 4kg Gewicht sind von nun an zu schleppen. Damit musste natürlich auch ein größerer Rucksack her. Das Objektiv hat gleich ein neues Kleid und einen neuen Fuss bekommen. Einen 2.0x Extender habe ich ihm auch spendiert. Nachdem das Tarnkleid angelegt war, sass ich wie auf heißen Kohlen und wollte die neue Kombination natürlich unbedingt so schnell wie möglich zum Einsatz bringen!

Vogelfotografie an der Ahr

Eingeweihten ist bekannt, dass sich die Wasseramsel (Cinclus cinclus) an der Ahr sehr wohl fühlt. Wie der Name schon vermuten lässt, lebt sie in Gewässernähe. Ihr Vorkommen wird als ein Anzeiger für gute Wasserqualität gewertet. Als Wintergast an der Ahr dürfen wir regelmäßig den Gänsesäger (Mergus merganser) willkommen heißen. Diese beiden Arten waren Anlass genug, meine neue Kamera-Objektiv-Kombination zu nutzen.

Gemeinsam mit meinem ornithologisch versierten NABU-Kumpel Jens, einem gewaltigen Rucksack und einer Kanne Ingwer-Tee ging es also eines schönen Februar-Morgens an die Ahr.  Zunächst konnten wir tatsächlich ein Pärchen der Wasseramsel beobachten. Diese setzt sich gerne auf größere Steine in Fließgewässern. Einen schönen Stein haben wir recht schnell gefunden, die Kamera mit Objektiv auf Stativ aufgestellt und ausgerichtet. Da die Canon EOS 5D Mark IV über eine WiFi-Funktionalität verfügt, wollte ich diese jetzt unbedingt einmal ausprobieren. Über die CameraConnect App von Canon waren Kamera und iPad problemlos miteinander verbunden. Über das iPad kann man nun die Aufnahmeeinstellungen verändern, den Auslöser betätigen sowie per Antippen auch fokusieren. Damit haben wir die Kamera stehen lassen und uns ein paar Meter zum Beobachten zurückgezogen.

Wintervögel an der Ahr

Das war der Aufbau für den Ansitz auf die Wasseramsel

Nun hieß es nur noch warten, bis das Objekt der Begierde auf dem Stein Platz nimmt. Nach einigen Minuten ergebnislosen Beobachtens habe ich beschlossen, durch ein paar Schritte die Füße aufzuwärmen. Als ich wieder zurückkam, sehe ich aus der Ferne auf dem Stein eine Wasseramsel sitzen. Glücklicherweise hatte ich im Vorfeld Jens erklärt, was in diesem Fall zu tun ist. So kam es, dass das erste Bild eines Vogels mit meiner neuen Kamera und meinem neuen Supertele nicht durch mich, sondern durch Jens aufgenommen wurde!

Wintervögel an der Ahr

Der erste mit dem neuen Supertele aufgenommene Vogel war diese Wasseramsel (Cinclus cinclus)

Unglaublicherweise hat etwas später auf demselben Stein eine Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) Platz genommen. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings gerade so in den Genuß meines Ingwer-Tees vertieft, dass ich es zu spät mitbekommen habe. Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete ich auf dem Display meines iPads gerade noch den Abflug. Schade, die Kamera wäre perfekt ausgerichtet gewesen. Eine verpasste Gelegenheit, der ich wirklich nachtrauere!

Etwas später war es genau umgekehrt. Jens vertrat sich gerade etwas die Beine, als sich ein männlicher Gänsesäger auf der Ahr zeigte. Schnell habe ich Kamera und Objektiv vom Stativ genommen und den 2.0x Konverter angebracht. Die Gänsesäger, die wir heute angetroffen haben, waren recht scheu und traten schon bei Bewegungen auf große Distanzen die Flucht an. So kam unter suboptimalen Lichtverhältnissen und großer Distanz lediglich das folgende Bild von einem Gänsesäger zustande.

Wintervögel an der Ahr

Der Gänsesäger (Mergus merganser, hier ein Männchen) ist ein Wintergast an der Ahr

Kurze Zeit später war ein ganzer Schwarm von Erlenzeisigen (Spinus spinus) in den Bäumen über der Ahr. Von dort flogen sie immer wieder einen Steilhang an, um dort in der Erde zu picken. Aufgrund der Entfernung war auch diese Szene nur mit Hilfe des 2.0x Konverters einzufangen. Das folgende Bild ist so entstanden.

Wintervögel an der Ahr

Eine ganze Schar von Erlenzeisigen (Spinus spinus) sucht an diesem Steilhang nach Nahrung

Danach hat sich die Vogellage deutlich beruhigt. Das haben wir zum Anlass genommen, den Standort zu wechseln.

Nach dem Ortswechsel konnten wir recht schnell in der Nähe einer Brücke wieder eine Wasseramsel beobachten. Diese saß auf der anderen Seite der Brücke auf einem Ast. Das folgende Bild ist mit 1.4x Konverter aus der Hand unter der Brücke hindurch aufgenommen und zeigt die Wasseramsel in ihrem typischen Habitat. Die Sonne steht günstig und lässt den Hintergrund leuchten. Das schönste Bild des Tages kam heute zum Schluss.

Wintervögel an der Ahr

Diese Wasseramsel (Cinclus cinclus) sucht von einem Ast nach Nahrung in der Ahr

Fazit

Der erste Einsatz meiner neuen Ausrüstung hat natürlich unglaublich viel Spaß gemacht. Noch mehr Freude hat mir allerdings die Zeit in der Natur und das Beobachten der Tiere bereitet. Wir werden sicherlich bald wiederkommen, um die Tierwelt zu beobachten. Und mit jedem Mal wird das Wissen um die Verhaltensmuster der Tiere größer. Beim nächsten Mal werden wir wohl das Ansitzzelt mitnehmen. Damit kommt man auch näher an die Motive heran und diese fühlen sich weniger gestört. Ich freue mich schon! Es ist schon eine tolle Sache eine derart fantastische Gegend, wie das Ahrtal, direkt vor der Haustüre zu haben!

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