Umwelt

Naturschutz

Succow, M., Jeschke, L., Knapp, H. D.: Naturschutz in Deutschland (2013). Dieses Werk wurde als Umweltbuch des Jahres 2013 gekürt. Auf 336 Seiten wird die Geschichte des Naturschutzes in Deutschland ausführlich beschrieben. Im Schwerpunkt der Betrachtungen stehen dabei die entscheidenden Entwicklungen, welche sich im Zuge der Wiedervereinigung ergeben haben. Danach werden die inzwischen gegründeten Nationalparke, Biosphärenreservate, Naturparke sowie die Dachmarke Nationale Naturlandschaften ausführlich beschrieben und jeweils Bilanz gezogen. Dabei wird deutlich, dass es nicht einfach ist, die komplexe Gemengelage der verschiedenen Interessen zugunsten des Naturschutzes unter einen Hut zu bringen. Es folgt eine Betrachtung verschiedener Akteure und deren Tätigkeiten im und für den Naturschutz. Auf den letzten knapp 20 Seiten folgt eine Zusammenfassung mit Schlussfolgerungen für Deutschland. Während auf den ersten 300 Seiten durch das Aufzeigen des bisher Erreichten dezenter Optimismus versprüht wird, wirkt die Schlussbetrachtung und die Perspektive für Deutschland umso ernüchternder. Letzten Endes braucht es massive Anstrengungen, um die Verarmung unserer Landschaften und das Artensterben zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. Dafür muss aber auch Bewusstsein und Interesse in weiten Teilen der Bevölkerung vorhanden sein. Ein sehr schönes Buch, das sehr viel Hintergrundwissen vermittelt!

Wald

Küster, Hansjörg: Die Geschichte des Waldes (2013). Dieses Buch bietet einen sehr schönen Überblick über das Entstehen der Wälder in Mitteleuropa. Dem Autor ist es wichtig zu betonen, dass die Geschichte des Waldes nicht mit den Aufzeichnungen von Historikern der Antike oder gar erst im Mittelalter beginnt. Er zeigt auf, welche Bäume sich ab der Eiszeit in Mitteleuropa durchsetzen konnten und warum. Anschließend beschreibt er ausführlich, wie sich Wald und Mensch gegenseitig geprägt haben. Die Konsequenz ist seiner These nach, dass sich auch ein lange Zeit unberührter Wald nie wieder so zurückentwickeln wird, wie viele es sich wünschen würden. Ein höchst interessantes Buch, das ich sehr empfehlen kann.

Wohlleben, Peter: Der Wald. Ein Nachruf (2013). Dieses Buch und sein Autor haben schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Sicherlich spricht Herr Wohlleben in diesem Buch einige Streitthemen an und polarisiert sehr stark. Aber genau das ist auch so gewollt. Ich fand es sehr spannend, wenn auch ernüchternd zu lesen. Handelt es sich bei der Masse des Waldes in Deutschland wirklich nur um eine Plantage? Ein grüner Anstrich für eine immer weiter wachsende Industrienation? Ist die Jagd ein immenser Mastbetrieb, welcher der Rückkehr unseres ursprünglichen Waldes entgegen steht? Ist der Boden unseres Landes in weiten Teilen wirklich schon so verdichtet, dass es nahezu irreversibel ist? Wieder einmal ein Buch das zeigt, dass wir Menschen aus lauter Profitgier an dem Ast sägen auf dem wir sitzen. Traurig, aber wahr. Homo sapiens, ein Ammenmärchen!

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