Flechten und Pilze

Flechten

Feige, Guido P.; Kremer, Bruno P.: Flechten – Doppelwesen aus Pilz und Alge (1979). Dieses Buch ist ein Überbleibsel aus meinen Jugendtagen. Zwischendurch hatte ich mich auch mal für Flechten interessiert. Wer mehr über die Biologie der Flechten wissen möchte, kann sich dieses dünne Büchlein näher anschauen. Vermutlich ist es aber nur noch antiquarisch zu bekommen. Es handelt sich hier nicht um ein Bestimmungsbuch. Am Ende ist zwar ein Bestimmungsschlüssel enthalten, um zumindest die Gattungen zu finden. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Formen, Aufbau und Lebensweise. Dafür ist es eine schöne Einführung in diese Thematik auf knapp 70 Seiten.

Wirth, Volkmar; Düll Ruprecht: Farbatlas Flechten und Moose (2000). Dieses Buch besteht, wie der Name schon andeutet aus zwei Teilen über Flechten und Moose. Beide Teile beginnen  durch eine kurze Einführung in die Biologie und systematische Gliederung. Danach folgt jeweils ein kurzer Bestimmungsschlüssel mit Hilfe dessen die Auswahl der in Frage kommenden Arten deutlich eingeschränkt werden kann. Die Fotos sind sehr schön und sollten bei der Bestimmung helfen. Natürlich kann dieses Buch aufgrund der Größe keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Wer sich also eingehender mit der einen oder anderen Materie beschäftigen möchte findet am Ende des Buches auch noch eine Literaturliste. Zum Einstieg und um sich einen Überblick zu verschaffen ist es ein schönes Werk.

Pilze

Bon, Marcel: Pareys Buch der Pilze (2016). Dieser Klassiker war längere Zeit vergriffen ist ist nun seit Juni 2016 in der Neuauflage verfügbar. Das Buch beginnt mit einer sehr kurzen Einführung in die Welt der Pilze. Danach folgt eine übersichtliche Doppelseite, auf der die später genutzten Begriffe anhand von Zeichnungen erklärt werden. Darauf folgt eine weitere Doppelseite mit einer Übersicht über die Hauptgruppen der Pilze mit ihren wesentlichen Merkmalen. Das bildet die Grundlage für den nun folgenden ausführlichen Bestimmungsschlüssel. Im Hauptteil werden immerhin beachtliche 1500 Arten vorgestellt. Der Unterschied zu anderen Pilzbestimmungsbüchern liegt hauptsächlich darin, dass Zeichnungen und nicht Fotos verwendet werden. Sehr schön finde ich auch, dass zu jeder Art auch Zeichnungen der jeweiligen Sporen abgebildet sind. Das hilft insbesondere denen, die sich der Mühe des Mikroskopierens hingeben. Ein sehr schönes Buch in einem handlichen Format, das in jedem Rucksack Platz finden sollte.

Dähnke, Rose Marie: 1200 Pilze (2001). Dieses Standardwerk umfasst nicht nur die Beschreibung von 1200 Pilzen mit Hilfe von Farbfotos, sondern auch knapp 1200 Seiten. Es ist damit ein echtes Schwergewicht. Ich selbst tue mich nicht nur mit dem Halten des Buches schwer, sondern auch mit der Bestimmung von Pilzen anhand der vorgegebenen Gliederung. Meiner Meinung nach ist es nicht gerade übersichtlich. Mir persönlich sind aber auch Zeichnungen immer lieber als Fotos. Dann kann der Zeichner die markanten Unterscheidungsmerkmale auch etwas mehr herausheben. Mein Lieblingsbuch wird es damit wohl eher nicht. Es gibt aber Viele, die darauf schwören.

Dörfelt, Heinrich: Die Erdsterne (1985). Die vorliegende Monographie der exotisch anmutenden Gattung habe ich mir gekauft, nachdem wir bei einer Wanderung über einen Erdstern gestolpert sind. Dieses Aufeinandertreffen hat mich fasziniert und mein Interesse geweckt. Dadurch, dass es sich um die Darstellung einer einzelnen Gattung handelt, ist es natürlich eher für spezialisierte Pilzfreunde geeignet. Dafür bietet es aber auch einen tiefgreifenden Überblick über das Leben der Erdsterne, die verschiedenen Arten und deren Bestimmung. Dieses Buch ist zwar nur noch antiquarisch zu beziehen, glücklicherweise sind die Preise aber moderat.

Hofrichter, Robert: Das geheimnisvolle Leben der Pilze (2017). Hierbei handelt es sich nicht um ein Bestimmungsbuch, vielmehr ist es ein sehr interessantes Lesebuch. Auf 237 Seiten findet sich eine Sammlung kürzerer Beiträge, die thematisch zu Kapiteln zusammengefasst wurden. Gleichzeitig wird der Laie damit die Mykologie betreffend auf einen neuen Stand gebracht. Sehr interessant fand ich persönlich die Erkenntnis, dass sich Flechten aus drei und nicht zwei Partnern zusammensetzen. Auch das Kapitel über die Beziehung zwischen Ameisen und Pilzen fand ich sehr spannend. Aufgrund der kurzen Beiträge lässt sich dieses Buch sehr schön in Etappen lesen. Ich habe bei der Lektüre sehr viel gelernt und dieses Buch gern gelesen.

Lüder, Rita: Grundkurs Pilzbestimmung (2013). Dies ist nunmehr mein drittes Buch der Autorin. Die ersten beiden haben mich derart überzeugt, dass ich auch dieses Werk unbedingt haben musste. Aufgrund der Komplexität des Pilzreiches gestaltet es sich schwierig, eine rein makroskopische Systematik einzuführen. Deswegen wird auch des Öfteren auf die Notwendigkeit des Mikroskopierens hingewiesen. Nach einem guten Einstieg in das Leben der Pilze werden die verschiedenen Hauptgruppen definiert und beschrieben. Anschließend folgt die Beschreibung der einzelnen Familien und der Schlüssel zur Bestimmung einiger ausgewählter Arten. Das Buch endet mit einer Beschreibung der wichtigsten Speise- und Giftpilze. Auf einige Verwechslungsmöglichkeiten wird dabei hingewiesen. Wie bei den anderen beiden Werken der Autorin bleibt dem tiefer Interessierten nur, die recht teuren Standardwerke zu erwerben. Die sind dann aber auch so umfangreich, dass man sie kaum mit in den Wald nimmt. Ein schönes Buch, das eine gelungene Übersicht bietet und einen guten Einstieg ermöglicht.

Petersen, Jens H.: The Kingdom of Fungi (2012). Dieses Buch ist eigentlich kein Bestimmungsbuch. Es bietet ferner einen Überblick über die Morphologie der Pilze. Das Buch besteht aus sehr vielen Bildern und wenig Text. Dennoch sind die Beschreibungen so eindringlich, dass es kaum verständlicher geht. Es werden auch einige Bilder gezeigt, die am Elektronenmikroskop entstanden sind. Dadurch bekommt der Leser tiefgreifende Eindrücke. Man merkt dem Buch an, dass sich der Verfasser lange Jahre mit der Mykologie beschäftigt hat. Sehr gutes Buch!

Svrcek, M.; Vancura, B.: Pilze bestimmen und sammeln (1976). Dieses Buch hat ein Freund für mich für 1€ vom Bücherflohmarkt mitgebracht. Das ist ebenfalls ein nettes Buch, das grundlegende Informationen für den Einstieg in die Mykologie bietet. So werden auf den ersten 46 Seiten Informationen zum Aufbau, dem Leben, der Bedeutung für den Menschen und grundsätzlichen kulinarischen Möglichkeiten vorgestellt. Aufgrund des Alters ist es vermutlich sowieso nur noch antiquarisch verfügbar. Was mir an diesem Buch gefällt ist, dass es anstelle von Bildern Zeichnungen verwendet. Nichtsdestotrotz ist der Markt voll von aktuellen Büchern, die ich diesem vorziehen würde.

Wergen, Björn: Der Pilzberater für unterwegs (2013). Dieses kleine Büchlein kann, wie der Titel suggeriert, ohne Weiteres mit auf die Pilzsuche mitgenommen werden. Es ist klein und handlich und gibt dem Anfänger doch genügend sachdienliche Hinweise für den Einstieg. Der sollte dem Autor gemäß am besten mit den Röhrenpilzen gemacht werden. Hier können kaum folgenschwere Fehler gemacht werden. Wer sich darüber hinaus mehr zutraut, kann sich auch an die Lamellenpilze wagen. In dem sehr schön aufbereiteten und für den Einsteiger gut verständlichen Buch werden die Verwechslungsmöglichkeiten von bekannten Speisepilzen detailliert beschrieben. Ich habe das Buch in wenigen Stunden fast schon verschlungen und kann es jedem Interessierten zum Einstieg wärmstens empfehlen.

Zeitlmayr, Linus: Knaurs Pilzbuch (1955). Dieses Buch ist, wie man an der Jahreszahl unschwer erkennen kann, tatsächlich etwas in die Jahre gekommen. Aber das macht auch so ein bisschen den Charme dieses Buches aus. Denn ehrlich gesagt mag ich es. Von den knapp 240 Seiten werden über 90 Seiten für theoretische Grundlagen verwendet. Da dieses Buch vom Erscheinungsdatum her in die Nachkriegszeit einzuordnen ist, bekommt man auch interessante Einblicke in die Rahmenbedingungen des Pilzsammeln zu jener Zeit. Natürlich ist dann nicht mehr allzu viel Platz für die Beschreibung der Arten. Dafür sind die verwendeten Zeichnungen wirklich gelungen. Ich mag dieses Buch und habe es gerne gelesen.

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