Auf Augenhöhe mit dem Hallimasch

Bei einem Waldspaziergang treffen wir auf eine ganze Ansammlung von Fruchtkörpern eines Pilzes. Mit meinen bescheidenen mykologischen Kenntnissen identifiziere ich diese als Hallimasche. Zu weiteren Konkretisierungen lasse ich mich aber nicht hinreisen. Für die Unterscheidung der verschiedenen Arten müssen Spezialisten ran, gegebenenfalls mit Hilfe eines Mikroskops. Mir fällt jedenfalls auf, dass sich die Fruchtkörper von oben betrachtet hervorragend in den herbstlichen Waldboden einfügen. Wer nur mit flüchtigen Blicken durch den Wald flaniert, der wird diese wohl nicht erblicken.

Hallimasch-Zwillinge
Die Fruchtkörper dieses Hallimaschs sind sehr gut an den herbstlichen Waldboden angepasst

Kleiner Exkurs zur Ökologie

Das gilt natürlich nur für diejenigen Fruchtkörper, die nicht höchst augenscheinlich an Totholz wachsen. Denn der Hallimasch ist wohl ein recht aggressiver Vertreter aus dem Reich der Pilze. Hat er sich erst einmal den Zutritt zu einem Baum verschafft, ist das der Anfang von dessen Ende. Der Hallimasch beginnt dann systematisch seinen Wirt anzuzapfen und diesen anschließend zu zersetzen.

Wie Ihr sicherlich wisst, verhält es sich bei den Pilzen ähnlich wie mit den Eisbergen. Wir sehen nur einen sehr kleinen Bruchteil, nämlich die Fruchtkörper. Diese werden nur zur geschlechtlichen Vermehrung benötigt. Der weitaus größere Teil des Pilzes ist das Mycel, das sich im Substrat, also z.B. in der Erde oder im Holz, ausbreitet. So kann eine Unmenge an Fruchtkörpern durchaus zum gleichen Pilz gehören. Ein schönes Beispiel, das Ihr vielleicht selbst schon einmal gesehen habt, sind die Hexenringe.

Den Hallimasch erkennt man teilweise aber auch ohne Fruchtkörper. Manchmal sind an Totholz im Wald wurzelähnliche, dunkle und feste Stränge zu erkennen. Dabei handelt es sich oft um die Rhizomorphen des Hallimasch. Hier verrichtet er also bereits sein forstwirtschaftlich betrachtet übles Werk.

Auf Augenhöhe mit dem Hallimasch

Nachdem ich die Bilder von oben aufgenommen hatte, wollte ich den Pilz unbedingt noch im Lebensraum Wald zu zeigen. Dazu war es wieder einmal erforderlich, auf Augenhöhe zu gehen. Kamera und Kopf habe ich in den modrig-pilzig duftenden Waldboden gepresst und mich Zentimeter für Zentimeter verschoben. Schließlich sollten die durch den herbstlichen Wald hervorgerufenen Lichtreflexe mit auf das Bild. Leider war das Licht heute nicht wirklich auf meiner Seite, aber so ist das nun einmal in der Natur…

Hallimasch-Zwillinge
Die beiden Hallimasch-Fruchtkörper aus der Froschperspektive

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