Die Saffenburgrunde bei Mayschoß im Ahrtal (14,5km)

Als wir im Mai dieses Jahres die wunderschöne Wanderung auf dem Winzerweg bei Mayschoß im Ahrtal unternahmen, wurde ich auf die ebenfalls 2019 neu angelegte Saffenburgrunde aufmerksam. Da sich ein paar Passagen mit dem Winzerweg als deckungsgleich erwiesen, wollten wir diese Wanderung aber nicht unmittelbar im Anschluss gehen. In der jetzigen Herbstzeit schienen nun sowohl der Moment als auch der zeitliche Abstand günstig, um die Saffenburgrunde mit den eigenen Füßen und Augen zu erleben. Wie uns die Saffenburgrunde, insbesondere im direkten Vergleich mit dem Winzerweg, gefallen hat, könnt Ihr in dem nun folgenden Artikel lesen.

Übersichtskarte

Die gemäß Logger zurückgelegten 14,5km könnt Ihr der beigefügten Übersichtskarte entnehmen.

Gesamtstrecke: 14521 m
Maximale Höhe: 392 m
Minimale Höhe: 173 m
Gesamtanstieg: 718 m
Gesamtabstieg: -728 m
Download file: 20201004-Saffenburgrunde.gpx

Karte: Eifelverein Wanderkarte Nr. 9, Ahrtal, 1:25.000

Parken

Auf dem Parkplatz am Bahnhof in Mayschoß stehen Parkplätze zur Verfügung. Für ein Tagesticket ist eine Gebühr von 4€ zu entrichten (Stand: 4. Oktober 2020).

Ausschilderung

Die Ausschilderung des Weges lässt keine Wünsche offen. Wegweiser mit dem liebevoll gestalteten Logo stehen praktisch an allen relevanten Stellen, so dass man sich eigentlich nicht verlaufen kann. Um bösen Überraschungen vorzubeugen, empfehle ich aber grundsätzlich das Mitführen einer Karte, egal ob analog oder digital.

Die Saffenburgrunde bei Mayschoß im Ahrtal

Während der gesamten Wanderung folgen wir der hervorragenden Ausschilderung der Saffenburgrunde

Auf zur Saffenburg

Bei bewölktem Himmel treten wir unsere heutige Wanderung auf dem Parkplatz am Bahnhof in Mayschoß. Während wir gleich zu Beginn durch die Weinberge wandern, blicken wir über einen Haufen Trester und die Ausläufer von Mayschoß auf die rechter Hand liegenden grünen Hügel. Dort erkennen wir sofort den Ümerich mit dem metallenen Fähnchen und etwas links davon auch die Aussichtsplattform des Mohrenkopfs. Beide werden wir im Laufe der heutigen Wanderung auch noch von oben bestaunen dürfen. Auf einer Brücke überqueren wir nun die Bahnschienen und machen uns dann an den Aufstieg zur Saffenburg. Es fängt nun leicht an zu regnen, während sich ab und an auch die Sonne zeigt. Das führt zu einer herrlichen Lichtstimmung, welche in einem Regenbogen über Mayschoß gipfelt. Wer die Saffenburgrunde geht, sollte natürlich auch die Namensgeberin besichtigen. Daher entscheiden auch wir uns heute für den kurzen Abstecher.

Dazu biegen wir oben an der Kreuzung nach links ab und wandern in wenigen Schritten bergauf. An der Schutzhütte finden wir einen Getränkeautomat, wo sich durstige Wanderer für einen fairen Preis unter anderem an regional erzeugtem Wein erfreuen können. So kann auch in Zeiten von CORONA eine eingeschränkte Bewirtung unter freiem Himmel sichergestellt werden. Wir gehen wenige Schritte weiter und gelangen zu einem Plateau, von welchem wir die zur schönsten Weinsicht 2020 gekürte Aussicht genießen dürfen. Von hier geht es über wenige Stufen hinauf zum höchsten Plateau der Saffenburg. Von hier oben haben wir einen herrlichen Rundumblick. Damit können wir nahezu den gesamten, uns noch bevorstehenden Weg von Rech über den Schwedenkopf, den Mönchberg, den Ümerich und dann zurück zum Bahnhof Mayschoß im Gelände verfolgen. Bepackt mit diesen Eindrücken beenden wir bei dunklen Wolken und leichtem Nieselregen diesen kurzen Abstecher.

Hinab nach Rech

Zurück an der Kreuzung biegen wir gleich zweimal nach links ab und treten dann den Abstieg nach Rech an. Auf einem breiten und recht unspektakulären Weg wandern wir durch den lichter werdenden Wald bergab. Der Himmel klart wieder auf, auch die Sonnenstrahlen sind nun wieder zu spüren und zu sehen. Weiter unten öffnet sich dann der Wald und gibt den Blick auf Rech frei. Darüber erkennen wir den bewaldeten Krausberg mit seinem markanten und weithin erkennbaren Krausbergturm. Bald erreichen wir Rech und bestaunen an einer Kreuzung den Bären-Brunnen. Weiter geht es, vorbei an traditionellen Weingütern und der katholischen Pfarrkirche St. Luzia. So erreichen wir die Ahr, welche wir über die imposant anzuschauende Nepomukbrücke überqueren. Anschließend geht es weiter über die Bundesstraße, bevor wir auf der anderen Seite bergauf weiterwandern. Am Bahnhof von Rech nutzen wir eine weitere Brücke, um die Bahngleise zu überqueren. Dahinter verlassen wir Rech auch schon wieder und stehen mitten in den Weinbergen.

Aufstieg auf den Schwedenkopf

Nach unserem Eintritt in die Weinberge queren wir sogleich den Rotweinwanderweg. Dort treffen wir auf den Stand eines Winzers, wo konform mit den CORONA-Auflagen lokale Erzeugnisse angeboten werden. Wir machen hier eine kurze Pause und gönnen uns ein Glas Federweißer.

Wer möchte, der kann an dieser Stelle nach links abbiegen und die Alternativroute zur Saffenbergrunde nehmen. Diese erfordert allerdings gemäß Beschreibung festes Schuhwerk, Trittsicherheit, sowie einen trockenen Untergrund. Die Alternativroute folgt zunächst dem Rotweinwanderweg und biegt dann auf einen schmalen und steilen Bergpfad ab, der geradewegs hinauf zur Forsterberg-Hütte führt. Leider hatte ich diese Alternativroute während unserer Wanderung nicht mehr auf dem Schirm, so dass ich über die Wegbeschaffenheit keine qualifizierte Aussage treffen kann.

Nach der kurzen Pause folgen wir einem asphaltierten Weg bergauf durch die Weinberge. Von weiter oben haben wir einen schönen Blick das Ahrtal entlang in Richtung Osten. Dort liegt im Tal die Ortschaft Dernau, über welcher in luftiger Höhe der Krausbergturm markant und weithin sichtbar sich aus dem Wald erhebt. An der nächsten Möglichkeit biegen wir nach links ab und stossen auf eine Bank in einer Kehre, an welcher wir eine kurze Rast einlegen. Von hier blicken wir einen Trampelpfad entlang über Weinreben zur Saffenburg hinüber. Hinter dieser erhebt sich der Ümerich, links davon zieht sich eine Hügelkette bis zur Teufelsley. Nach der kurzen Pause wandern wir über zwei Kehren weiter bergauf. Am nächsten Wegweiser verlassen wir die Weinberge wieder und wandern in wenigen Schritten zur Forsterberg-Hütte. Hinter dieser finden wir nicht nur einen schönen Blick durch die lichten Bäume, sondern auch das andere Ende der zuvor beschriebenen Alternativroute zur Saffenbergrunde.

Unser Weg geht noch immer weiter leicht bergauf, nun aber durch zunehmend bewaldetes Gebiet. Der zunächst breite Weg wird schnell zum Trampelpfad. Hierbei kommen wir noch an zwei weiteren Aussichtspunkten vorbei, dann stehen wir oben auf dem Schwedenkopf. Hier wartet eine Entspannungsliege und eine Bank auf uns. Wieder einmal bietet sich uns von hier ein wunderschöner Blick auf das Ahrtal bei Mayschoß und damit natürlich auch auf die Namensgeberin der heutigen Wanderung, die Saffenburg.

Übergang zum Ümerich

Vom Schwedenkopf geht es nun ein längeres Stück auf einem schönen Weg mehrheitlich eben oder leicht bergab durch den herbstlichen gefärbten Wald. So passieren wir ein Ehrenmal, welches den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege gewidmet ist. Warum sich dieses fernab und mitten im Wald befindet, vermag ich allerdings nicht zu sagen. Etwas später passieren wir einen weiteren Aussichtspunkt mit Bank. Inzwischen blicken wir aus nordöstlicher Richtung über Mayschoß auf Ümerich und Teufelsley. Wir setzen unseren Weg durch den Wald fort und kommen am Bildstock zur schmerzhaften Mutter Gottes von Bornhofen vorbei. Wir halten uns nunmehr nach links und drehen noch eine Schleife durch den Wald.

Etwas später treten wir aus dem Wald heraus und blicken nun von Norden über Weinberge auf Mayschoß und die Saffenburg. Unter uns verläuft der Rotweinwanderweg, während rechter Hand der Hang zum Mönchberg hin ansteigt, auf welchem sich auch die (aktuell wegen der Pandemielage geschlossene) Berghütte Akropolis befindet. Mit diesem tollen Blick wandern wir eine zeitlang oberhalb von Mayschoß, bis wir wieder in den Wald eintreten. Den Mönchberg haben wir nun umgangen, nun geht es in zwei Kehren hinunter auf den Rotweinwanderweg.

Der Betrieb nimmt zu und die Schönheit des Weges ab. Ich bin sicherlich kein Freund des Rotweinwanderwegs, dieser Wanderautobahn. Aber ein Gutes hat er doch, er bündelt die Massen auf diesen einen Weg und sorgt für reichlich Ruhe auf den Nebenstrecken. Es geht nun eine langgezogene Kehre durch den Wald, bis der Wald zu unserer Linken wieder einem Weinberg weicht. Dort treffen wir auf einen Aussichtspunkt mit einem metallenen Tor. Durch dieses Tor blicken wir wiederum auf Mayschoß und die Saffenburg. An der nächsten Kreuzung verlassen wir den Rotweinwanderweg wieder und biegen nach links auf den Leo Ley Weg ab.

Auf diesem geht es zunächst leicht bergauf und dann wieder hinab zu einem Aussichtspunkt an einer Kreuzung. An dieser Stelle nehmen wir unbedingt den kurzen Abstecher auf den Ümerich und wandern geradeaus weiter. Trittsicher sollte man für den Weg über die Felsen schon sein, es sind aber eigentlich keine gefährlichen Stellen zu überwinden. Dafür ist der Ausblick von diesem markanten Gipfel wunderbar. Nahezu unsere gesamte bisherige Wanderung können wir von hier aus im Gelände nachvollziehen. Und natürlich dürfen wir auch wieder die Saffenburg bestaunen, diesmal von Westen aus. Nach einer kurzen Pause kehren wir denselben Weg wieder zurück zur letzten Kreuzung.

Rückweg über den Mohrenkopf

Zum nächsten Zwischeziel ist es nicht weit. Leichtfüßig traben wir den steilen Weg nach unten bis zur ersten Kehre. Hier ist ein unscheinbares Schild, welches auf den Mohrenkopf weist. Wenige in Fels gehauene Stufen sind zu bewältigen, dann stehen wir auf der kleinen Aussichtsplattform des Mohrenkopfs. Das ist vermutlich der einzige Aussichtspunkt des heutigen Tages ohne Blick auf die Saffenburg. Dafür erblicken wir in westlicher Richtung die Ruine der Burg Are, die über Altenahr aus dem Ahrtal herausragt. Wir lassen den Blick in alle Richtungen schweifen und setzen kehren dann zum Weg zurück.

Dies ist zunächst ein schmaler Pfad, welcher uns schnell bergab führt. Nach einem kurzen Abschnitt durch den Wald gelangen wir wieder auf einen etwas breiteren Weg durch die Weinberge. Nach zwei Kehren wandern wir oberhalb von Laach durch eine der schönsten Landschaften des Ahrtals, die sich aus zerklüfteten Schieferfelsen, den Weinbergen und der friedlich unter uns durch das Tal schlängelnden Ahr zusammensetzt. Nach der nächsten Kurve haben wir auch den Blick wieder frei auf Mayschoß und die Saffenburg. Nach einem Schlenker durch die Weinberge treffen wir auf die ersten Häuser von Mayschoß. Wir folgen nun der Ausschilderung durch den malerischen traditionellen Weinbauort und stehen schnell an der Bundesstraße. Wir überqueren erst diese und dann die Ahr, wonach wir auch schon wieder am Bahnhof und damit am Parkplatz angekommen sind.

Fazit

Die Saffenburgrunde bei Mayschoß im Ahrtal hat uns ausgesprochen gut gefallen. Dass die Namensgebung wirklich derart zum tatsächlichen Weg passt, habe ich in dieser Art noch nicht erlebt. Die Saffenburg ist von nahezu allen Aussichtspunkten aus hervorragend zu sehen und steht damit deutlich im Fokus der Wahrnehmung. Und an Aussichtspunkten ist diese Wanderung wahrlich gut bestückt. Zu nennen sind hier insbesondere die Saffenburg selbst, der Schwedenkopf, der Ümerich und der Mohrenkopf. Auch die Wege haben uns mehrheitlich sehr gut gefallen. Lediglich der Abstieg von der Saffenburg nach Rech sowie die Passage auf dem Rotweinwanderweg fallen hier ab. Insgesamt hat uns diese Wanderung sehr gut gefallen, wenngleich wir den Winzerweg doch noch einen Tick schöner fanden.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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