Der ZweiTälerSteig im Schwarzwald Tag 5 (26,0km)

Nach vier strammen Tagen unterwegs auf Schusters Rappen durch das ZweiTälerLand steht heute nun der fünfte und letzte Tag auf dem Programm, also der Rückweg nach Waldkirch. Gemäß Informationsmaterial schlägt diese Etappe mit 23km zu Buche. Demzufolge geht es mehrheitlich bergab, außerdem dürfen wir uns auf einen aussichtsreichen Tag freuen. Grundsätzlich dürften entlang des Weges auch genügend Einkehrmöglichkeiten bestehen. Hingegen blicken wir leicht angespannt zum Himmel hinauf, wurde doch der heißeste Tag dieses Sommers angekündigt.

Vorbemerkungen

Bei der Ausplanung der gesamten fünftägigen Wanderung folgten wir der Empfehlung der ZweiTälerLand Tourismus mit den folgenden offiziellen Streckenangaben:

Da an den Zielorten teilweise nur begrenzt Unterkunftskapazitäten zur Verfügung stehen, empfiehlt sich eine Reservierung vorab. Alternativ besteht zumindest teilweise die Möglichkeit, mit Hilfe des ÖPNV auch fußläufig nicht erreichbare Unterkünfte zu nutzen.

Übersichtskarte

Da wir uns zugunsten des empfohlenen Abstecher zum Hünersedelturm entschieden haben, fiel die Tour länger aus als die offizielle Streckenangabe Gemäß Logger legten wir von Höhenhäuser bis nach Waldkirch ca. 26km zurück. Die Strecke könnt Ihr der beigefügten Übersichtskarte entnehmen.

Gesamtstrecke: 26013 m
Maximale Höhe: 808 m
Minimale Höhe: 312 m
Gesamtanstieg: 1097 m
Gesamtabstieg: -1500 m
Download file: 20200731-Zwei-Taeler-Steig-5.gpx

Karte: Naturpark Südschwarzwald, ZweiTälerLand, Wanderkarte 1:35.000

Ausschilderung

ZweiTälerSteig

Während des gesamten Weges folgen wir dem Wegzeichen des von einer grünen Raute umschlossenen, stilisierten roten Herzens. An manchen Kreuzungen mussten wir nach der nächsten Markierung suchen. Es empfiehlt sich daher Kartenmaterial mitzuführen.

Durch Wald und Flur

Nach einer ruhigen Nacht und einem stärkenden Frühstück treten wir die fünfte und letzte Etappe des ZweiTälerSteigs an. Vom Höhengasthaus zum Kreuz begeben wir uns in wenigen Schritten zum Waldrand, welchem wir in südwestlicher Richtung folgen. Nach einigen Minuten werfen wir einen letzten Blick in Richtung der tief stehenden Sonne zurück und tauchen dann in den Wald ein. Entlang des Weges passieren wir das Schwabenkreuz. Dann verlassen wir den Wald auch schon wieder und erreichen eine Panoramaliege auf offener Fläche. Noch sind wir frisch und bedürfen dieses gut gemeinten Angebots nicht, was sich aber im Laufe des Tages ändern soll. Im Anschluss durchqueren wir ein weiteres Waldstück und kommen dann zur Schutterquelle. Hier können sich Wanderer an der aufgestellten Tafel informieren oder einfach nur auf den noch im Schatten liegenden Bänken die Seele baumeln lassen. Anschließend wandern wir durch den Wald leicht bergauf und passieren weiter oben eine Freifläche mit Windrädern und erreichen danach die Abzweigung zum Hünersedelturm.

Abstecher zum Hünersedelturm

Trotz der ansteigenden Temperaturen und des noch vor uns liegenden Weges halten wir auch jetzt noch an der Absicht fest, den Abstecher zum Hünersedelturm zu unternehmen. Dazu biegen wir an besagter Wegegabel nach rechts ab und begeben uns in wenigen Schritten zum Waldrand. Diesem folgen wir zu einer unscheinbare Waldkuppe. Nach einem kurzen Anstieg ragt der 29m hohe Turm vor uns in die Höhe. Glücklicherweise sind momentan kaum Besucher anzutreffen, so dass wir uns sogleich an den Aufstieg machen. Von oben haben wir einen wunderbaren Blick, insbesondere in Richtung Westen. Vor uns läuft der Schwarzwald in die Rheinebene aus und dahinter ragen auf französischer Seite die Vogesen in die Höhe. Dieser Anblick war den kurzen Abstecher allemal wert. Wir verweilen daher einige Momente und lassen die Landschaft auf uns wirken. In Anbetracht der verbleibenden Strecke ist uns das Bummeln aber heute nicht gegeben und so müssen wir schweren Herzens diesen Ort wieder verlassen. Das tun wir geradewegs auf dem Weg, der uns auch hierher geführt hat.

Langsamer Abstieg nach Gscheid

Zurück an der Wegegabel halten wir uns nach rechts und verlassen recht schnell den Wald. Die Sonne steht nun schon hoch am Himmel, die Temperatur lässt uns ordentlich schwitzen. Sogleich lassen wir das Bergkiosk Wandertreff rechts liegen und wandern stramm geradeaus weiter. Auf einem Schotterweg geht es nun durch Feld, Flur und Wald bis zum Wanderheim Kreuzmoos. Das ist zwar nicht geöffnet, dafür gibt es einen Kühlschrank mit Getränken zur Selbstbedienung. So mancher von der Sonne geplagte Wanderer kommt nur zu gerne auf dieses Angebot zurück. Wir haben aktuell aber noch keinen Bedarf und biegen auf einen Feldweg nach rechts ab.

Auf einem herrlichen Wiesenweg wandern wir nun zum Waldrand und dann durch den Wald auf einen asphaltierten Weg. Diesem folgen wir bergab und passieren dabei den Paulyhof. Nun geht es wieder in den Wald hinein, wo wir in einer Spitzkehre auf einen Forstweg abbiegen. Hier geht es wieder etwas bergauf. Um ein Haar verpassen wir den Abzweig nach links, da der Wegweiser schon etwas zugewachsen ist. Kurze Zeit später treten wir wieder aus dem Wald heraus und können nun über Wiesen und Gehöfte bis in die Rheineben blicken. Die Sonne brennt nun erbarmungslos. An der nächsten Kreuzung erkennen wir eine Bank unter einem einzelstehenden Baum. In Gedanken malen wir uns schon aus, wie wir dort im Schatten mit Ausblick unser Lunchpaket zu uns nehmen. Da kommt langsam ein Motorroller von links, parkt genau an dieser Bank und setzt sich. Das Leben kann manchmal so gemein sein… Wir wandern also weiter und finden dann 600m weiter doch noch einen adäquaten Ersatz. Von hier blicken wir sogar auf den Kaiserstuhl. Da schmeckt das Essen gleich doppelt so gut!

Kurz nach der Mittagspause kommen wir wieder auf einen asphaltierten Weg. Auf dieser wandern wir am Gasthof zur Sonne vorbei und biegen dahinter rechts ab. Fortan geht es auf einem Feldweg weiter. Kurzzeitig spendet uns eine Baumreihe willkommenen Schatten. Nach einer kurzen Schleife durch ein Waldstück bietet sich uns plötzlich eine herrliche Aussicht weit in das Simonswälder Tal hinein, während geradewegs vor uns ein Windrad in die Höhe ragt. Von hier blicken wir auf die ersten Tage unserer Wanderung zurück. Wir passieren nun das Windrad und wandern dann auf einem lauschigen Pfad durch den Wald. Auf der anderen Seite blicken wir noch einmal über eine idyllische Streuobstwiese in das Simonswälder Tal. Wir folgen nun dem asphaltierten Weg hinab nach Gscheid, wo direkt an der Strasse das Gasthaus zum Gscheid auch auf müde Wanderer wartet. Allerdings nicht jetzt, da wir eine knappe Stunde vor der Öffnungszeit hier stehen. Eine Einkehr in den von außen herrlich anmutenden Biergarten kommt also leider nicht in Frage. Jetzt wären wir in der Tat gerne darauf zurückgekommen, denn das Wasser im Trinksack hat nun schon fast die Umgebungstemperatur angenommen.

Sanftes Ausklingen

Noch etwas mehr als 10km haben wir noch vor uns und diese treten wir nach dem Überqueren der Kreisstrasse gleich mit einem kurzen Ansteig an. Zunächst sind wir der vollen Kraft der Sonne ausgesetzt, doch schon kurze Zeit später retten wir uns in den Schatten des Waldes. Auf der anderen Seite des Waldgebietes erblicken wir dann das Dach des Berggasthofs Linde. Mit dem Wasser in unserem Trinksack könnte man vermutlich schon einen Tee aufgießen. Daher entscheiden wir uns ohne langes Nachdenken für den kurzen Abstecher und eine Einkehr. Ein Liter kühlen, errischenden Getränkes ist auch schnell in meinem Gaumen verschwunden. Damit wurde die für die letzten Meter erforderliche Engeriezufuhr sichergestellt.

Zurück auf dem Weg wandern wir mal durch den Wald und mal am Waldrand entlang. Dabei genießen wir immer wieder die herrliche landschaftliche Idylle, die uns der Schwarzwald hier bietet. So erreichen wir schließlich den Aussichtspunkt Kandelblick. Unter einem Baum sitzend lassen wir den wunderbaren Blick auf den Kandel und die sanft nach Westen hin abfallenden, bewaldeten Hügelketten auf uns wirken. Dann folgen wir dem Weg bergab und erreichen kurze Zeit später wieder ein Waldstück. Es folgt nun eine längere Passage auf einem lauschigen Pfad durch den Wald. Später kommen wir immer wieder an den Waldrand und können an mehreren Stellen einen Blick auf die Ausläufer von Kollnau werfen. Dann geht es wieder hinein in den Wald. Hier wandern wir wieder leicht bergauf, um den Hügel zu umrunden, der uns die direkte Sicht auf Waldkirch verstellt. Dann geht es wieder bergab und wir nähern uns der Ruine Kastelburg. Natürlich statten wir dieser einen Besuch ab. Aus dem Innenhof haben wir eine herrliche Aussicht auf Waldkirch und den dahinter aufragenden Kandel. Nach diesem Blick treten wir die letzten Meter an.

Vor der Ruine Kastelburg treffen wir auf den Ritterweg. Auf diesem erzählen uns verschiedene Ritter ihre Geschichte in ihrer Zeit. Das ist wunderbar aufbereitet und sicherlich auch für Kinder interessant zu lesen. Der Ritterweg bringt uns schließlich zurück nach Waldkirch. Dort sind wir froh, dass wir als Fußgänger ohne Umweg die immense Baustelle am Bahnhof durchqueren können. Wir überqueren die Elz und werfen einen letzten Blick zurück hinauf zur Ruine Kastelburg. Dann legen wir in wenigen Minuten die letzten Meter bis zu unserem Auto am Stadtrainpark zurück. Unglaublicherweise liegen jetzt schon die fünf Tage auf dem ZweiTälerSteig, die wie im Flug vergangen sind, hinter uns.

Fazit

Heute hatten wir sicherlich nicht die besten Rahmenbedingungen für eine ausgedehnte Wanderung mit großem Rucksack. Wie angekündigt wurde es der heißeste Tag des Jahres, die Sonne hat uns dementsprechend ordentlich zugesetzt. Aber entlang der Route gibt es einige Einkehrmöglichkeiten, die diese Art von Leidern durchaus zu lindern vermögen. Landschaftlich war es heute ein sehr schöner Tag. Zwar wanderten wir heute auch wieder mehrheitlich auf breiten Wegen und teilweise auch auf Asphalt, aber dafür durften wir oft tolle Ausblicke genießen. Dabei konnten wir auch immer wieder besuchte Orte der letzten Tage erkennen. Dass man so den ZweiTälerSteig mit den entsprechenden Erinnerungen sehr schön ausklingen lassen kann, macht dann auch den Reiz der letzten Etappe aus.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Gesamtfazit

Wie sicherlich bereits aus den vorangegangenen Artikeln zu erkennen ist, bin ich bezüglich des ZweiTälerSteigs gespaltener Meinung. Natürlich haben wir in diesen fünf Tagen einige wunderschöne Orte besucht und eine unvergessliche Zeit verbracht. Was mich aber am meisten stört, das ist die Namensgebung. Der Benennung eines Weges mit Steig weckt in mir unmittelbar die Vorstellung, dass der Weg mehrheitlich entlang schmaler Pfade und Steige verläuft. Das ist beim ZweiTälerSteig definitiv nicht der Fall. Ganz im Gegenteil mussten wir ungewohnt viele Passagen sogar auf Asphalt bewältigen. Aus Gesprächen mit anderen Wanderern wird aber deutlich, dass dies nicht von allen als negativ betrachtet wird. Das liegt also, wie so vieles, im Auge des Betrachters. Wen dies nicht abschreckt, der kann mit dem ZweiTälerSteig eine lohnenswerte Herausforderung annehmen.

Meine Gesamtwertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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