Der ZweiTälerSteig im Schwarzwald Tag 4 (24,1km)

Nachdem wir gestern die Königsetappe der fünftägigen Wanderung im ZweiTälerLand von Simonswald nach Oberprechtal erleben durften, sollte es heute wieder etwas ruhiger zugehen. Gemäß Informationsmaterial beträgt die nun anliegende Distanz bis nach Höhenhäuser 24km. Dabei sollen wir mit dem Huberfelsen, der Prechtaler Schanze und dem Landwassereck sehenswerte Aussichtspunkte ansteuern. Hingegen dürfte die sich die Anzahl der Einkehrmöglichkeiten unter der Woche und unter CORONA-Bedingungen heute in Grenzen halten.

Vorbemerkungen

Bei der Ausplanung der gesamten fünftägigen Wanderung folgten wir der Empfehlung der ZweiTälerLand Tourismus mit den folgenden offiziellen Streckenangaben:

Da an den Zielorten teilweise nur begrenzt Unterkunftskapazitäten zur Verfügung stehen, empfiehlt sich eine Reservierung vorab. Alternativ besteht zumindest teilweise die Möglichkeit, mit Hilfe des ÖPNV auch fußläufig nicht erreichbare Unterkünfte zu nutzen.

Übersichtskarte

Die am vierten Tag von Oberprechtal nach Höhenhäuser gemäß Logger zurückgelegten 24,1km könnt Ihr der beigefügten Übersichtskarte entnehmen.

Gesamtstrecke: 24095 m
Maximale Höhe: 889 m
Minimale Höhe: 539 m
Gesamtanstieg: 1520 m
Gesamtabstieg: -1338 m
Download file: 20200730-Zwei-Taeler-Steig-4.gpx

Karte: Naturpark Südschwarzwald, ZweiTälerLand, Wanderkarte 1:35.000

Ausschilderung

ZweiTälerSteig

Während des gesamten Weges folgen wir dem Wegzeichen des von einer grünen Raute umschlossenen, stilisierten roten Herzens. An manchen Kreuzungen mussten wir nach der nächsten Markierung suchen. Es empfiehlt sich daher Kartenmaterial mitzuführen.

Aufstieg auf den Huberfelsen

Nach einem lauschigen Sommerabend auf der Terrasse des Landgasthofs Rössle neben der beruhigend plätschernden Elz, einer gesegneten und tiefen Nachtruhe sowie einem kräftigenden Frühstück machen wir uns auf den Weg. Nach wenigen Schritten lassen wir die letzten Häuser von Oberprechtal hinter uns und wandern auf einem Feldweg einer bewaldeten Hügelkette entgegen. Im Wald geht es dann auf einem Wanderpfad weiter bergauf, der uns weiter oben auf einen Forstweg bringt. Diesem folgen wir ein kurzes Stück, bis uns der Wegweiser nach links auf einen schmalen Pfad leitet. Nun geht es in wenigen Schritten hinauf zur kleinen Aussichtsplattform auf dem Huberfelsen, von welcher wir einen schönen Rundumblick genießen. In westlicher Richtung schauen wir auf unseren gestrigen Abstieg vom Dorfer Kapf, während die Kapfhütte sich für uns uneinsehbar hinter den Bäumen verbirgt. In ostwärtiger Richtung schauen wir auf bewaldete Höhenzüge des Schwarzwalds. Im Norden ragen markant Windräder aus den Baumkronen hervor. Diese sind auf der Prechtaler Schanze aufgestellt, unserem nächsten Anlaufpunkt.

Prechtaler Schanze und Landwassereck

Nach der Pause mit Ausblick geht es für ein kurzes Stück zurück auf den Forstweg. Ab der nächsten Kreuzung folgen wir einem ansteigenden Pfad, der uns an Sträuchern vorbei schnurstracks in Richtung der Windräder leitet. Oben angekommen haben wir den höchsten Punkt des heutigen Tages erreicht. Der Aussichtspunkt liegt allerdings etwas tiefer und so wandern wir bergab, an einem Rastplatz und einer unglaublich großen Farnpopulation vorbei durch die wunderbare Landschaft. Von besagtem Aussichtspunkt haben wir einen tollen Weitblick in Richtung Norden, wo sich eine Hügelkette an die nächste reiht.

Auf einem Wanderpfad treten wir nun in den Wald und machen uns wieder an den Abstieg. An einer Kehre passieren wir das Pfauenkreuz, welches direkt am Weg steht. Kurz danach treffen wir auf einen Forstweg, welchem wir bergab durch den Wald folgen. Von einer Kehre an einer Lichtung erhaschen wir einen ersten Blick auf das Landwassereck von oben. Bis dahin ist es nun auch nicht mehr weit, so dass wir nur wenig später die Strasse überqueren und vor dem Höhengasthaus Landwassereck stehen. Für eine Einkehr ist es aber noch zu früh, außerdem haben wir ja unsere Lunchpakete dabei. Daher ziehen wir sogleich weiter und lassen uns natürlich den hier gelegenen, im Prospekt angepriesenen schönsten Aussichtspunkt des Elztals nicht entgehen. Meiner Ansicht nach ist dieser allerdings eher ernüchternd. Natürlich kann man von hier weit in das Elztal hineinblicken, man benötigt aber auch einen scharfen Feldstecher, um irgendetwas zu erkennen. In der zunehmenden Hitze des heutigen Tages suchen wir also schnell wieder das Weite.

Heidburg und Biereck

Auf den folgenden Metern sind wir der Sonne voll ausgesetzt und freuen uns natürlich, als es wieder in den Wald hineingeht. Auf einem unspektakulären und breiten Weg geht es an einer Umspannanlage vorbei. Unter den knisternden Stromleitungen treffen wir auf eine Bank. Auch dieses gut gemeinte Angebot einer Pause lassen wir uns entgehen und ziehen weiter, bis wir auf einen Tisch mit Bänken unter einem Baum treffen, wo wir uns am Lunchpaket laben und die Füße lüften.

Kurz nach unserer Pause passieren wir Opa Klausi’s Vesperstüble, eine sehr schön anzuschauende Holzhütte im Wald. Ob diese nur dem Hausherrn zur Verfügung steht oder ob Opa Klausi ab und an auch für Laufkundschaft Stärkung anbietet, vermag ich leider nicht zu sagen. Wir sind ohnehin frisch gestärkt und wandern nun auf unterschiedlich breiten Wegen durch den Wald. Diesen verlassen wir schließlich und biegen auf einen schmalen Wanderpfad ab. Vorbei an einigen Wiederkäuern geht es am Waldrad entlang leicht bergab. Nach dem monotonen Waldweg genießen wir diese Schwarzwaldidylle in vollen Zügen. Diese hält allerdings nicht lange an. Viel zu schnell geht es wieder in den Wald hinein und dort kurze Zeit später auf einen asphaltierten Weg. Auf diesem überqueren wir die B294 und durchqueren ein weiteres Waldstück. Direkt dahinter unternehmen wir einen kurzen Abstecher, um in Funi’s Vesperstube einzukehren. Diese Einkehrmöglichkeit kommt gerade zur rechten Zeit. Einerseits lechzen wir in der Hitze des Tages nach gekühlten Getränken. Andererseits läßt das leckere Kuchenangebot unsere Herzen höher schlagen. Also verschlingen wir erst das eine, dann das andere. Hier lässt es sich ausgesprochen gut aushalten!

Nach dieser sehr willkommenen Einkehr geht es zurück zur Strasse und auf eben dieser in das nächste Waldstück hinein. Dort angekommen biegen wir auf einen Waldweg ab. Auf der anderen Seite treten wir für ein kurzes Intermezzo aus dem Wald heraus. Dabei blicken wir über mehrere Gehöfte auf die bewaldeten Höhenzüge des Schwarzwalds. Schnell geht es wieder in den mehr oder weniger lichten Wald hinein, bis wir an der Stelle der ehemaligen Heidburg vorbeikommen. Wir verzichten auf einen Abstecher und setzen unseren Weg fort, der uns wieder auf die Strasse bringt, welche wir nach unserer letzten Pause verlassen haben. In der nächsten Kurve biegen wir auf einen Wanderweg ab, der uns dann durch den Wald zum Biereck bringt. Unglücklicherweise treffen wir nur auf eine immense Baustelle. Da es hier gerade alles andere als schön ist, wandern wir schleunigst weiter.

Auf der Zielgeraden

Kurz hinter dem Biereck verlassen wir die asphaltierte Strasse wieder und biegen in den Wald ab. Auf der gegenüberliegenden Seite passieren wir am Waldrand eine schöne Raststelle mit Blick auf Oberbiederbach. Nach einem kurzen Zwischenstück vorbei an Wiesen betreten wir abermals den Wald. Hier beginnt nun der finale Anstieg. Mal im Wald, mal am Waldrand geht es recht knackig bergauf. Weiter oben knickt der Weg nach links ab. Von einer Lichtung haben wir einen herrlichen Blick in Richtung Süden über eine Baumreihe auf die blauen Berge am Horizont. Als wir aus dem Wald heraustreten begrüßen uns die ersten Gebäude der Höhenhäuser. Kurze Zeit später stehen wir an unserem Etappenziel, dem Höhengasthaus zum Kreuz.

Nach der obligatorischen Körperpflege stürzen wir uns auf das leckere Essen und Trinken. Den Abend lassen wir dann bei einigen Getränken in der lauen Sommernacht unter freiem Himmel bei netten Gesprächen, natürlich unter Einhaltung eines gebührenden Abstands, ausklingen.

Fazit

Die heutige Etappe war sicherlich die bislang schwächste des ZweiTälerSteigs. Allzu oft schleppten wir uns auf breiten, teilweise sogar asphaltierten, Wegen voran. Allzu oft hatten wir das Gefühl, die Kilometer einfach nur abarbeiten zu müssen. Der landschaftlich sehr schöne Beginn mit dem Huberfelsen und der Prechtaler Schanze sowie Funi‘s Vesperstube waren sicherlich die Highlights des Tages. Wohingegen das Landwassereck und derzeit auch das Biereck nicht zu überzeugen wussten. Heute konnten die Versprechen der Informationsbroschüre meines Erachtens nach nicht gehalten werden. Aufgrund des sehr schönen Anfangs vergebe ich dennoch drei Sterne.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.