Der ZweiTälerSteig im Schwarzwald Tag 3 (25,6km)

Nachdem wir die ersten beiden der fünftägigen Wanderung im ZweiTälerLand von Waldkirch auf den Kandel und vom Kandel nach Simonswald erfolgreich bewältigten, folgt heute nun die Königsetappe. Wie gestern auch stehen uns satte 25km bevor, diesmal aber mit einem bewegteren Höhenprofil. Freuen dürfen wir uns dabei auf luftige Höhen, Fernblicke und Waldeinsamkeit.

Vorbemerkungen

Bei der Ausplanung der gesamten fünftägigen Wanderung folgten wir der Empfehlung der ZweiTälerLand Tourismus mit den folgenden offiziellen Streckenangaben:

Da an den Zielorten teilweise nur begrenzt Unterkunftskapazitäten zur Verfügung stehen, empfiehlt sich eine Reservierung vorab. Alternativ besteht zumindest teilweise die Möglichkeit, mit Hilfe des ÖPNV auch fußläufig nicht erreichbare Unterkünfte zu nutzen.

Übersichtskarte

Die am dritten Tag von Simonswald nach Oberprechtal gemäß Logger zurückgelegten 25,6km könnt Ihr der beigefügten Übersichtskarte entnehmen.

Gesamtstrecke: 25572 m
Maximale Höhe: 1224 m
Minimale Höhe: 418 m
Gesamtanstieg: 1813 m
Gesamtabstieg: -1694 m
Download file: 20200729-Zwei-Taeler-Steig-3.gpx

Karte: Naturpark Südschwarzwald, ZweiTälerLand, Wanderkarte 1:35.000

Ausschilderung

ZweiTälerSteig

Während des gesamten Weges folgen wir dem Wegzeichen des von einer grünen Raute umschlossenen, stilisierten roten Herzens. An manchen Kreuzungen mussten wir nach der nächsten Markierung suchen. Es empfiehlt sich daher Kartenmaterial mitzuführen.

Aufstieg und Irrungen am Hörnleberg

Nach einer ruhigen Nacht laben wir uns im Hotel Krone-Post in Simonswald ausgiebig an einem stärkenden Frühstück. Schließlich steht heute die wohl anspruchsvollste Etappe des ZweiTälerSteigs auf dem Programm. Derart gekräftigt nehmen wir nun also den fast 5km langen Aufstieg auf den Hörnleberg in Angriff. Dazu wandern wir zunächst von Simonswald nach Haslachsimonswald und gelangen dann in den Wald. Nach einer Kehre erreichen wir den Waldrand und haben einen wunderbaren Blick von oben auf Simonswald. Dann folgen wir einem schmalen Pfad steil bergauf in den Wald hinein und lassen dieses Panorama hinter uns.

Auf verschiedenen Wegen wandern wir nun bergauf. Etwas weiter treffen wir dann auf den Kreuzweg zum Hörnleberg. Fortan begleiten uns die Stationen des Leidensweges Jesu auf dem ansonsten recht monotonen und breiten Weg nach oben. Wir brauchen eine gefühlte Ewigkeit, um den Aussichtspunkt unterhalb des Hörnlegipfels zu erreichen. An dieser Stelle kommt es zu einem folgenschweren Irrtum unsererseits, der dazu führt, dass wir die letzten 200m zum Hörnlegipfel nicht antreten. Darüber ärgere ich mich für den Rest des heutigen Tages. Ich kann also alle Wandersleute nur dazu ermuntern, dem Kreuzweg bis oben zu folgen! Dort trifft man dann nicht nur auf die Wallfahrtskirche und die Hörnleberg-Hütte, sondern angeblich auch auf eine spektakuläre Fernsicht. So liessen wir das erste Highlight des Tages außen vor und brachten uns leider allzu fahrlässig um die verdienten Früchte der bereist geleisteten Arbeit.

Höhenweg zur Schwedenschanze

An besagtem Aussichtspunkt verlassen wir glücklicherweise den breiten Weg und biegen auf einen lauschigen Pfad in luftiger Höhe ab. Nach kurzem Aufstieg blicken wir auf Augenhöhe zum Gipfel des Hörnlebergs zurück. Nach knapp 3km auf der Anhöhe treffen wir auf einen ersten Aussichtspunkt mit Blick in Richtung Nordwesten und wenige Schritte später, am Tafelbühl, auf einen Startplatz für Gleitschirmflieger mit Blick in Richtung Südwesten. Jetzt ist es noch ein knapper Kilometer auf dem herrlichen Hörnlepfad, bis wir vor dem Gipfelkreuz auf dem Braunhörnle stehen. Von hier bietet sich uns ein weiterer toller Blick in Richtung Norden. Da die hervorragend positionierte Rastmöglichkeit gerade durch eine Wandergruppe besetzt ist, nutzen wir den gegenwärtigen Schwung und starten durch.

Wir setzen unsere Wanderung auf dem Hörnlepfad fort, der schließlich mit dem Yacher Höhenweg zusammentrifft. In leichtem Auf und Ab wandern wir auf der Anhöhe vorbei an der Yacher Höhe, deren Aussicht durch die Vegetation stark eingeschränkt ist. Zu unserer Rechten steigt der Hang inzwischen zum Rohrhardsberg auf. Am Wegweiser zum Gipfel nutzen wir die Bank für unsere Mittagsrast. Über eine kleine Lichtung blicken wir in die Ferne und lassen uns das Essen schmecken. Anschließend setzen wir unseren Weg am Fusse des Rohrhardsbergs fort und gelangen kurze Zeit später an den Waldrand. Diesem folgen wir für wenige Meter bergauf nach rechts und stossen auf einen breiten Schotterweg. Diesem folgen wir bergab und blicken sogleich auf das leider geschlossene Gasthaus zur Schwedenschanze.

Höhenweg zum Gschasifelsen

Für ein kurzes Stück folgen wir dem Schotterweg mit Fernblick und biegen dann auf einen Pfad nach rechts ab. Auf diesem wandern wir genau auf den Schänzlehof zu. An besagtem Gehöft betreten wir wieder asphaltierten Boden. Auf dieser Straße geht es leicht bergauf und kurz durch ein auslaufendes Waldstück, bevor wir sie an der nächsten Kreuzung wieder verlassen.

Wir betreten nun wieder einen lichten Wald und wandern fortan grob in Richtung Norden. Kurz nach der nächsten Kreuzung unternehmen wir einen Abstecher auf einem Trampelpfad, der uns zum Gfels bringt. Nach kurzer Kletterei haben wir wieder einen schönen Blick in Richtung Westen. Leider musste ich mich an dieser Stelle ärgern. Denn der Gfels war als Sehenswürdigkeit auf den letzten Wegweisern mit Entfernungsangaben ausgeschrieben. Jetzt, da wir unmittelbar davor stehen, finden wir keinen Hinweis darauf, dass uns dieser Trampelfpfad zum Gfels führt. Um ein Haar wären wir also in unserer Unwissenheit an diesem Punkt vorbeigewandert. Über solche Ungereimtheiten habe ich mich aber auch schon auf Premiumwanderwegen geärgert.

Vom Gfels haben wir noch knapp 10km bis zu unserem Tagesziel vor uns. Auf Wegen unterschiedlicher Beschaffenheit und Breite geht es nun auf der Anhöhe weiter durch den lichten Wald. Wir passieren am Wegrand zunächst eine Grillhütte und kommen an einer kleinen Schutzhütte, der Zimmereckhütte, vorbei. Der Höhenweg bringt uns dann weiter bis zur Wolfsgrubenhütte mit vorgelagerter Grillstelle. Dieses wunderschöne Arrangement wurde in Anlehnung an das Märchen Rotkäppchen angelegt. Hier biegen wir wieder auf den Gschasikopfweg ab. Auf dem schmalen Pfad steigen wir in kurzer Zeit zum Gschasifelsen hinauf. Von der kleinen Schutzhütte auf dem Felsen haben wir wieder einen tollen Blick in Richtung Westen. Zeit für eine kurze Pause mit Ausblick.

Abstieg nach Oberprechtal

Wir haben nun noch knapp 6km vor uns und diese eigentlich nur noch bergab. Wir folgen daher dem Gschasikopfweg, bis wir an einer Kreuzung auf die Langmattenhütte treffen. Für uns geht es nun wechselweise mal auf breiteren und mal auf schmäleren Wegen durch den mehr oder weniger lichten Wald. Circa 3km später erreichen wir die Kapfhütte, die zumindest heute nicht bewirtet ist. Dafür genießen wir für einige Momente die Sonnenstrahlen und die Aussicht von einer gemütlichen Liege vor der Hütte. Gerne kommen wir dem kostenfreien Angebot dieses einladenden Orts für eine Weile nach.

Nur schweren Herzens beenden wir unsere Genießerpause und schnüren wieder unsere Schuhe. Ein knapp 3km langer Abstieg steht uns nun noch bevor, ehe wir die Königsetappe des ZweiTälerSteigs hinter uns gebracht haben. Wir folgen zunächst einem schmalen Steig, der sich aber schnell weitet und zunehmend steiler wird. Leider ist dieser Abschnitt landschaftlich nur an wenigen Stellen reizvoll. Umso mehr freuen wir uns, als die ersten Dächer von Oberprechtal durch die Baumkronen durchschimmern. Glücklich und zufrieden mit der Tagesleistung stehen wir kurze Zeit später vor dem Landgasthof Rössle, unserer Unterkunft für die kommende Nacht.

Fazit

Heute erlebten wir die bislang schönste Etappe des ZweiTälerSteigs. Und das obwohl wir an einem der Highlights, dem Hörnleberg, stumpf vorbeigewandert sind. Eine Tatsache über die mir sicherlich noch längere Zeit Anlass zum Ärgern bieten wird. Insbesondere der Weg vom Hörnleberg zum Rohrhardsberg sowie die Umgebung um den Gschasifelsen und die Kapfhütte herum haben mir sehr gut gefallen. Als weniger schön empfand ich den doch recht zähen Aufstieg auf den Hörnleberg sowie den Abstieg von der Kapfhütte. Auch über den meiner Ansicht nach nur unzureichend ausgeschilderten Gfels musste ich mich etwas ärgern. Insgesamt erlebten wir heute einen wunderbaren Tag auf dem ZweiTälerSteig.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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