Der ZweiTälerSteig im Schwarzwald Tag 2 (26,5km)

Nachdem wir die erste Etappe der fünftägigen Wanderung im ZweiTälerLand nur mit dem Aufstieg auf den Kandel verbrachten, sollte es heute mit dem Eingemachten beginnen. 25km schlagen gemäß begleitendem Informationsmaterial zu Buche, dabei soll es allerdings mehr bergab als bergauf gehen. Außerdem dürfen wir uns mit den Zweribachfällen und der Teichschlucht auf landschaftliche Highlights freuen.

Vorbemerkungen

Bei der Ausplanung der gesamten fünftägigen Wanderung folgten wir der Empfehlung der ZweiTälerLand Tourismus mit den folgenden offiziellen Streckenangaben:

Da an den Zielorten teilweise nur begrenzt Unterkunftskapazitäten zur Verfügung stehen, empfiehlt sich eine Reservierung vorab. Alternativ besteht zumindest teilweise die Möglichkeit, mit Hilfe des ÖPNV auch fußläufig nicht erreichbare Unterkünfte zu nutzen.

Übersichtskarte

Die am zweiten Tag vom Kandel nach Simonswald gemäß Logger zurückgelegten 26,5km könnt Ihr der beigefügten Übersichtskarte entnehmen.

Gesamtstrecke: 26484 m
Maximale Höhe: 1263 m
Minimale Höhe: 399 m
Gesamtanstieg: 1184 m
Gesamtabstieg: -2011 m
Download file: 20200728-Zwei-Taeler-Steig-2.gpx

Karte: Naturpark Südschwarzwald, ZweiTälerLand, Wanderkarte 1:35.000

Ausschilderung

ZweiTälerSteig

Während des gesamten Weges folgen wir dem Wegzeichen des von einer grünen Raute umschlossenen, stilisierten roten Herzens. An manchen Kreuzungen mussten wir nach der nächsten Markierung suchen. Es empfiehlt sich daher Kartenmaterial mitzuführen.

Vom Kandel durch Wald und Flur

Nach dem stärkenden Frühstück im Berggasthaus Kandelhof und dem Verpacken unseres Lunchpaketes schnüren wir unsere Wanderschuhe und blasen zum Aufbruch. Wer es genau nimmt (wie wir) der wandert nun zunächst ein kleines Stück zurück in Richtung der Kandelpyramide. Gleich nach dem asphaltierten Plateau folgen wir dem Wegweiser nach links auf einen Wiesenpfad. Dieser bringt uns in einem Bogen an den Waldrand, dessen Verlauf wir anschließend folgen. Nach kurzer Zeit betreten wir den Wald und folgen fortan einem weichen Waldpfad leicht bergab. Dabei bewegen wir uns parallel zur L186. An einer weiter unten gelegenen Lichtung passieren wir die unbewirtschaftete Schwärhütte. Nun geht es noch ein kurzes Stück nahe der L186 weiter, bevor wir diese dann überqueren. Auf der anderen Seite wandern wir auf einem breiten Forstweg weiter. Die folgende Passage zieht sich und wirkt daher recht monoton. Schließlich lassen wir den Wald hinter uns.

Wir haben nun wieder freien Blick und sind umgeben von einigen Gehöftgruppen. Aufgrund der Höhenlage finden sich auch einige Windräder entlang unseres Weges. Wir folgen dazu einem Schotterweg, der uns an Wiesen und Obstanlagen zum Plattenhof führt. Von dort aus folgen wir einer asphaltierten Strasse. Hier oben ist so ziemlich alles nach Platte benannt. Der Hof, die Strasse, sogar der vor dem Waldrand liegende Stausee, der den Zweribach speist. Wir können heute also allen Ernstes behaupten, den Plattensee passiert zu haben! Auf dieser Strasse passieren wir nun den Hogenhof und anschließend den Langeckerhof. Am kurz darauf folgenden Waldrand weist uns das Wanderzeichen nach rechts auf einen Trampelpfad.

Abstieg über die Zweribachfälle

Wir folgen nun ein kurzes Stück dem Waldrand und beginnen dann den steilen, aber reizvollen Abstieg durch den Wald zu den Zweribachfällen. Nach einer langgezogenen Kehre treffen wir auf den ersten kleineren Wasserfall. Direkt unterhalb davon bietet sich uns ein Blick auf die nächste Kaskade. Es folgt nun ein kurzes, drahtseilgesichertes Stück, bevor wir einen weiteren imposanten Ausschnitt der Zweribachfälle erblicken dürfen. Nach einer entsprechenden Pause wandern wir für ein paar Schritte durch einen zauberhaften Wald. Um uns herum sind die Steine dicht mit Moos überzogen. Dann treffen wir auf eine Lichtung mit einem Rastplatz. Dort gibt es eine Grillhütte sowie Sitzmöglichkeiten. Wir haben aber noch ein gutes Stück des Weges vor uns und lassen uns daher noch nicht verlocken.

Durch den saftig grünen Wald setzen wir unseren Abstieg fort und passieren nach einigen Metern den Bruggerhof. Dabei handelt es sich um ein wunderschönes Schwarzwaldhaus in einer herrlichen Lage. Allerdings fällt uns auf dem Weg auf, dass sogar heute reger Betrieb entlang des Weges herrscht. Ich möchte nicht wissen, welche Menschenmengen sich am Wochenende vom etwas weiter unten gelegenen Parkplatz in Richtung der Zweribachfälle und dem eben beschriebenen Rastplatz aufmachen. Wir biegen jedenfalls an der nächsten Kreuzung nach links ab und treffen an besagtem Parkplatz auf den asphaltierten Zweribachweg.

Leider soll es also schon wieder Asphalt sein! Nach wenigen Schritten kommen wir aus dem Wald heraus und erblicken schräg links unter uns den Haldenschwarzhof. Über diesen hinweg blicken wir auf den Gegenhang und erkennen dort in Waldeshöhen die Hintereck-Hütte, ein weiteres Ziel des heutigen Tages. Bis dorthin haben wir aber noch einige Meter zu bewältigen. Wir folgen also der Strasse, die uns im weiteren Verlauf um die Ecke bringt. An der Kreuzung unterhalb des Luxenhofs biegen wir nach links ab. Der abfallende Weg wird nun schmäler und wird zum Trampelpfad, der uns trockenen Fusses auf einer kleinen Brücke über die Wilde Gutach bringt. Wir haben nun den vorerst tiefsten Punkt erreicht.

Aufstieg zur Hintereck-Hütte

Auf der anderen Seite der Wilden Gutach stoßen wir wieder auf einen asphaltierten Weg. Diesem folgen wir bis zur Pfaffmühle und biegen vor dieser nach links ab. Entlang des Teichbachs beginnt nun der Aufstieg durch die malerische Teichschlucht. Zu Beginn ist unser traumhafter Wanderpfad von saftig grüner Vegetation gesäumt. Dies ändert sich zunehmend, je weiter wir in die Teichschlucht vordringen. Während des gesamten, landschaftlich sehr ansprechenden Aufstiegs ist der Teichbach unser ständiger Begleiter. Schließlich erreichen wir eine große Felsformation und verlassen an dieser Stelle die herrliche Teichschlucht.

Vor dem Fels biegen wir nach links auf den Karrenweg ab. Dieser schmale Wanderpfad schlängelt sich zunächst mehr oder weniger eben unterhalb der L173 durch den Wald. Erst am Ende steigt der Weg an und bringt uns zur Landstraße hinauf. Diese überqueren wir und wandern auf dem Probstwaldweg weiter. Ein ganzes Stück folgen wir dem unspektakulären, breiten Forstweg, bis wir das Deifelsbrückli erreichen. Dieses überqueren wir und steigen dann auf dem Wäldersteig in steilen Serpentinen hinauf zur Hintereck-Hütte. Dort angekommen sind wir völlig begeistert. Die traditionell betriebene Hütte ist zwar heute nicht bewirtet, es gibt aber ein kleines Getränkelager. Dort kann man sich für einen überaus fairen Preis stärken. Auf dieses tolle Angebot kommen wir nur zu gerne zurück und genießen bei einem Radler den Blick auf das gegenüber liegende Waldstück mit den Zweribachfällen und auf die Anhöhe mit dem Plattenhof und den Windrädern. Wenn wir nicht noch knapp 10km vor uns hätten, wäre diese Pause sicherlich länger ausgefallen.

Abstieg zur Engelmühle

Schweren Herzens lösen wir uns von der Hintereck-Hütte und folgen dem schmalen Wildsaupfad in den Wald hinein. Recht schnell erreichen wir einen ersten Aussichtspunkt, von dem wir in etwa denselben Bildausschnitt sehen wie von der Hintereck-Hütte aus. Weiter geht es auf dem wunderschönen Wildsaupfad in moderatem Auf und Ab durch den Wald, bis wir zum Spitzen Stein kommen. Wer diesen erblickt, weiß sofort woher der Name kommt. Leider ist die Aussicht durch die Bäume deutlich eingeschränkt. Ab hier beginnt nun der steile Abstieg zunächst in Serpentinen auf dem Wildsaupfad. Dann geht es mal auf breiteren, mal auf schmäleren Pfaden weiter bergab, bis wir den Kilpenbach erreichen. Fortan folgen wir dem Kilpensträßle, einem breiten Schotterpfad bis zur Engelmühle und schließlich zum Gasthof-Hotel Engel. Wieder einmal befinden wir uns nahe der Wilden Gutach, bis zu unserer Unterkunft in Simonswald sind es nun noch knapp 7km.

Im Tal nach Simonswald

Überraschenderweise geht es wieder ein Stück bergauf. Erst lassen wir die Häuser hinter uns, dann passieren wir zu beiden Seiten ein Wildhege. An dessen Ende steigen wir auf einem schmalen Pfad durch den Wald hinab zur Wilden Gutach. Wir folgen deren Verlauf und kommen so am Wildsaustadion vorbei. Das klingt prominent, ist aber ein einfacher Sportplatz mit kleinem Spielplatz. Danach lassen wir eine Häusergruppe hinter uns und wandern dann zur Siedlung Stegenhof. Hier überqueren wir die L173 und blicken über eine größere Wiese nach Obersimonswald. Auf der Wiese wendet ein Landwirt mit Traktor gerade sein Heu, während eine Gruppe von Weißstörchen um ihn herum nach Nahrung suchen. Immer wieder fliegen sie auf, flüchten vor der Maschine und landen wenige Meter entfernt wieder. Ein tolles Schauspiel. Weiter geht es nach Obersimonswald, welches wir der Hauptstrasse entlang fast komplett durchqueren. Am anderen Ende überqueren wir auf einer Brücke die Wilde Gutach und wandern am Sportplatz vorbei. Damit haben wir auch Obersimonswald hinter uns gelassen.

Wir folgen nun mal näher mal ferner weiterhin dem Verlauf der Wilden Gutach. Wechselweise wandern wir auf schmalen Wanderwegen oder Feldwegen. Entlang des Weges passieren wir auch eine alte Mühle mit Wasserrad. Schließlich kommen wir auf den Hornweg, eine asphaltierte Strasse. Entlang dieser sehen wir noch eine Gruppe von Weißstörchen, die sich in dieser Gegend offensichtlich sehr wohl zu fühlen scheinen. Etwas weiter vorne bestaunen wir von oben das wunderschöne Gebäude der historischen Ölmühle. Einige Schritte weiter stehen wir vor einem Uhrenbaum. Dabei handelt es sich nicht um eine botanische Kostbarkeit, sondern vielmehr um ein Kunstwerk. Ein interessanter Anblick! Kurz danach verlassen wir den Hornweg und biegen auf einen Schotterweg nach links ab. Zunächst geht es leicht bergab und dann wieder der Wilden Gutach entlang. Diese überqueren wir auf der Ochsenbrücke und folgen dem Flusslauf anschließend auf der anderen Seite. So passieren wir unter anderem einen Minigolf-Platz und kommen dann in der Nähe des Kulturhauses an die L173. Dieser folgen wir wenige Schritte nach rechts und haben dann am Hotel Krone-Post unsere Tagesetappe erfolgreich bewältigt.

Fazit

Was die heutige Etappe angeht, bin ich etwas zwiegespalten. Wir erlebten sicherlich herrliche Passagen an den Zweribachfällen, in der Teichschlucht, auf der Hintereck-Hütte und auf dem Wildsaupfad. Dafür gab es aber auch Abschnitte auf Asphalt und meines Erachtens nach zu wenig Anteile auf schmalen Steigen. Der Name ZweiTälerSteig weckt natürlich eine gewisse Erwartungshaltung, welche diesbezüglich heute nicht gehalten werden konnte. Dennoch verbrachten wir einen unvergesslichen Tag auf dem ZweiTälerSteig.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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