Der ZweiTälerSteig im Schwarzwald Tag 1 (10,0km)

Bedingt durch die anhaltende COVID-19-Pandemie hielten wir es dieses Jahr nicht für möglich oder zumindest nicht für angeraten, eine Hüttenwanderung in den Alpen zu unternehmen. Eigentlich hatten wir uns schon damit abgefunden, dieses Jahr keine Mehrtageswanderung ohne Kinder zu unternehmen. Da stolperte ich zufällig über einen Artikel in Spiegel Online über den ZweiTälerSteig im Schwarzwald. Da dieser in der Kategorie Routen zu Deutschlands schönstem Wanderweg 2019 gekürt wurde, war mein Interesse schnell geweckt. Nach Rücksprache mit meiner Gattin war der Entschluss gefasst und der Plan gestrickt. Kurz vor der beginnenden Urlaubszeit hatten wir alle Unterkünfte gebucht und Karten- und Prospektmaterial zur Hand. Die Vorfreude auf ausgedehnte Wandertage mit satten 106km und 4.120 Höhenmetern war natürlich immens.

Vorbemerkungen

Bei der Ausplanung der gesamten fünftägigen Wanderung folgten wir der Empfehlung der ZweiTälerLand Tourismus mit den folgenden offiziellen Streckenangaben:

Da an den Zielorten teilweise nur begrenzt Unterkunftskapazitäten zur Verfügung stehen, empfiehlt sich eine Reservierung vorab. Alternativ besteht zumindest teilweise die Möglichkeit, mit Hilfe des ÖPNV auch fußläufig nicht erreichbare Unterkünfte zu nutzen.

Übersichtskarte

Die am ersten Tag von Waldkirch auf den Kandel gemäß Logger zurückgelegten 10km könnt Ihr der beigefügten Übersichtskarte entnehmen.

Gesamtstrecke: 10008 m
Maximale Höhe: 1292 m
Minimale Höhe: 309 m
Gesamtanstieg: 1147 m
Gesamtabstieg: -222 m
Download file: 20200727-Zwei-Taeler-Steig-1.gpx

Karte: Naturpark Südschwarzwald, ZweiTälerLand, Wanderkarte 1:35.000

Parken

Da der ZweiTälerSteig für klimafreundlich mit der Bahn Anreisende vorbildlich am Bahnhof Waldkirch beginnt, versuchten wir hier zunächst unser Glück mit der Parkplatzsuche. Dort wurden wir allerdings von einer größeren Baustelle überrascht. Leider fand diese Tatsache auf der Internetseite zur Anreise zum ZweiTälerSteig keine Erwähnung. Das wirkt schon etwas befremdlich, da es sich augenscheinlich um ein größeres Bauprojekt mit längerem zeitlichen Horizont handelt. Nach einem Telefonat mit der Touristen-Information wurde uns das Parken am Stadtrainsee angeraten. Dort fanden wir dann schließlich einen kostenfreien Parkplatz, sogar im Schatten.

Ausschilderung

ZweiTälerSteig

Während des gesamten Weges folgen wir dem Wegzeichen des von einer grünen Raute umschlossenen, stilisierten roten Herzens. An manchen Kreuzungen mussten wir nach der nächsten Markierung suchen. Es empfiehlt sich daher Kartenmaterial mitzuführen.

Von Waldkirch zur Schwarzenberghütte

Wie zuvor bereits erwähnt, treten wir die fünftägige Tour am Parkplatz des Stadtrainsees in Waldkirch an. Wir wandern vorbei am Abenteuer-Minigolf und erhaschen dann auch schon einen kurzen Blick auf den See. Dann geht es in den Wald hinein. Auf dem Sinnesweg geht es fortan in Serpentinen bergauf. Immer wieder gibt die Vegetation den Blick auf Waldkirch frei. Nach den ersten Schwüngen wandern wir parallel zum Schwarzwaldzoo. Diesen lassen wir hinter uns und passieren kurze Zeit später das Ende der längsten Röhrenrutsche Europas. Nach einer langgestreckten Kurve erreichen wir das Kiosk mit dem Eingang zum Baumkronenpfad und zu besagter Rutsche. Hier endet mit dem Sinnesweg auch das muntere Treiben im Wald, ab jetzt ist Waldeinsamkeit angesagt.

Da wir heute über 1.000 Höhenmeter zu bewältigen haben, geht es natürlich weiterhin bergauf. Wann immer wir die schützende Obhut des Waldes verlassen, wird uns die volle Strahlkraft der Sonne zuteil. Glücklicherweise führt der Weg mehrheitlich durch den Wald. Schließlich erreichen wir ein erstes Etappenziel, die Schwarzenberghütte. Hier entschließen wir uns dazu, den empfohlenen Abstecher zur Ruine Schwarzenburg zu unternehmen.

Abstecher zur Ruine Schwarzenburg

Knapp 250m folgen wir der Ausschilderung zur Ruine Schwarzenburg, bis wir nach einem kurzen aber knackigen Anstieg vor den ersten Mauerresten stehen. Diese umgehen wir und stehen dann vor einer Grillstelle. Etwas weiter vorn entfaltet sich vor dem Betrachter ein wunderbarer Fernblick. Über Waldkirch blicken wir hinab in die Rheinebene und bis zu der im Dunst sich abzeichnenden Hügelkette der französischen Vogesen. Ein toller Ort für die verspätete Mittagsrast! Ein Angebot, auf das wir gerne zurückkommen.

Auf dem Weg zurück zur Schwarzenberghütte erblicken wir dann auch über uns den markanten Kandelfelsen über uns. Darüber thront unser Tagesziel das Kandelplateau. Bis dahin sind aber noch ein paar Meter zu bewältigen.

Aufstieg zur Thomashütte

Von der Schwarzenberghütte geht es zunächst auf einem schmalen Pfad weiter durch den Wald bergauf. Der Weg wird vorübergehend wieder breiter, der umgebende Wald lichter. Anschließend setzen wir den Aufstieg auf einem herrlichen Waldpfad fort, der uns an ein Wegekreuz bringt. Von hier blicken wir über die Baumwipfel auf das gegenüber liegende Gipfelplateau des höchsten Berges der heimischen Mittelgebirge. Erinnerungen an eine frühere Wanderung am Feldberg während eines vergangenen Schwarzwaldurlaubs werden wach.

Nach den Tagträumereien wenden wir uns wieder gegenständlicheren Dingen zu. Während des nun folgenden Aufstiegs fügen sich in zunehmender Anzahl große Steine in die Waldlandschaft ein. Wir folgen dem Präsident-Thoma-Weg, der uns schließlich zur Thomashütte auf den Kleinen Kandelfelsen bringt. Wir haben den sicherlich schönsten Aussichtspunkt des heutigen Tages erreicht. Daher legen wir auch unsere Rucksäcke erst einmal ab und nehmen Platz. Zeit für eine Pause, um den Blick schweifen und auf sich wirken zu lassen!

Endspurt auf den Kandel

Von der Thomashütte folgen weiterhin dem Präsident-Thoma-Weg und vergessen leider den kurzen Abstecher zu den Aussichtspunkten auf dem Hessfelsen bzw. dem Großen Kandelfelsen zu unternehmen. So treten wir kurze Zeit später aus dem Wald heraus und schauen auf bunte Blumenwiesen. Wir haben die Waldeinsamkeit verlassen und das Gifpelplateau des Kandel erreicht. Nach wenigen Metern bergauf stehen wir an der bekannten Kandelpyramide. Da diese vom nahe gelegenen Parkplatz gut zu erreichen ist, herrscht hier natürlich wieder mehr Betrieb. Wir halten uns daher gar nicht allzu lange auf, sondern genießen die Aussicht während des Gehens. Weiter geht es bis zum Parkplatz, den wir genauso überqueren wie die Landstraße. Auf der anderen Seite folgen wir einem Trampelpfad vorbei an der Kandelkapelle St. Pius bis zum Berggasthaus Kandelhof. Glücklich und zufrieden erreichen wir damit das erste Etappenziel, nun herrscht Vorfreude auf eine Dusche, einen Gerstensaft und das Abendessen.

Sonnenuntergang auf dem Kandel

Aufgrund des Standorts am Hinterhang liegt das Berggasthaus Kandelhof am Abend recht schnell im Schatten. Wir beschließen daher, den sich am Himmel abzeichnenden Sonnenuntergang romantisch in der Umgebung des Kandelgifpels zu verbringen. Tatsächlich finden wir ein noch freies, ruhiges Bänkchen und lassen den Tag mit Blick auf die über den Bäumen untergehende Sonne ausklingen.

Fazit

Durch die Parkplatzsuche war der Beginn schon etwas eingetrübt. Meiner Meinung nach ist eine Webseite eben genau für die Mitteilung derartiger aktueller Informationen da, wie z.B. die Sperrung eines Parkplatzes. Obwohl wir heute unerwartet große Teile der Strecke nicht auf den durch die Namensgebung versprochnenen Steigen zurücklegten, hat mir die Wanderung sehr gut gefallen. Insbesondere die traumhafte Umgebung um die Thomashütte sticht hier natürlich heraus. Aber auch der kurze Abstecher zur Ruine Schwarzenburg war absolut lohnenswert. Insgesamt ein vielversprechender Beginn der fünftägigen Wanderung!

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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