Wasserfälle, Pfannköpfl und Weitental von Hintertux (12,3km)

Heute steht die vierte und letzte Wanderung unseres Sommerurlaubs im herrlichen Zillertal auf dem Programm. Bislang erkundeten wir mit dem Schlegeisspeicher, dem Zillergrund und dem Melchboden drei unterschiedliche Gegenden. Für heute nahmen wir uns die Gegend um Hintertux vor. Nach einer kurzen Internet-Recherche fand ich stieß ich auf diese verheisungsvolle Wanderung. Dazu wollten wir uns natürlich den kleinen Abstecher vom Tuxerjoch auf das Pfannköpfl nicht entgehen lassen. Im Folgenden könnt Ihr lesen, wie uns diese Wanderung gefallen hat. Die gemäß Logger zurückgelegten 12,3km könnt Ihr der beigefügten Karte entnehmen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 12295 m
Maximale Höhe: 2419 m
Minimale Höhe: 1539 m
Gesamtanstieg: 1178 m
Gesamtabstieg: -980 m
Download file: 20200723-Hintertux.gpx

Karte: Alpenvereinskarte 33, Tuxer Alpen, 1:50.000

Im oben abgebildeten Höhenprofil könnt Ihr einen verhältnismäßig großen Unerschied zwischen Start- und Zielpunkt erkennen. Meines Erachtens nach ist das geschehen, weil der Logger bei unserem schnellen Abstieg durch das eng eingeschnittene und bewaldete Tal seine liebe Not hatte. Nehmt daher insbesondere das Höhenprofil nicht zu genau, sondern nur als ersten Eindruck.

Anfahrt und Parken

Ab Mayrhofen folgen wir der Ausschilderung immer geradeaus durch das Tal bis nach Hintertux. Verfahren kann man sich hier also nicht, etwas Zeit einplanen sollte man aber schon für die Fahrt. In Hintertux stehen an den Gletscherbahnen dann jede Menge kostenfreie Parkplätze zur Verfügung.

Entlang der Wasserfälle

Vom Parkplatz halten wir uns zunächst in Richtung der Talstation. Vor dem Weitentalbach, der uns später noch länger begleiten soll, biegen wir nach rechts ab. Wenige Meter später überqueren wir das Bächlein und lassen die Dächer von Hintertux hinter uns. Unter der Gondel geht es nun hindurch, unmittelbar auf den ersten Wasserfall zu. Das Rauschen ist bereits deutlich zu vernehmen. Nach dem Überqueren des Tuxbachs dürfen wir den Kesselfall dann auch schon bestaunen. Welch ein vielversprechender Beginn!

Es beginnt nun der Aufstieg, welcher sich bis zum Mittagessen ausdehnen wird. Für kurze Zeit verlassen wir das wilde Wasser und drehen eine Schleife durch den Wald. Nach kurzem Anstieg stehen wir am Aussichtspunkt auf der Schraubenfallhöhe. Hier können wir das tosende Naturelement von allen Seiten bestaunen. Herrliche Eindrücke bieten sich uns hier. Während der nächsten Meter bieten sich uns immer wieder Aussichtspunkte mit Blick von oben auf die wunderbar geformten Steine inmitten des herrlich türkisblauen Wassers. Dann treffen wir auf einen Forstweg, wo uns eine maritimen Impression begegnet. Am Wegesrand passieren wir einen Felsen, der seiner Form nach treffenderweise Walfischmaul gennant wird. Nach einem weiteren Schlenker treffen wir auf einen letzten Aussichtspunkt auf den Tuxbach und haben dann den ersten Wasserfallanteil hinter uns gelassen. Insgesamt landschaftlich ein wunderschöner Abschnitt!

Aufstieg zur Sommerbergalm

Von dem Forstweg zweigen wir auf einen schmalen Waldpfad auf. Der Wald um uns herum wird lichter und gibt den Blick auf den vor uns liegenden Talkessel frei. Wir wandern nun über Stock und Stein immer leicht bergauf durch eine wunderschöne Landschaft. Wir überqueren den Bodenalmbach und blicken dem Bachlauf entlang auf einen weiteren Wasserfall an der gegenüber liegenden Bergkette. Weiter vorne treffen wir auf ein Wegekreuz und halten uns hier rechts. Nun gilt es, ein kleines anmooriges Gebiet zu druchqueren. Das gelingt uns dank der ausgelegten Trittsteine trockenen Fußes. Auf einer Brücke überqueren wir nun den Tuxbach. Auf der anderen Seite blicken wir dann auf den Talkessel Waldeben. Vor uns breitet sich eine größere Schotterfläche aus, die sicherlich nicht immer derart trocken ist wie heute. Nun ist es Zeit für eine kleine Pause, die ich für ein Bild des Wasserfalls mit dem eigens mitgeschleppten Teleobjektiv nutze.

Es folgt nun ein kleiner Anstieg, welcher uns auf eine weitere Hochfläche bringt. Auf der Anhöhe vor uns sind nun die Liftanlagen der Sommerbergalm bereits deutlich zu erkennen. Wir wandern also schnurstracks auf die vor uns liegende Bergkette zu. Nun beginnt ein weiterer schweißtreibender Anstieg. In Serpentinen geht es knackig bergauf. Dabei begleiten uns herrliche Ausblicke an Felswänden vorbei in das Tal hinter Hintertux. Schließlich kündigen die ersten Gebäude das Nahen der Mittelstation an. Wir erreichen eine Schotterstraße, welcher wir dorthin folgen. Die Mittelstation heißt zwar Sommerbergalm, was aber einen gänzlich falschen Eindruck erweckt. Die Romantik von eben macht dem schnöden Mammon Platz. Man kommt sich hier auf 2000m Höhe eher wie an einem Hauptbahnhof vor. Der landschaftliche Charme der letzten Stunden ist durch den Trubel der Menschenmassen auf dem abstoßenden Betonplateau erst einmal wie weggespült. Wir holen uns nur schnell Stempel für die Wanderpässe der Kinder und brechen umgehend wieder auf. Obwohl der Magen bei uns allen bereits in der Kniekehle hängt, beschließen wir unser Mittagessen lieber im Tuxerjoch Haus zu uns zu nehmen.

Gletscherflohsafari und Tuxerjoch

Schnell wandern wir weiter und biegen an der nächsten Kreuzung vom breiten auf einen schmäleren Schotterweg ab. Wir durchqueren nun die Gletscherflohsafari, ein entlang eines Bachlaufs angelegter Wasserspielplatz für Kinder. An dessen Ende halten wir uns nach links und folgen dem Weg auf der Anhöhe entlang. Nun blicken wir von oben auf die Sommerbergalm und die wunderschöne Alpenkulisse, die leider durch die erhebliche Anzahl an Gondelanlagen etwas verunstaltet wird. Diesem Blick drehen wir nun jedoch den Rücken zu und widmen uns voll und ganz dem Aufstieg zum Tuxerjoch.

Dazu folgen wir zunächst einem quer zum Hang verlaufenden schmalen Pfad. Das Tuxerjoch Haus und das Pfannköpfl rechts daneben haben wir inzwischen fest im Blick. Nach dem Überqueren des Sommerbergbachs treffen wir wieder auf den breiten Schotterweg, dem wir ab der Sommerbergalm für ein kurzes Stück gefolgt sind. Nach der Kurve verlassen wir diesen aber auch schon wieder und biegen nach rechts ab. Ab jetzt geht es auf auf einem alpinen Pfad steil bergauf. Nach kurzer Kraxelei erkennen wir das Dach der Hütte vor uns. Etwas später sitzen wir im Wintergarten des Tuxerjoch Hauses, genießen unser Mittagessen und den traumhaften Ausblick. 800 Höhenmeter mussten wir für diesen Abschnitt bewältigen. Kein Zuckerschlecken für die Kinder, aber es hat sich definitiv gelohnt!

Abstecher zum Pfannköpfl

Nach der ausgiebigen Stärkung brechen wir wieder auf. Da es auf den benachbarten Gifpel des Pfannköpfl nur ein sprichwörtlicher Katzensprung ist, lassen wir uns den kurzen Abstecher natürlich nicht entgehen. Dazu folgen wir dem ausgetretenen Pfad in Richtung Nordosten. Es dauert auch nicht lange und wir stehen auf dem kleinen Gipfelplateau. Ob wir nun wirklich auf dem Pfannköpfl stehen oder auf einem etwas niedrigeren Nebengipfel, vermag ich nicht zu sagen. Streng genommen ist es für uns auch gar nicht so wichtig. Wichtig ist vielmehr, dass wir hier oben am höchsten Punkt der heutigen Wanderung stehen und einen traumhaften Blick in nahezu alle Richtungen genießen dürfen. Nach einer kurzen Pause steigen wir wieder hinab zum Tuxerjoch Haus, von wo aus unser Weg nun fast nur noch bergab weiter führt.

Abstieg durch das Weitental

Eben blickten wir noch von oben in das Weitental hinein, das sich unterhalb der Hornspitze entlang der Bergkette in die Landschaft einschmiegt. Jetzt schon markiert es unseren Rückweg nach Hintertux. Dazu folgen wir vom Tuxerjoch Haus zunächst einer Schotterstraße bergab. Der Wanderweg verlässt kurze Zeit später diese Straße und kreuzt sie dann noch einmal. Kurze Zeit später überqueren wir den Weitentalbach, der uns ab jetzt eine Zeit lang begleiten wird. Wir kommen nun wieder zurück auf die Schotterstraße, welche aber mit zunehmender Weglänge immer schmäler wird. Jetzt sollte man die Augen und Ohren offen halten, schließlich ist hier Murmeltiergebiet. Leider betritt nur einer der niedlichen Nager die Showbühne, und das auch noch ziemlich verdeckt. Wir müssen uns ziemlich anstrengen, um das posierliche Tierchen im Gras zu finden. Etwas weiter vorne kommen wir an einen Zufluss zum Weitentalbach mit einem dahinter liegenden Wasserfall. Hier nutzen wir die Gelegenheit für eine kleine Pause, während die Kinder ihre Füße im Wasser abkühlen.

Anschließend folgen wir weiterhin dem Weitentalbach, der nun etwas weiter unterhalb munter vor sich hinplätschert. Unser Wanderpfad verläuft damit etwas erhöht durch das ab jetzt enger eingeschnittene Tal. Das ist wieder einmal eine großartige Landschaft welche wir hier durchwandern. Das Weitental zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Es folgt eine kurze drahtseilgesicherte Passage bergab, die sich aber unschwer bewältigen lässt. Wieder einmal wird das Rauschen des Wassers lauter. Diesmal ist es der Weitentalbach, der sich im Schleierfall in das Weitental ergießt. Diesen Anblick dürfen wir erst einmal aus halber Höhe genießen und dann noch einmal von unten. Ein weiterer herrlicher Wasserfall, den wir heute erleben dürfen.

Vom Schleierfall folgen wir dem Weg parallel zum Weitentalbach. Weiter unten kommen wir auf einen breiteren Weg, welchem wir für ein kurzes Stück bis zu einer Furt mit Brücke folgen. Wir bleiben aber noch immer auf derselben Seite des Weitentalbachs und setzen unseren Abstieg fort, zunächst in relativ offenem Gelände. Schnell werden aber die Bäume zahlreicher und dichter. Im Wald geht es nun recht steil bergab. Bald sehen wir auch schon wieder die ersten Dächer von Hintertux durch die Bäume schimmern. Noch ein letzter Schlenker und wir sind wieder im Tal angekommen, folgen dort noch dem ein kurzes Stück dem Weitentalbach und wandern die letzten Schritte zurück zum Parkplatz.

Fazit

Natürlich überwogen bei der heutigen Wanderung die positiven Aspekte und Eindrücke. Auch wenn ich mich regelmäßig über die maßlose und immer skurilere Züge annehmende wirtschaftliche Ausbeutung einzigartiger Naturräume aufrege, so bewegten wir uns doch inmitten einer wahrhaft spektakuläre Landschaft. Insbesondere der Aufstieg von Hintertux bis zur Sommerbergalm sowie der Abschnitt zwischen den beiden Wasserfällen im Weitenbachtal haben mir am besten gefallen. Insgesamt eine tolle Wanderung, bei der man viel erleben und bestaunen kann!

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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