Waldohreule und Steinkauz

In der letzten Woche vor unserem Sommerurlaub wollte ich den Steinkäuzen (Athene noctua) im Kreis Ahrweiler einen Besuch abstatten. Vom ortsansässigen Beobachter wurde mir nämlich mitgeteilt, dass die diesjährige Brut erfolgreich gewesen und der Nachwuchs inwischen schon recht aktiv sei. Außerdem böte sich mit etwas Glück die Chance, eine Waldohreule (Asio otus) beobachten zu können. Das war natürlich Anreiz genug, um die ohnehin nur kurze Anfahrt insgesamt zweimal in dieser Woche während des Sonnenaufgangs in Kauf zu nehmen.

Vor Ort angekommen bedurfte es einer intensiven Suche, um die Waldohreulen tatsächlich zu finden. Sie verbergen sich gerne in den dunklen Teilen des Baumes. Und wenn sie nicht mehr beobachtet werden möchten, machen sie einfach ein oder zwei Schitte zur Seite und schon ist nichts mehr zu sehen. Ich hatte großes Glück, aber nur weil ich von der Ortskenntnis und den geschulten Augen eines Freundes profitieren konnte. So konnte ich zum ersten Mal eine Waldohreule in freier Wildbahn beobachten und ablichten. Ein tolles Erlebnis, diesen wunderschönen Tieren mit den beeindruckenden Augen gegenüberzustehen!

Das Habitat der Waldohreulen und der Steinkäuze grenzt unmittelbar aneinander an, so dass wir nach wenigen Schritten auch schon einen Steinkauz sichten konnten. Da dieser sich sehr gerne an aussichtsreichen Punkten aufhält, ist dieser recht gut zu erkennen. Unser Exemplar hat sich auf einem Haufen alten Holzes niedergelassen und die ersten Sonnenstrahlen des Tages in sich aufgesogen. Nach einiger Zeit fing er plötzlich mit Dehnübungen an, dann flog er weiter. Später erkannte fand ich ihn wieder, auf der Spitze eines Baumes sitzend.

Zwischendurch wurde ich von einem männlichen Grünspecht (Picus viridis) abgelenkt, der gerade den Nachwuchs einen alten Baum hinaufleitete. Oben angekommen flogen sie schließlich zusammen weg.

Diese tollen Erlebnisse habe ich mit den folgenden Bildern für Euch zusammengefasst.

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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2 Antworten

  1. Frauke sagt:

    Ein tolles Erlebnis und wieder mal wunderbare Aufnahmen !
    Ich konnte erst einmal eine Eule fotografieren. Allerdings habe ich mich damit auch noch nicht so wirklich befasst.
    Die Steinkäuze sind einfach niedliche Gesellen. Ich hoffe, dass sie auch bei mir mal heimisch werden. Genug alte Obstbäume und Nisthilfen haben sie hier. Aber bislang will sich noch keine hier niederlassen oder ich hab sie einfach noch nicht entdeckt. 🙂
    Ich konnte am Wochenende endlich mal ein paar Bienenfresser fotografieren, auch wenn 50 Meter zwischen uns lagen … egal ! Einfach das Erlebnis war schon toll.
    LG Frauke

    • Hallo Frauke, hab wieder einmal recht herzlichen Dank für Deine lobenden Worte! Es war in der Tat ein tolles Erlebnis! Obwohl ein Sturm letztes Jahr eine ordentliche Anzahl richtig schöner alter Obstbäume umgehauen hat, haben wir im Kreis Ahrweiler einen stabilen Bestand an Steinkäuzen. Leider wird heutzutage diesbezüglich ja auch nichts neu gepflanzt. Die Sichtung der Waldohreule war natürlich etwas ganz besonderes, obwohl ich die Steinkäuze natürlich auch richtig knuddlig finde. Glückwunsch auch zu Deinen Bienenfresser-Bildern! Wunderschöne Vögel und Klimagewinner, die in der Ausbreitung begriffen sind. Wenn Du deren Gewohnheiten kennenlernst, kommst Du mit einem Tarnüberwurf vielleicht auch etwas näher ran… Weiterhin viel Erfolg! Liebe Grüße, Andreas

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