Orchideen und Türkenbundlilien

Wie schon bei meinen ausgedehnten Ausflügen in die heimische Pflanzenwelt im Mai, konnte ich auch im Juni ein paar wunderschöne Pflanzen antreffen. Unglücklicherweise war mir aber der Wettergott dabei nicht ganz so hold. Die Anzahl der Tage mit besonderem Licht war überschaubar, was wiederum in einer eingeschränkten Zahl an vorzeigbaren Bildern resultierte. Bei den Sonnenaufgangszeiten im Juni ist das permanente sehr frühe Aufstehen körperlich auch schwerlich durchhaltefähig. So war mir wegen des teilweise schlechten Wetters immerhin eine ordentliche Mütze Schlaf vergönnt.

Orchideen

Mein fotografischer Fokus lag natürlich auf den später blühenden Orchideen. So suchte ich im vergangenen Monat mehrmals die Standorte von Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Fuchs‘ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), Pyramiden-Spitzorchis (Anacamptis pyramidalis) und Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) im Kreis Ahrweiler während des Sonnenaufgangs auf. Die folgende kleine Galerie ist ein Auszug der dabei entstandenen Aufnahmen.

Türkenbundlilien

Schon im letzten Monat kündigte sich die Blüte der Türkenbundlilien (Lilium martagon) an. Es waren dann aber doch ein paar Besuche des Habitats erforderlich, bis ich tatsächlich die erste offene Blüte antraf. Dann bietet die Türkenbundlilie aber eine ganze Serie an Blüten, welche sie nach und nach zur Schau trägt. Jetzt, da die Zeit gekommen war, muss man nur noch schneller als das Rehwild sein. Unbestätigten Gerüchten zufolge gelten die herrlichen Blüten unter diesen als Delikatesse. Obwohl an dem von mir regelmäßig aufgesuchten Standort auch Rehwild gedeiht, sind mir glücklicherweise keine abgeknabberten Blüten aufgefallen. So hatte ich jede Menge botanisches Material zu fotografischen Versuchszwecken zur Verfügung. Leider sind alle Versuche, ganze Pflanzen in Szene zu setzen, an meiner Unfähigkeit diese freizustellen, grandios gescheitert. So musste ich mich auf Detailaufnahmen von Einzelblüten im weichen Licht der aufgehenden Sonne konzentrieren. Eine kleine Auswahl der dabei zustande gekommenen Bilder findet Ihr in der folgenden kleinen Galerie.

Fazit

Insbesondere bei der Orchideenfotografie habe ich wieder einmal festgestellt, wie vielseitig das 100-400mm Teleobjektiv einsetzbar ist. Mir gefällt die Bildwirkung, außerdem ist das Objektiv doch recht kompakt und hat eine für die Pflanzenfotografie sehr hilfreiche Nahdistanz.

Nachdem ich die Sonnenaufgänge der letzten zwei Monate fotografisch auf Augenhöhe mit Pflanzen verbrachte, fühle ich nun einen gewissen Drang nach Abwechslung. Irgendwie bricht mal wieder mein Sternzeichen durch. Daher werde ich mich in der nahen Zukunft sicherlich mal wieder in der Vogelwelt umsehen. Außerdem dürften sich inzwischen auch schon fotogene Insekten in erquicklicher Anzahl auf den Wiesen laben. Das ist das wunderbare an der Naturfotografie. Es gibt immer etwas Sehenswertes. Wer einen diesbezüglichen regionalen Kalender führt, dem dürften auch die Inspirationen im Folgejahr nicht ausgehen!

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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6 Antworten

  1. Frauke sagt:

    Es gibt so wahnsinnig schöne heimische Orchideen. ♥
    Ich bin zwar viel unterwegs, aber irgendwie sehe ich eigentlich immer nur die ordinären Knabenkräuter … so mein Eindruck. 🙂
    Frauenschuh und Ragwurze hab ich zum Beispiel noch nie in natura gesehen. Die Chance da durch Zufall drüber „zu stolpern“ sind so gering, wenn man nicht genau weiß, wo man suchen muss. 🙂

    Türkenbundlilien bin ich leider auch noch nie begegnet.

    Deine Erfahrungen mit dem 100 – 400 mm kann ich nur bestätigen. Ich habe es letztens bei der Schmetterlingsfotografie das erste Mal eingesetzt und war hinterher schwer vom Ergebnis angetan. 🙂

    VG Frauke

    • Hallo Frauke, vielen herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar 🙂 In der Tat sind die heimischen Orchideen sehr schön, allerdings oft erst bei sehr genauem Hinsehen. Nicht alle sind optisch und olfaktorisch so auffällig wie eine Bocksriemenzunge. Die Ragwurzen sind z.B. sehr schwer zu finden, so dass man zufällig nur selten über derartige Pflanzen stolpert. Aus eigener Erfahrung kann ich zum Aufbau eines „Handvorrats“ an fotografischen Jagdgebieten eine Empfhelung aussprechen: Vereinsarbeit. Hier sind mehrere Möglichkeiten denkbar. Ich bin seit fast vier Jahren aktiv im Vorstand des NABU Kreisverbands Ahrweiler tätig. Dadurch baut sich ganz automatisch eine gewisse Kenntnis über die regional vorkommenden Arten auf. Es ist sozusagen eine win-win-Situation für beide Seiten. Unser Kreisverband bietet übrigens auch jährlich eine öffentliche Exkursion zu einem Orchideenhabitat an. Als Alternative gibt es die Regionalgruppen des Arbeitskreises Heimische Orchideen (AHO). Die sind wohl auch sehr umtriebig, betätigen sich im Habitatschutz und bieten auch Exkursionen an. Als dritte Möglichkeit, insbesondere für Fotografen, bietet sich natürlich die GDT an. Auch hier gibt es unterschiedliche Regionalgruppen, die gemeinsame Exkursionen und regelmäßigen Erfahrungsaustausch untereinander anbieten. Ich bin seit 2018 Fördermitglied und habe das nie bereut. Dort trifft man alle möglichen Ausprägungsgrade an, vom Anfänger bis zum Vollprofi. Alle eint aber das Interesse an der Naturfotografie.
      Das 100-400mm Tele ist echt ein Hammer. Ich hatte ja noch das alte Schiebezoom, mit der die jetzige Version nicht zu vergleichen ist. Manchmal hätte ich gerne noch mehr Freistellmöglichkeiten, aber das 300mm 2.8 ist mir zu teuer. Also warte ich auf ein neues 180mm 2.8 Makro. Bis dahin bleibt das 100-400er für mich das Objektiv der Wahl. Zusammen mit dem 16-35 nehme ich es dieses Jahr auch wieder auf eine fünftägige Wanderung mit.
      Vielleicht konnte ich Dir ja ein paar Ideen geben, um noch das ein oder andere Habitat vor der Haustüre entdecken zu können. Würde mich freuen… Herzliche Grüße, Andreas

      • Frauke sagt:

        Hallo Andreas,
        Vereinsarbeit … ja, da hast du natürlich recht. Das ist ein Geben und Nehmen … so sollte es zumindest sein !
        Leider bin ich zur Zeit recht vereinsmüde, nachdem ich lange Jahre nacheinander in 2 Vereinsvorständen tätig war (allerdings artfremd im Sportbereich). 🙂
        Im Moment kann ich mich einfach nicht selbst dazu überreden, irgendwo nochmal tätig zu werden. Irgendwann vielleicht mal wieder.
        Exkursionen sind natürlich eine gute Idee und das mit der GDT lasse ich mir tatsächlich mal näher durch den Kopf gehen.
        Das alte 100 – 400 mm hatte ich vorher auch … kein Vergleich … da hast du recht. Wobei ich vermisse den Schiebezoom schon ein bisschen, aber den würde ich natürlich gegen die Hammer Naheinstellgrenze des neuen nie tauschen *ggg*.
        Bei der Festbrennweite kann ich dich auch vollkommen verstehen … wer hätte sie nicht gerne. Vielleicht gewinnen wir ja tatsächlich mal mit unseren Losen von der Aktion Mensch … da würde mein Mann mir meinen Wunsch wohl nicht verwehren und bis dahin träume ich einfach weiter davon. 😉 Das 16 – 35 mm hätte ich auch furchtbar gerne … allerdings das 2.8er, da ich es gerne für die Astrofotografie verwenden würde … aber auch da warte ich dann noch auf einen Gewinn. 😉
        Auf jeden Fall Danke für deine Tipps.
        LG Frauke

        • Hallo Frauke,
          Deine Aussagen zur Vereinsarbeit kann ich total nachvollziehen. Was die GDT angeht, so kannst Du Dir die Abläufe auch erst einmal als Gast anschauen und dann entscheiden, ob Dir das zusagt. Wenn ich das richtig sehe, dann wäre für Dich auch die GDT Regionalgruppe XII Rheinland die richtige Adresse. Wir haben grundsätzlich jährlich zwei Treffen in Rheinbach und zwei Exkursionen auf dem Programm. Hinzu kommen ab und an gemeinsame Treffen mit anderen Regionalgruppen. Weitere Informationen findest Du @ https://rg12.gdtfoto.de/. Du kannst ja dem Regionalgruppenleiter, Bernd Liedtke, eine unverbindliche Mail schicken.
          Bezüglich der Exkursionen des NABU Ahrweiler kannst Du Dich hier informieren @ https://www.nabu-aw.de/. Allerdings ist das Jahresprogramm aktuell ausgesetzt. Aber nächstes Jahr im Mai wird bestimmt wieder eine Orchideen-Exkursion stattfinden 🙂
          Deine technischen Wünsche vermag ich bestens nachvollziehen. Mich treiben ähnliche Gedanken um, wenngleich ich die Sache mit der Astrofotografie erst einmal nicht weiter verfolge. Meine Frau würde mir umgehend den Belzebub austreiben, wäre ich auch noch nachts unterwegs 🙂 Ansonsten bin ich eigentlich schon ziemlich gut ausgestattet. Wenn es mit den Bildern nicht klappt, dann liegts jedenfalls nicht an der Technik 🙂 Wünsche kommen bei mir meistens dann auf, wenn ich wenig fotografiere und Zeit zum Nachdenken habe…
          Liebe Grüße,
          Andreas

          • Frauke sagt:

            Hallo Andreas,

            auf der Regionalseite Rheinland habe ich mich gestern schon umgesehen. 🙂

            Bei der Astrofotografie bevorzuge ich die Milchstraße und da ist man ja im Monat immer an wenige Tage gebunden und wenn dann das Wetter nicht passt, dann war es das wieder und so bin ich nicht sooooo oft nachts unterwegs. Und hier ist mein Mann immer freiwillig mit dabei ist.

            Er hat aber kein fotografisches Interesse an der Naturfotografie und so geht es ihm wie deiner Frau. 😉 Ohne verständnisvolle Partner geht es halt nur in gewissem Maße.

            Also seien wir froh, dass wir da wohl die richtigen erwischt haben. 🙂

            LG Frauke

          • Hallo Frauke,
            da hast Du allerdings recht. Diese Wahl hätte nicht besser ausfallen können 🙂
            Liebe Grüße,
            Andreas

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