Traumpfad Vier-Berge-Tour (15,9km)

Für den heutigen Wandertag nehmen wir uns wieder einen Traumpfad vor. Nicht allzu weit entfernt identifizieren wir die Vier-Berge-Tour als eine in Frage kommende Wanderung. Mit den angegegbenen 12,9km Entfernung sollte diese Wanderung keine große Herausforderung darstellen, wenngleich der Name auf ein bewegtes Höhenprofil hindeutet. Mit Vorfreude treten wir also die Anreise nach Mendig an. Wie gut uns dieser Weg gefallen hat und was es mit den gemäß Logger zurückgelegten 15,9km (!) auf sich hat, könnt Ihr dem folgenden Beitrag entnehmen.

Übersichtskarte

Total distance: 15904 m
Max elevation: 602 m
Min elevation: 352 m
Total climbing: 994 m
Total descent: -998 m
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Karte: Eifelverein Wanderkarte Nr. 32, Osteifel mit Laacher See, 1:25.000

Parken

Wir parken kostenfrei auf dem offiziellen, aber relativ kleinen Parkplatz Erlenmühle am Ende des Ernteweges in Mendig.

Um auf den eigentlichen Rundweg zu kommen, ist ein Zuweg von ca. 800m erforderlich. Wer die sich hieraus ergebende zusätzliche Entfernung von ca. 1,6km nicht gehen möchte oder falls auf dem kleinen Parkplatz keine Stellplätze mehr frei sind, der kann auch auf die Wanderparkplätze am Schweinsgraben und Gänsehals zurückgreifen. Beide liegen unmittelbar entlang des Wanderweges.

Ausschilderung

Zwischen dem Parkplatz Erlenmühle und der Erlenhütte nutzen wir die Ausschilderung der Zuwege. Dies gilt auch für den Abstecher zur Marxe-Lay während des Aufstiegs zum Gänsehals.

Während des übrigen Rundwegs folgen wir der gewohnten Ausschilderung der Traumpfade. Dieser war bis auf eine Ausnahme hervorragend ausgeschildert. Näheres hierzu erfahrt Ihr im Abschnitt „Zum Sulzbusch“.

Zuweg

Wie eingangs bereits beschrieben haben wir vom Parkplatz Erlenmühle bis zur Erlenhütte einen Zuweg von knapp 0,8km zu bewältigen. Dies gilt dann im übrigen natürlich auch für den Rückweg. Dazu folgen wir der schmalen Strasse am Ende des Parkplatzes. Dem rechten Strassenrand folgt zunächst der Bellbach, weiter links fließt der Namensgeber des Tals, der Kellbach. Nach wenigen Schritten passieren wir das in Familienbesitz befindliche Anwesen der Erlenmühle. Nach der nächsten Biegung verlassen wir den Hauptweg und wandern fortan wenige Meter parallel hierzu auf einem schmalen Pfad durch den Wald. Es dauert nicht lange, bis wir an der Erlenhütte angekommen sind, wo eine Informationstafel zur Vier-Berge-Tour aufgestellt ist und der eigentliche Rundweg beginnen kann.

Auf den Gänsehals

Von der Erlenhütte geht es weiter auf einem schmalen Pfad durch den Wald. Es dauert auch gar nicht lange, bis sich am Wegesrand die ersten Felsformationen zeigen. Diesen werden wir gleich recht nahe kommen. Auf dem herrlichen Weg drehen wir nun einen engen Bogen durch das Felsengebiet Rauhbuur. Steil ragen die Felswände unmittelbar vor uns in die Höhe, wir staunen nicht schlecht über diese fantastische Landschaft. Das war schon mal ein großartiges Highlight, so kurz nach dem Beginn.

Dem herrlichen Pfad folgen wir zum Waldrand. Dort treffen wir auf einen breiteren Weg, den wir auch gleich wieder nach rechts verlassen. Wir folgen dem Waldrand bis zur Landstrasse. Diese überqueren wir und treten auf der anderen Seite wieder in den Wald ein. Nach wenigen Schritten stehen wir auf dem Parkplatz Schweinsgraben, einer weiteren Startmöglichkeit. Von hier sind es nur noch wenige Meter bis in den Schweinsgraben hinein. Auch hier bietet die mit grünen Farnen garnierte Felsenlandschaft einiges fürs Auge. Wer möchte, der findet in dieser herrlichen Kulisse auch eine Sitz- und Rastgelegenheit. In einem Bogen verlassen wir anschließend den Schweinsgraben wieder.

Es folgt nun ein nicht ganz so spannender, ausgedehnter Aufstieg durch den Wald. Oben angekommen treffen wir auf die Ausschilderung zur 0,3km entfernten Marxe-Lay. Da wir grundsätzliche neugierige und abenteuerlustige Zeitgenossen sind, möchten wir uns diese natürlich nicht entgehen lassen. Dieser Abstecher lässt der Gesamtentfernung weitere 0,6km hinzukommen. Wir wandern leicht bergab und erkennen das Zwischenziel an dem Nahen der größer werdenden imposanten Felswände. Durch diese schreiten wir demütig hindurch und stehen dann inmitten eines Miniatur-Wendehammer. Zunächst begrüßt uns ein Holzpilz, hinter welchem eine weitere Sitz- und Rastmöglichkeit aufgestellt ist. Von dort blickt man direkt auf die steil abfallenden Felswände der Marxe-Lay. Zudem freut sich das Auge über die vielen im Vordergrund wachsenden Farne und liegenden moosbewachsenen Steine. Nach einer ausgiebigen Pause verlassen wir diesen herrlichen Ort wieder auf demselbem Weg.

Zurück von unserem Abstecher folgen wir nun für ein etwas längeres Stück einem geschotterten Weg durch das saftige Grün des Waldes. Als wir uns dem Waldrand nähern werden wir nach links geleitet, stehen vor der Aeiche und staunen nicht schlecht. Die Erklärung für dieses Phänomen gibts auf einer Info-Tafel vor Ort. Hinter der Aeiche nehmen wir die letzten Höhenmeter unseres Aufstiegs zum Gänsehals auf einem lauschigen Pfad in Angriff. Weiter oben kommen wir auf den Parkplatz Gänsehals. Hier treffen wir auf den Traumpfad Waldseepfad Rieden, welcher uns bis zum Aussichtspunkt Maifeldblick begleiten wird. Darüber hinaus ist am Parkplatz Gänsehals der Aussichtspunkt an der Gänsehals-Hütte als Abstecher mit 0,1km Entfernung ausgeschildert. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und notieren weitere 0,2km für die Gesamtdistanz. Schnell stehen wir vor der Hütte und genießen den herrlichen Weitblick auf den Laacher See mit der Pellenz. Auch dieser Ort lädt zum Verweilen ein. Eine Einladung, welcher wir nur zu gerne nachkommen.

Zum Schmitzkopf

Wir sind nun schon geraume Zeit unterwegs und stehen gerade mal auf dem ersten von vier Bergen. Nachdem uns diese Erkenntnis überkommen hat, beenden wir jäh das illustre Treiben der Kinder und blasen zum Aufbruch. Es geht zurück in Richtung Parkplatz und dann in den Wald hinein. Ein kurzes Stück wandern wir leicht bergauf, bevor der Wegweiser uns nach links schickt. Um eine sanfte Kurve wandern wir bergab und kurze Zeit später in der nächsten Kurve wieder bergauf. Nach kurzem Weg stehen wir am Aussichtspunkt Maifeldblick, welcher sich am sanft abfallenden Hang des Schmitzkopfs befindet. Auch hier warten einige Sitzmöglichkeiten auf müde Wanderer, die von hier aus beim Blick auf das Maifeld neue Kräfte tanken können. Da hier zwei Traumpfade aufeinandertreffen stehen die Chancen natürlich gut, dass die Bänke besetzt sind. Das ist auch so, aber wir hatten ja gerade erst eine Pause mit toller Aussicht. Daher nutzen wir den Schwung vom jüngsten Gipfelsturm und starten durch. Wir folgen einem herrlichen aussichtsreichen Pfad am Waldrand entlang. Dieser bringt uns in den Wald und schließlich wieder vom Schmitzkopf weg.

Zum Sulzbusch

Wir kommen aus dem Wald heraus und blicken auf ein ausgedehntes Getreidefeld. Zwischen diesem und der Hecke rechter Hand wandern wir nun in lockerem Auf und Ab geradeaus. Weiter vorne macht die Hecke einem weiteren Getreidefeld am abfallenden Hang Platz. Somit ist der Blick in Richtung Maifeld wieder frei, davor ragt der bewaldete Höhenzug des Hochsteins in die Szenerie. Dieses wird der letzte Berg des heutigen Tages sein. Am Waldrand biegen wir nach links ab und wandern einige Meter bergab. In einem scharfen Knick geht es nun wieder in den Wald hinein, dort erst ein kurzes Stück mehr oder weniger eben und dann weiter bergab. So kommen wir auf eine breite Schotterstraße, welche der Zuweg zu einem Tuff-Steinbruch ist (betreten verboten!).

Ihr solltet dieser Strasse wie ausgeschildert nach rechts folgen und die nächste Möglichkeit nach wenigen Metern gleich wieder nach links abbiegen. An dieser Stelle fehlt meines Erachtens nach die Ausschilderung, so dass wir leider bis zur Schranke am Tuff-Steinbruch durchgewandert sind.

Nach wenigen Metern bergab kommen wir wieder aus dem Wald heraus und blicken über ein Getreidefeld auf den nächsten bewaldeten Höhenzug, den Sulzbusch. Auf diesen wandern wir nun zu und tauchen auf der gegenüberliegenden Seite wieder in den Wald ein. Auf einem schönen weichen Waldpfad umrunden wir nun den Sulzbusch und erreichen auf der anderen Seite die St. Florian-Hütte. Diese Schutzhütte steht an einem Aussichtspunkt mit Blick auf bewaldete Höhen und Täler in südwestlicher Richtung. Um die Aussicht genießen zu können stehen hier auch Sitzmöglichkeiten. Auch diese Einladung des dritten Berges nehmen wir gerne an und genehmigen uns einen kleinen Zwischensnack.

Zum Hochstein

Von der St. Florian-Hütte wandern wir auf dem Waldweg bergab und biegen weiter unten nach links ab. Schließlich verlassen wir den Wald und wandern auf einem breiten Schotterweg weiter bergab. Dabei springt der Höhenzug des Hochsteins in unser Auge, also der vierte und letzte Berg des heutigen Tages. Unser Weg steigt schließlich wieder an und bringt uns dabei durch ein kurzes Waldstück. Wir wandern nun weiter geradeaus zur Verbindungsstrasse zwischen Bell und Ettringen. Mit dem Übergang vom Sulzbusch zum Fuss des Hochsteins haben wir den wohl unspektakulärsten Abschnitt des heutigen Tages hinter uns gebracht.

Wir zweigen jetzt auf einen schmalen Pfad ab, welcher in geringer Entfernung dem Verlauf der Strasse folgt. Sogleich passieren wir die in die herrliche Landschaft eingefügte Motocross-Strecke des MCC Ettringen. Direkt im Anschluß daran kommen wir wieder an die Strasse.

Wir überqueren die Strasse und stehen nun vor den von außen herrlich anzusehenden Ettringer Höhlen, welche auch Sandkaul genannt werden. Da sich direkt davor ein Parkplatz befindet, herrscht hier auch etwas Betrieb. Leider zeigen die Höhlen und deren Umgebung deutliche Anzeichen menschlichen Treibens. Auf dem Boden liegt Unrat und in der Luft ein strenger Duft. Daher halten wir uns hier auch nicht lange auf und wandern weiter. Oberhalb des Parkplatzes passieren wir eine weitere, kleinere Ansammlung von Höhlen. Dahinter folgen wir einem schmalen Pfad bergauf. Ein Schild weist uns darauf hin, dass nun ein alpiner Anstieg zu erwarten ist. Wie beschrieben geht es den ersten Teil des Weges knackig der Falllinie entlang bergauf. Während des Aufstiegs haben wir einen tollen Blick auf die Pellenz und das Maifeld. Den zweiten Teil des Aufstiegs bewältigen wir in einer Kurve und erreichen am Waldrand einen weiteren Aussichtspunkt mit Liege. Ehrlich gesagt schränkt aber die Vegetation den Blick von hier oben etwas ein. Dennoch ein schöner Ort für eine kurze Pause.

Wir wandern nun wieder ein kurzes Stück durch den Wald bergauf und stossen dann auf einen Querweg. Diesem folgen wir nach links und kommen so direkt zur Genovevahöhle. Zuerst möchten wir uns allerdings den Aussichtspunkt darüber ansehen. Dazu steigen wir die wenigen Stufen zu der kleinen, urigen Plattform auf. Von hier haben wir einen schönen Blick über Baumwipfel auf den Laacher See. Wir steigen nun über die Treppen hinunter zur Genovevahöhle. Um diese erleben zu können sollte man tunlichst eine Taschenlampe oder andere Lichtquelle dabei haben, denn drinnen ist es dunkel wie im Bärenhintern. Für die Kinder ist es jedenfalls ein richtiges Abenteuer und so verbringen wir auch hier einige Augenblicke.

Abstieg und Rückweg

Von der Genovevahöhle folgen wir einem Waldpfad bergab. Auf dem Weg nach unten fällt uns ein Baum sofort ins Auge, die „Dicke Buche“. Ein gewaltiger Baum, der dort am Wegrand steht! Weiter unten kommen wir auf einen breiteren Forstweg und folgen diesem mehr oder weniger eben. Schließlich setzen wir unseren Abstieg auf einem schmalen Pfad durch einen herrlichen Wald fort. Unten angekommen wandern wir noch einmal an Felsformationen am Wegrand vorbei und verlassen kurze Zeit später den Wald wieder.

Wir sind jetzt auf einem herrlichen Wiesenweg angekommen und blicken von oben auf das Kellbachtal. Der Pfad führt uns hinab zum Kellbach, welchen wir auf einer Brücke überqueren. Unmittelbar dahinter beginnt ein Plankenweg, der uns über die saftig grüne Wiese bringt. Nach wenigen Metern enden die Planken und der Weg macht einen Rechtsknick. Wir stehen nun vor dem Erlenbrunnen mit seinen Sitzgelegenheiten. Jetzt müssen wir nur noch wenige Treppen erklimmen und stehen dann wieder vor der Erlenhütte.

Auf dem eingangs erwähnten Zuweg wandern wir zu guter Letzt durch das Kellbachtal vorbei an der Erlenmühle zurück zum Parkplatz.

Fazit

Heute hatten wir einen richtig schönen Wandertag durch eine herrliche Landschaft an der Grenze zwischen Eifel und Mittelrheingebiet. Meine persönlichen Highlights waren sicherlich das Felsengebiet Rauhbuur, die Marxe-Lay sowie die nähere Umgebung der Genovevahöhle. Damit ist die Vier-Berge-Tour eine ausgesprochen abwechslungsreiche und reizvolle Wanderung. Als Randnotiz sei erwähnt, dass bei keinem der vier Berge der tatsächliche Gipfel erklommen wird. Ebenso nennenswert ist, dass die tatsächliche Entfernung von der offiziell angegebenen um bis zu 3km abweichen kann. Insgesamt eine wunderschöne Wanderung, die uns sehr viel Spaß gemacht hat. Tatsächlich war ich kurz davor fünf Sterne zu vergeben, wäre da nicht der unspektakuläre Abschnitt zwischen Sulzbusch und Hochstein gewesen.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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