Traumpfad Pellenzer Seepfad (17,0km)

Nachdem wir letzte Woche auf dem Traumpfad Vier-Berge-Tour bereits im Bereich der Laacher Vulkane unterwegs waren, wollten wir heute den benachbarten Traumpfad Pellenzer Seepfad unter die Lupe nehmen. Die Wettervorhersage war nicht gerade prickelnd, also optimale Voraussetzungen für eine Wanderung unter schwer behangenem Himmel und ohne allzu viele Ausflügler während des Abschnitts am Laacher See anzutreffen. Wie es uns gefallen hat, könnt Ihr dem folgenden Artikel entnehmen. Die gemäß Logger zurückgelegten 17,0km sind in der unten stehenden Karte nachzuvollziehen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 16966 m
Maximale Höhe: 503 m
Minimale Höhe: 285 m
Gesamtanstieg: 992 m
Gesamtabstieg: -992 m
Download file: 20200614-Pellenzer-Seepfad.gpx

Karte: Eifelverein Wanderkarte Nr. 32, Osteifel mit Laacher-See-Gebiet, 1:25.000

Parken

Wir stellen unser Auto auf dem Parkplatz am Tumulus in der Laacherstraße in Nickenich ab. Dort stehen kostenfreie Stellplätze zur Verfügung.

Ausschilderung

Während des gesamten Weges folgen wir der gewohnten Ausschilderung der Traumpfade. Die Route war durchgängig hervorragend ausgeschildert und ließ diesbezüglich keine Wünsche offen.

Traumpfad Pellenzer Seepfad
Während der gesamten Wanderung folgen wir der gewohnten Ausschilderung der Traumpfade

Nördliche Schleife zum Laacher See

Auf dem Parkplatz in Nickenich bestaunen wir zunächst ausgiebig die römische Grabanlage, welche aus dem Tumulus und einem Nischengrab besteht. Anschließend begeben wir uns in wenigen Schritten zum Beginn des Traumpfads. Versehentlich und auch aufgrund ausbleibender Hinweise am Wegweiser entscheiden wir uns dazu, den Weg im Gegenuhrzeigersinn zu beginnen. Zu spät stelle ich fest, dass wir damit entgegen der empfohlenen Laufrichtung wandern. Aufgrund des wetterbedingt geringen Aufkommens sollte das am heutigen Tag aber aber auch kein Problem darstellen.

Es geht zunächst ein wenig bergauf und dann oberhalb der Sportplätze von Nickenich an der Schützenhalle vorbei. Dahinter wandern wir zur L116 hinunter, welcher wir bis zu einer Grillhütte folgen. Hier geht es nun in den Wald hinein, durch welchen wir in wenigen Schwüngen bergauf wandern. Weiter oben verlassen wir den Wald und gelangen zwischen Getreidefelder. An einer Wegkreuzung erreichen wir einen ersten Aussichtspunkt mit Blick auf die Pellenz. Nun geht es wieder etwas bergab an den Ortsrand von Nickenich, wo wir auf eine kleine Kapelle stoßen. Von hier werden wir in spitzwinklig nach links geschickt. Auf einem breiten Weg wandern wir zumeist am Waldrand entlang bergauf und gelangen so zum Aussichtspunkt Pellenzblick. Von einer Bank blicken wir über den zuletzt zurückgelegten Weg auf die Pellenz.

Kurz hinter dem Pellenzblick betreten wir den Wald, welchen wir ein ganzes Stück immer auf demselben Weg durchqueren. Kurz vor dem gegenüberliegenden Waldrand treffen wir an einer Kreuzung auf eine Schutzhütte und eine nostalgische Bank. Dann treten wir aus dem Wald heraus und blicken auf eine Baustelle. Diese passieren wir in einem Bogen und wandern dann entlang der hier beginnenden Halballee „Bäume des Jahres“ direkt auf ein zerfallendes Haus zu, heute ein „lost place“. Dabei handelt es sich um die ehemalige Heimschule von Maria Laach, deren Gründungszeit bis in das Jahr 1927 zurückreicht. Unmittelbar hinter diesem Gebäude treffen wir auf den Aussichtspunkt Siebengebirgs-Panorama. An der hier aufgestellten Bank mit Tisch halten wir unsere verdiente Mittagsrast ab. Dabei lassen wir unseren Blick über Felder bis zum Siebengebirge schweifen.

Nach unserer Mittagspause folgen wir der Halballee „Bäume des Jahres“ weiter, bis diese schließlich am Waldrand endet. Wir wandern geradeaus in den Wald und erreichen nach wenigen Schritten eine Kreuzung im Wald. Von hier unternehmen wir einen kurzen Abstecher, um den Keltischen Baumkreis zu bestaunen. Zurück an der Kreuzung wandern wir nun geradeaus auf den schmalen Pfad und folgen diesem in einer Kurve bis an die L116.

Vorsichtig überqueren wir die Strasse. Auf der anderen Seite setzen wir die Wanderung auf einem breiten Forstweg leicht bergauf fort. An der nächsten Kreuzung halten wir uns rechts und dann gleich wieder links. Auf dem Weg erschnüffeln wir immer wieder den scheußlich-schönen Duft frischer Stinkmorcheln (Phallus impudicus). Einen dieser zu Beginn gut an die Umgebung angepassten Stinkstiefel finden wir sogar. Kurze Zeit nach diesem olfaktorischen Erlebnis, das uns heute noch öfters ereilen soll, stehen wir an der Ahrefeld-Hütte, von wo aus der Abstieg zum Laacher See beginnt.

Am Laacher See

An besagter Kreuzung folgen wir einem schmalen Pfad bergab. Die erste Hälfte des Abstiegs wandern wir geradeaus auf den Laacher See zu. Nun beginnt auch der See durch die Bäume zu schimmern. Den zweiten Teil bergab bewältigen wir über Serpentinen, bis wir schließlich auf dem breiten Schotterweg oberhalb des Sees ankommen.

Wir folgen dem Schotterweg ein ganzes Stück durch den Wald. Weiter vorne möchten wir uns das Schauspiel der Mofetten am Ostufer natürlich nicht entgehen lassen. Um in diese geologisch interessante Welt einzutreten, müssen wir aber administrative Grenzen überwinden. Streng genommen treten wir jetzt nämlich aus dem Landkreis Mayen-Koblenz (Weg) in den Landkreis Ahrweiler (Seeufer) über. Das ist zwar nicht weit, dafür aber umso steiler. Gutes Profil an den Schuhen ist hierbei ausgesprochen hilfreich. Rutschend kommen wir am Ufer an und bestaunen die blubbernden Mofetten im Wasser. Dabei handelt es sich um einen sichtbaren Nachweis der heute noch vorhandenen geologischen Aktivität tief unter dem Laacher See. Weitere Informationen sind auf einer Tafel vor Ort aufbereitet. Die unmittelbar am Ufer aufsteigenden Kohlenstoffdioxid-Blasen sind jedenfalls ein Naturerlebnis für Augen, Ohren und Nase. Außerdem bietet sich uns von hier aus auch ein freier Blick auf die Abtei Maria Laach an der anderen Uferseite. Nach einer ausgiebigen Pause an dieser herrlichen Stelle machen wir uns wieder auf den Weg.

Im Folgenden treffen wir zuerst auf Überreste des Lavastroms des Lorenzfelsens und dann auf den ehemaligen Schlackenvulkan „Alte Burg“. Beide Stellen werden anhand einer Info-Tafel vor Ort erklärt. Wir verlassen nun den Wald und wandern auf einem asphaltierten Weg am Waldrand entlang. Dabei entfernen wir uns zunehmend vom Laacher See, den wir ab und zu durch die Bäume hindurch ausschnittsweise noch erblicken. An der nächsten Kreuzung mitten auf dem Feld halten wir uns bergauf nach links. Am Waldrand treffen wir auf das “Kreuz am Walde“ mit Bänken. Von dort werfen wir einen letzten Blick über Getreidefelder auf den Laacher See und folgen dann dem Schotterweg in den Wald hinein.

Aufstieg zur Teufelskanzel

Auf dem breiten Weg folgt nun ein unspektakulärer und damit langwieriger Aufstieg durch den Wald. Erwähnenswert ist fortan hingegen die hohe Dichte an Tollkirschen (Atropa belladonna) am Wegrand. Weiter oben biegen wir rechts ab und wandern fortan recht eben weiter. Ab der nächsten Kreuzung beschreibt der nunmehr wieder ansteigende Weg ein S, währenddessen wir gleich an drei Aussichtspunkten vorbeikommen. Dabei blicken wir über den Krufter Waldsee in die Pellenz bei Kruft und Plaidt bzw. über den Flugplatz Mendig in Richtung Maifeld. Außerdem erschrecken wir über ein auf dem Boden liegendes, totes Exemplar eines stattlichen männlichen Hirschkäfers (Lucanus cervus). Jetzt sind es nur noch wenige Schritte und wir erblicken das Geländer der Teufelskanzel vor uns. Dem Geländer entlang gelangen wir sogleich zu dem Aussichtspunkt mit Bänken auf der Teufelskanzel. Von dort haben wir einen herrlichen Blick über den Krufter Waldsee in die Pellenz bei Kruft und Plaidt. Hier lohnt es sich etwas zu verweilen!

Zurück über den Krufter Waldsee

Es folgt nun der Abstieg von der Teufelskanzel, welcher auf der Webseite des Traumpfads als alpine Streckenführung beschrieben wird. Hierbei wandern wir in Serpentinen steil bergab. Dabei passieren wir eine imposante Felsformation und umgehen einen Felsblock auf Stufen mit Geländer. Danach können wir den Schwung in einer weiten Schleife auslaufen. Auf einem mal schmäleren mal breiteren Pfad geht es eigentlich immer leicht bergab durch den Wald, bis wir von oben durch die Bäume den Krufter Waldsee erkennen. An diesem wandern wir nun vorbei und kommen an einer Kreuzung zu einem Rastplatz mit der großen Rübezahl-Bank und den hölzernen Wanderschuhen. Vom Rastplatz wollen wir einen Abstecher zum Waldsee unternehmen, kommen aber nur bis zum Tor. Der Waldsee ist leider wegen CORONA geschlossen. Daher machen wir eine kurze Pause am Rastplatz.

Es folgt nun ein ganzes Stück währenddessen wir recht eintönig durch den Wald schlendern. Auffällig sind jedoch die großen Bestände des hochgiftigen Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea), welche uns heute regelmäßig am Wegrand begleiten. Ebenso begleiten uns am Wegrand hölzerne Tierfiguren, welche aber ihren Zenit bereits überschritten haben und dem Verfall preisgegeben sind.

Schließlich kommen wir zu einem Aussichtspunkt mit Blick in die Lavagrube Eppelsberg. Leider hat die Vegetation bereits einen gebührenden Teil des Blicks für sich eingenommen. Dennoch bekommt man von hier einen schönen Eindruck vom Inneren der Lavagrube. Nur etwas später entlang des Weges erreichen wir einen Wegweiser, auf welchem die Hermann-Hütte ausgeschildert ist. Diese ist auf der Webseite des Traumpfads als lohnenswerter Abstecher mit großartigem Panoramablick ausgelobt. Ein Bild hiervon habe ich beigefügt, möge sich jeder seinen Teil selbst dazu denken. Wir gehen zurück zum Weg und verlassen kurze Zeit später den Wald. Nach der folgenden Schleife wandern wir ein ganzes Stück an der beeindruckenden Aschewand des Laacher-See-Vulkans entlang. Gleich dahinter geht es für ein kurzes Stück durch den Wald, anschließend folgen wir dem Waldrand. Über einen schmalen Wiesenpfad kommen wir in ein letztes Waldstück, in welchem herrliche Bäume am Wegesrand stehen. Dann stehen wir plötzlich vor dem Wegweiser an welchem wir den Traumpfad heute Morgen begonnen haben und wandern die wenigen Schritte zum Parkplatz zurück.

Fazit

Das versehentliche Wandern entgegen der empfohlenen Gehrichtung kann einerseits als Glücksfall betrachtet werden, schließlich lagen alle Highlights in der zweiten Hälfte der Wanderung. Diese sind meines Erachtens nach die Mofetten am Laacher See, die Teufelskanzel und die Aschewand. Vorteil der empfohlenen Gehrichtung ist sicherlich der knackige Aufstieg zur Teufelskanzel und das anschließende Bergabwandern auf einem nicht allzu attraktiven Waldweg. Wie in anderen Rezensionen bereits zu lesen, setzt sich dieser Traumpfad nahezu ausschließlich aus breiten Wegen zusammen. Für mich ist der Pellenzer Seepfad klar einer der schwächeren Traumpfade. Im direkten Vergleich mag ich daher nur drei Sterne vergeben.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.