Schieferregion Kaulenbachtal (14,8km)

Durch eine Internet-Recherche bin ich zufällig über die Themenwanderung Schieferregion Kaulenbachtal in der Nähe von Kaisersesch gestolpert. Die Beschreibung liest sich sehr abenteuerlich und interessant, daher konnte ich den Familienrat schnell für eine Umsetzung gewinnen. Im folgenden Artikel möchte ich Euch Euch schildern, wie uns dieser Weg gefallen hat, den wir heute gewandert sind. Die gemäß Logger zurückgelegten 14,8km könnt Ihr der beigefügten Übersichtskarte entnehmen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 14776 m
Maximale Höhe: 607 m
Minimale Höhe: 404 m
Gesamtanstieg: 623 m
Gesamtabstieg: -636 m
Download file: 20200621-Schieferregion-Kaulenbachtal.gpx

Karte: Eifelverein Wanderkarte Nr. 21, Ulmen, 1:25.000

Parken

Wir parken kostenfrei auf dem Parkplatz vor dem Hotel Eifelperle in Laubach (Eifelstr. 34). Weitere Park- und Startmöglichkeiten bestehen gemäß Flyer auch in Müllenbach (Schieferlandhalle / Holzweg) sowie in Leienkaul (Gemeindehaus / Grubenstr.). Außerdem könnte auch am tiefsten Punkt der Wanderung, auf dem Parkplatz der Wallfahrtskirche Maria Martental geparkt werden.

Ausschilderung

Während des gesamten Weges folgen wir der Ausschilderung „Schieferregion Kaulenbachtal“, die keine Wünsche offen läßt. Aufgrund der Dichte der Markierungen kann man sich praktisch nicht verlaufen. Immer wieder wird mit Hilfe von Wegweisern auf die zu ausgewählten Zwischenzielen noch zurückzulegende Distanz in beide Richtungen hingewiesen.

Schieferregion Kaulenbachtal
Während des gesamten Tages folgen wir der Ausschilderung des Wanderweges Schieferregion Kaulenbachtal

Von Laubach nach Müllenbach

Wie beschrieben beginnen wir die Wanderung in Laubach am Parkplatz vor dem Hotel Eifelperle. Wer möchte, der kann sich zunächst zur Bushaltestelle auf die andere Straßenseite begeben. Dort befindet sich eine Übersichtstafel zu unserem heutigen Wanderweg. Anschließend wandern wir in südlicher Richtung, rechts neben der Straße, auf einem Wiesenweg am Feldrand entlang. Kurze Zeit später biegen wir nach rechts ab und blicken fortan über die Felder zurück auf die Ausläufer von Laubach. Dann wandern wir nach links in den Wald hinein und lassen den Blick auf Laubach für längere Zeit hinter uns.

Nach dem Durchqueren des kleinen Waldstücks auf lauschigem Pfad stehen wir am Aussichtspunkt „Die Höhe“ und haben den höchsten Punkt um Müllenbach herum erreicht. Dieser Ortschaft wandern wir nun auf asphaltiertem Weg bei schöner Weitsicht bergab entgegen. Schnell erreichen wir den Ortsrand von Müllenbach und gehen steil bergab auf die Kirche St. Hubertus zu. Vor dieser biegen wir nach links ab und drehen eine Schleife durch den Ort. Währenddessen haben wir noch einmal durch die Bäume hindurch einen tollen Blick auf St. Hubertus. Am anderen Ortsende verlassen wir Müllenbach wieder auf dem Heuweg und machen uns auf zu den Schiefergruben im Kaulenbachtal.

Schiefergruben im Kaulenbachtal

Auf einem Schotterweg wandern wir nun in ein Waldstück hinein. Durch die Bäume erhaschen wir einen flüchtigen Blick auf die markant aus der Landschaft herausragende Schieferhalde der Grube Maria-Schacht samt dem darauf befindlichen Aussichtspunkt. Dort werden wir den Abschnitt durch die Schiefergruben später beschließen. Zunächst wandern wir aber weiter und kommen an eine Kreuzung, an welcher wir nach rechts abbiegen. Von nun an folgen wir dem einstigen Verlauf der Grubenbahn, dem Bähnchen. Kurze Zeit später stehen wir am Heinz-Peters-Platz, wo wir auf eine Rastgelegenheit, eine Info-Tafel und die erste Lore des Tages treffen. Weiter geht es dem Bähnchen entlang, bis wir an der Grube Colonia aus dem Wald heraustreten.

Es folgt nun der thematische Schwerpunkt und auch das absolute Highlight der Wanderung. Vor uns breitet sich das Gelände der ehemaligen Grube Colonia aus. Linker Hand ist der Eingang zum heute verschlossenen Julius-Stollen während rechter Hand eine ausgedehnte Schieferhalde zum Kaulenbach abfällt. Gegenüber schließt eine Schieferhalde an, welche zur Grube Höllenpforte reicht. Darüber folgt eine weitere Schieferhalde, welche sich bis zum Aussichtspunkt der ehemaligen Grube Maria-Schacht ausdehnt. In der v-förmigen Talsenke blicken wir auf die Holzkaul. Wir gehen vorbei an der oben aufgestellten Sinnesgrube weiter des Weges und stehen nun vor einem Abhang in südlicher Richtung, an welchem zwei Bänke aufgestellt sind. Im Tal unter uns erkennen wir die Herrenwiese mit dem restaurierten Spalthaus. Alle diese Punkte werden wir nun nacheinander sowohl aus Nah als auch aus Fern näher betrachten können.

Am Ende der Geländes der ehemaligen Grube Colonia steigen wir durch den Wald hinab. Auf etwa halber Höhe erreichen wir den Aussichtspunkt “Haldenpanorama Grube Mosella“, von wo aus wir einen schönen Blick auf die Herrenwiese samt Spalthaus haben. In wenigen Schritten wandern wir nun dorthin. Auf der Herrenwiese wandern wir zunächst an einigen Grundmauern ehemaliger Häuser vorbei. Das Spalthaus selbst ist geöffnet, darin befinden sich nebst einigen Bänken und Tischen auch mehrere Informationstafeln zur hiesigen Fauna und Flora. Denn das Kaulenbachtal ist auch ein Naturschutzgebiet und dienst einigen Arten als Refugium. Wir verlassen das Spalthaus wieder und folgen dem Weg in wenigen Schritten zum Salamanderteich, der durch den Kaulenbach gespeist wird. Darin schwimmen tatsächlich einige Kaulquappen, die wir allerdings nicht zuordnen können. Weiter geht es nun auf einem schmalen Pfad in Richtung Holzkaul. Links und rechts ragen direkt neben uns die Schieferhalden in die Höhe. Wir bewegen uns hier in einer eindrucksvollen und absolut sehenswerten Kulturlandschaft. Am Ausgang des Hohlwegs durch die Schieferhalden weitet sich das Tal v-fömrig. Wir wandern nun leicht bergauf zur Holzkaul, wo wiederum einige Grundmauern einstiger Gebäude zu finden sind. Wir wenden uns nun wieder in Richtung Süden und wandern in wenigen Augenblicken bergauf zur Grube Höllentalpforte. Dort finden wir rechts eine Bank mit Blick auf die Herrenwiese und links eine Sinnesliege hinter welcher die Schieferhalde mit dem Aussichtspunkt Maria-Schacht aufragt. Diesen herrlichen Ort befinden wir als perfekt für eine ausgiebige Mittagsrast geeignet.

Nach der Pause geht es direkt hinter der Grube Höllenpforte in den Wald hinein. Wir wandern nun auf recht felsigem Untergrund bergauf. Streckenweise kann man auf dem Weg die Spuren der Wagen erkennen, welche zum Abtransport des Schiefers genutzt wurden. Dieser Weg bringt uns schließlich an den Waldrand und nach einer Kehre zu den Ausläufern von Leienkaul. An einer Stelle entlang des Weges haben wir einen besonders tollen Blick auf den Aussichtspunkt Maria-Schacht mit der Ortschaft Müllenbach im Hintergrund. Von der Straße werden wir schließlich auf einen schmalen Pfad geleitet, welcher uns durch den Wald zur ehemaligen Grube Maria-Schacht und dem vorgelagerten Aussichtspunkt bringt.

An einer Info-Tafel geht es vorbei zu einer Bank, von wo aus wir einen hervorragenden Blick von oben auf die eben durchwanderten Schiefergruben im Kaulenbachtal haben. Weiter vorne auf dem Vorsprung kommen wir zu einer Lore und anschließend zum Geländer der Aussichtsplattform. Diesen herrlichen Blick auf das Kaulenbachtal einerseits und in Richtung Müllenbach andererseits haben wir uns redlich verdient. Nahezu den gesamten bislang zurückgelegten Weg können wir von hier nachvollziehen. Allzu gerne würden wir hier länger verweilen. Da wir aber noch einen Gutteil des Weges vor uns haben, setzen wir unseren Weg mit beeindruckenden Impressionen im Gepäck fort.

Schleife zur Wallfahrtskirche Maria Martental

Auf Straßen durchwandern wir die Ortschaft Leienkaul bis zum Ortsrand. Dort folgen wir einem asphaltierten Weg bergab, der uns an weiteren vereinzelten Häusern vorbeiführt. Hinter dem letzten dieser Häuser hört die Straße auf und ein Forstweg beginnt. Auf diesem setzen wir unseren Abstieg durch den mal mehr mal weniger offenen Wald fort. Am tiefsten Punkt der heutigen Wanderung erreichen wir den Parkplatz und die Wallfahrtskirche Maria Martental. Wir umrunden diese nun einmal und lassen die Eindrück auf uns wirken. Wer an dieser Stelle Interesse und Zeit hat, der kann einen weiteren Abstecher zum Kloster Maria Martental unternehmen. Die haben wir heute nicht und somit bereiten wir uns auf den nun folgenden Aufstieg vor.

Dazu geht es am Ende des Parkplatzes auf einen schmalen Waldpfad, der uns sogleich auf einer schönen Brücke über einen kleinen Bachlauf bringt. Auf dem lauschigen Pfad geht es parallel zu unserem vorherigen Abstieg zunächst entlang des Bachlaufs bergauf. Dabei kommen wir immer wieder an Bildstöcken mit Bänken vorbei und weiter oben an einem Gotteshäuschen. Hier queren wir zum vierten und letzten Mal den bereits beschriebenen Bach. Nun setzen wir den Aufstieg auf einem Schotterweg fort und kommen bei den Ausläufern von Leienkaul auf einen asphaltierten Weg. Dieser beschreibt anschließend eine Schleife mit Blick auf das Kloster Maria Martental.

Rückweg über Leienkaul

Auf dem asphaltierten Weg wandern wir in der prallen Hitze schwitzend bergauf direkt in die Ortsmitte von Leienkaul. Zuvor passieren wir am Ortsrand aber noch einen recht großzügig angelegten, schönen Spielplatz. An der Kirche vorbei geht es weiter bergauf. Oberhalb der letzten Häuserzeile wandern wir nun mit Blick über die herrlich am Hang liegende Ortschaft. Schließlich verlassen wir Leienkaul auf einem Schotterweg bergauf, welcher kurze Zeit später zu einem schönen Wald- und Wiesenweg wird. Zumeist am Waldrand entlang gelangen wir so wieder auf einen asphaltierten Weg, der uns direkt auf die L52 zuführt.

Wir erreichen die L52 und biegen hier links ab. Nun wandern wir entlang eines Feldes und haben unser Tagesziel Laubach schon wieder fest im Blick. Zunächst wandern wir parallel zur Kreisstraße und knicken später nach rechts ab. Wir wandern nun über herrlich gefärbte Felder bergauf bis zum Waldrand. An einer Liege machen wir eine kurze Rast und genießen den Blick über die Felder in die Weite der Landschaft. Weiter geht es nun durch ein kleines Waldstück an dessen Ende bei einer Schutzhütte eine weitere Liege mit Blick über Laubach auf müde Wanderer wartet. Der Weg bringt uns nun um die Ecke, bis wir kurze Zeit später nach rechts geleitet werden. Ungläubig starren wir auf den steilen Wiesenpfad, dem wir folgen sollen. Dieser bringt uns zu dem Aussichtspunkt „Alte Schanze“, auf welchem ein kleiner hölzerner Turm aufgestellt ist. Leider ist das Betreten aber wegen der derzeit vorherrschenden Kontaktbeschränkungen noch untersagt. Wir wandern daher noch ein kurzes Stück mit tollem Blick auf Laubach am Waldrand entlang, bevor wir auf den unlängst verlassenen Weg zurückkommen. Kurze Zeit später haben wir die ersten Häuser von Laubach erreicht.

In Laubach passieren wir zunächst den Friedhof und dann einen Naturspielplatz. Anschließend geht es leicht bergauf zur L52, Hauptdurchgehungsstraße. Dieser folgen wir erst kurz und überqueren sie dann. Nach einer kleinen Schleife durch ein Industie- und Wohngebiet stoßen wir wieder zur L52 zurück, welcher wir in wenigen Schritten zurück zu unserem Parkplatz folgen.

Impressionen vom Wegrand

An dieser Stelle möchte ich nach langer Zeit mal wieder ein Bild nachreichen. Im Bereich der Holzkaul trafen wir auf eine weibliche Kürbisspinne (Araniella cucurbitina), welche sich auf einem alten Gemäuer Ihren Lebensunterhalt erarbeitete. Ab und zu hielt sie tatsächlich still, so dass ich einige Bilder machen konnte. Zur Verdeutlichung der Größenverhältnisse: Der Bildausschnitt ist in der Realität ca. 3cm groß.

Schieferregion Kaulenbachtal
Auf einem Gemäuer finden wir ein Weibchen der Kürbisspinne (Araniella cucurbitina)

Fazit

Da es sich hierbei um eine Themenwanderung handelt, lässt sie sich sicherlich nicht nur anhand der Attraktivität der Wege bewerten. Die Wege an sich waren mehrheitlich eher breit und machten nicht den Reiz aus. Dieser lag vielmehr im hautnahen Erleben der eindrucksvollen Kulturlandschaft der Schiefergruben im Kaulenbachtal. Hierfür sollte man auch ausgiebig Zeit einplanen, insbesondere mit Kindern. Immer wieder waren wir auch von den Aussichten entlang des Weges sehr angetan. Insgesamt hatten wir einen richtig schönen Tag!

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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