Vögel, Feldhasen, Nutrias und Rehe im April

Die frühen Morgenstunden nutzte ich im vergangenen Monat regelmäßig zu Ausflügen mit der Kamera in die Natur. Dabei suchte ich immer wieder dasselbe Gebiet unweit meines Wohnortes auf. Das birgt insbesondere den Vorteil, dass man die dort beheimateten Arten immer besser kennenlernt. Nach ein paar Tagen war ich mit den Revieren und den Fluchtdistanzen der Tiere vertraut. Ich wusste also, wo ich mit welchen Arten rechnen konnte. Das genaue Beobachten und Verstehen der wiederkehrenden Verhaltensmuster der Tiere ist das Fundament für gute Bilder. Daher entstanden zunächst eher dokumentarische Aufnahmen, mit der Zeit konnte ich mich dann mehr gestalterisch betätigen. Als Grundausstattung kamen mein 600mm Supertele samt 2-fach Konverter am Vollformat-Gehäuse zum Einsatz. Da diese Kombination mit knapp 5kg doch recht gewichtig ist, nutzte ich mehrheitlich ein Einbeinstativ, für welches ich zuvor einen kräftigeren Einwegeneiger kaufte.

Vögel

Insbesondere bei den kleinen Vögelchen und deren Fluchtdistanzen kann man nie genügend Brennweite haben. Die meisten der Vogelbilder sind also tatsächlich pirschenderweise mit 1200mm Brennweite zustande gekommen. Teilweise kam aber auch mein Tarnüberwurf zum Einsatz, wie z.B. bei dem letzten Eisvogelbild. Für andere Bilder, wie z.B. das der Heckenbraunelle, nutzte ich die Fokussierung und Auslösung über die Camera Connect App auf dem iPad. Dazu musste aber zuvor eine Festlegung auf einen bestimmten Zaunpfahl erfolgen. Dann hieß es warten und hoffen. Nun findet Ihr aber eine kleine Auswahl meiner Vogelbilder aus dem vergangenen April.

Feldhasen

Begegnungen mit Feldhasen hatte ich im vergangenen Monat mehrere. Meistens sind sie schon aus weiter Entfernung vor mir geflohen. Ausharren zahlte sich schließlich aus. Eigentlich beobachtete ich gerade Vögel und wartete auf eine fotografische Gelegenheit. Dann sah ich Meister Lampe auf dem Weg unmittelbar auf mich zuhoppeln. Ich setzte mich ganz langsam auf den Boden und brachte die Kamera in Anschlag. Der Feldhase kam näher, hielt an, machte Männchen, beobachtete und kam noch näher. Am Ende war er so nah, dass ich ihn nicht mehr ganz ablichten konnte. Schließlich merkte er, dass da doch etwas faul ist und hoppelte dann davon. Ein anderes Mal pirschte ich mich an einen Hasen heran, der gerade auf dem Weg saß. Er begann dann mit Schattenboxen und setzte sich wieder hin. Kurze Zeit später querte ein Reh hinter ihm den Weg. Das waren für mich wirklich tolle Naturerlebnisse.

Nutrias

Die Nutria konnte ich ja schon an der Ahr beobachten. Dabei waren die posierlichen Tierchen immer im Wasser und immer triefend nass. Jetzt konnte ich auch trockene Exemplare an Land beobachten. Dabei war ich überrascht, wie zottelig deren Fell ist. Eine weitere und auch schönere fotografische Gelegenheit bot sich allerdings als eine Nutria gerade im Wasser schwamm.

Rehe

Rehe habe ich eigentlich jeden Tag gesehen. Ich hatte auch den Eindruck, dass sie mir gegenüber mit der Zeit weniger schreckhaft wurden. So ergaben sich auch mehrere fotografische Gelegenheiten. Besonders erwähnenswert waren zwei Rehböcke, welche aus einer Obstanlage direkt auf mich zurannten. Ich setzte mich auf den Weg und wartete, was wohl passieren wird. Einer der beiden Böcke kam recht nahe und begann erst sehr spät mich wahrzunehmen. In diesem Moment hob er das linke Vorderbein und lief schließlich wieder davon. Ein anderes Mal war ich mit meiner Ältesten zum Sonnenuntergang bei den Rehen. Von unserem Standort fotografierte ich genau in Richtung der untergehenden Sonne. Die dabei entstehenden Farben sind einfach grandios. Die Konturen der Rehe schimmerten vom Sonnenlicht. Die Tiere waren völlig entspannt und bewegten sich kaum. Man merkte, dass April noch Schonzeit ist. All das waren tolle Erlebnisse!

Fazit

Ich habe viele Stunden in diesem herrlichen Kleinod vor der eigenen Haustüre verbracht. Natürlich war ich nicht jeden Tag mit meiner fotografischen Ausbeute zufrieden. Es gehört in der Naturfotografie dazu, öfters auch mal leer auszugehen. Aber jeder Versuch macht klüger. Über die angetroffenen Arten habe ich in diesem einen Monat durch die Beobachtungen schon sehr viel dazu gelernt. Jeden Tag hatte ich tolle Naturerlebnisse, selbst wenn keine verwertbaren Bilder entstanden sind. Durch die doch recht hohe Anzahl der Bilder konnte ich auch meine Kamera besser kennenlernen. Ich freue mich daher schon auf die nächsten Ausflüge!

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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