Grafschaft-Pfad bei Manderscheid (16,3km)

Durch Recherche im Internet wurde ich auf die Vulkaneifel-Pfade aufmerksam. Aufgrund der Entfernung fiel mir dabei sofort der Grafschaft-Pfad bei Manderscheid ins Auge. Die herrliche Kulisse der Manderscheider Burgen und der Ausblick auf erfrischende Pausen an der Lieser sprachen uns unmittelbar an. Wie uns diese Wanderung nun tatsächlich gefallen hat, könnt Ihr im Folgenden lesen. Die gemäß Logger zurückgelegten 16,3km sowie den optionalen 0,4km langen Abstecher zum Kaisertempelchen könnt Ihr der beigefügten Karte entnehmen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 16629 m
Maximale Höhe: 519 m
Minimale Höhe: 320 m
Gesamtanstieg: 994 m
Gesamtabstieg: -1000 m
Download file: 20200521-Grafschaft-Pfad.gpx

Karte: Eifelverein Wanderkarte Nr. 33, Vulkaneifel um Manderscheid, 1:25.000

Der geneigte Leser mag durch meine Entfernungsangabe irritiert sein, ist diese doch ca. 2km länger als die in der offiziellen Beschreibung. Letztere berücksichtigt allerdings nicht den Zuweg zum Startpunkt der Tour. Dieser ist zwingend auf dem Hin- und Rückweg zu gehen, da der Startpunkt des Grafschaft-Pfads nicht an einen Parkplatz angebunden ist. Das sollte meiner Ansicht nach bei der Planung durchaus Berücksichtigung finden.

Parken

Aufgrund der Anreise kommen wir erst kurz nach 10Uhr am vorgesehenen Parkplatz Burgenblick in Manderscheid an. Wir haben Glück und bekommen einen der letzten freien Stellplätze, welche hier kostenfrei zur Verfügung stehen. Um sicher zu gehen empfiehlt sich daher eine zeitige Anreise.

Ausschilderung

Zu Beginn und am Ende folgen wir der Ausschilderung „Zuweg Vulkaneifel-Pfade“ zwischen dem Parkplatz und dem eigentlichen Startpunkt des Rundwegs. An dem Wegweiser gegenüber des Parkplatzes hätte ich mir einen entsprechenden Hinweis auf diese Wanderung gewünscht. Ansonsten ist der Zuweg hinreichend ausgeschildert.

Ab dem Startpunkt folgen wir der Ausschilderung „Vulkaneifel-Pfade Grafschaft-Pfad“. Bis auf eine Stelle (Abbiegung in Richtung Schutzhütte Waidmannslust während des Aufstiegs aus dem Liesertal) ist auch der Grafschaft-Pfad hinreichend ausgeschildert. Es empfiehlt sich dennoch bei jeder Wanderung, eine Karte (je nach eigenem Gusto digital oder analog) mitzuführen.

Zuweg

Wie bereits geschildert, müssen wir einen Zuweg nutzen, um zum Startpunkt des Grafschaft-Pfads zu gelangen. Dazu überqueren wir vom Parkplatz aus die Grafenstrasse und folgen der gegenüberliegenden kleinen Strasse geradeaus an einem Wegweiser vorbei. Kurze Zeit später erblicken wir die erste Zuweg-Ausschilderung, welche uns nach links auf einen schmalen Pfad schickt. Schon jetzt haben wir immer wieder einen schönen Blick auf die Manderscheider Burgen. Wenig später kommen wir an die Balduinshütte. Leider haben wir nur einen eingeschränkten Burgenblick von hier. Der anschließend breitere Weg bringt uns dann aber zu einem Aussichtspunkt mit Sitzgelegenheiten, von wo aus sich ein toller Blick auf die Manderscheider Burgen bietet. Von hier aus wandern wir in wenigen Schritten geradeaus auf den Wegweiser zu, welcher den Startpunkt des Grafschaft-Pfads markiert.

Ab und Auf nach Pantenburg

Gleich zu Beginn stehen wir an der Pellenzkanzel und blicken aus luftiger Höhe in das Liesertal. Dorthin soll es nun als nächstes gehen. Dazu nutzen wir den schmalen Bergpfad, der schon in der ersten Kehre an eine Freifläche kommt. Der Karte entnehmen wir, dass hier wohl einst die Schmitthütte stand. Weiter geht es auf dem großartigen Pfad über Stock und Stein bergab. Knorrige Bäume begleiten uns auf dem Weg nach unten, während wir der Lieser immer näher kommen. Im Tal angekommen überqueren erst den Zufluss zum Burgweiher und dann die Lieser auf einer Brücke. Obwohl wir erst unlängst losgelaufen sind, dürfen die Kinder erst einmal ausgiebig am Wasser spielen. Die Natur mit allen Sinnen zu erleben ist schließlich essentieller Bestandteil des Wanderns!

Nach dieser Pause geht es auch sogleich wieder bergauf. Zunächst folgen wir einem herrlichen Wanderpfad, teilweise drahtseilgesichert (nicht gefährlich). Dieser wird dann zu einem breiten Waldweg, der in Serpentinen nach oben führt. Nachdem dieser ein S beschrieben hat, folgt die eingangs beschriebene Stelle. Jetzt heißt es aufpassen, da sich in dieser Kurve keine Ausschilderung befindet. Hier müssen wir uns scharf links auf einen Trampelpfad halten und erkennen dann auch das nächste Schild in wenigen Metern Entfernung. Auf diesem herrlichen Pfad passieren wir einen ersten Aussichtspunkt und kommen dann zur Schutzhütte Waidmannslust. Von hier haben wir einen tollen Blick auf die Robertskanzel (besuchen wir später noch), unseren Abstieg ins Liesertal und die Manderscheider Burgen. Dieser herrliche Pfad wird in Etappen langsam breiter, bis wir auf einen anderen Pfad abbiegen. Durch üppige Vegetation bringt uns dieser dann über einen asphaltierten Weg an die Kreisstrasse. Entlang dieser wandern wir in kurzer Zeit bis zur Ortschaft Pantenburg.

Von Pantenburg nach Laufeld

Die Sonne steht inzwischen recht hoch am Himmel und uns steht der eher spärlich bedeckte Teil des Weges bevor. Dabei durchqueren wir die Ortschaft Pantenburg und kommen in deren Mitte an der Kirche St. Brigida vorbei. In der abknickenden Grafenstrasse wandern wir geradeaus auf einer Seitenstrasse weiter. Schnell verlassen wir Pantenburg und wandern an Wiesen und Feldern vorbei zum Sportplatz. Unmittelbar hinter diesem kommen wir wieder in ein Waldstück.

Im Wald geht es nun auf einem breiten Forstweg hinab zum Dohmbach. Sehr zur Freude der Kinder treffen wir auf dem Weg nach unten auf eine immense Ringelnatter. Dem für uns vom Weg aus nicht einsehbaren Dohmbach entlang geht es dann durch das Tal, bis uns ein Wegweiser nach rechts wieder bergauf schickt. Ein Stück geht es noch durch den Wald, dann kommen wir auf einem asphaltierten Weg wieder auf das freie Feld.

In der Sonne müht sich der Nachwuchs langsam nach oben. Wir kommen an einer Kapelle vorbei und erreichen oben eine weitere. Von hier aus sehen wir bereits die Kirche St. Willibrord aus den Dächern von Laufeld herausragen. Ab hier geht es bergab in die Ortschaft hinein. Kurz bevor wir die Kirche erreichen führt uns der Weg nach rechts in die Lieserstrasse. Auf dieser verlassen wir Laufeld auch schon wieder. Ein kurzes Stück geht es auf einem Feldweg geradeaus weiter, bis uns ein weiterer Wegweiser bergab nach links schickt.

Durch das Falbachtal

Auf dem nun folgenden Feldweg wandern wir hinab in das Falbachtal. Dort treffen wir auch sogleich auf einen offenen Steinbruch, dem eine Rastgelegenheit gegenüber steht. Anschließend überqueren wir in einer Kehre den Falbach und folgen dessen Verlauf fortan auf einem Schotterweg. Dieser Abschnitt zieht sich leider etwas in die Länge und kann auf den Einzelnen etwas monoton wirken. Daher möchte ich zu diesem Abschnitt auch nicht viel mehr schreiben. Wir wandern eine ganze Zeit lang geradeaus, bis wir an einer Abzweigung auf eine Furt im Falbach treffen. Hier legen wir eine kleine Rast ein und gehen anschließend auf dem Pfad nach links bergauf. Kurze Zeit später treffen wir auf den Eifelsteig und den Lieser-Pfad, denen wir fortan folgen.

Zurück über Liesertal und Zuweg

Auf dem Lieser-Pfad wird der Weg auch wieder richtig gut. Nach dem kurzen Aufstieg folgt wieder ein Abstieg zur Lieser, einschließlich deren Überquerung auf einer hölzernen Brücke. Ein kurzes Stück folgen wir einem Schotterweg bergauf, werden aber schnell wieder auf einen lauschigen Waldpfad gelotst.

Unser Weg ist immer wieder mit Holzelementen verstärkt oder mit Drahtseilen gesichert. Schwierige Passagen sind dabei nicht zu bewältigen, schön fürs Auge sind sie aber allemal. So gelangen wir zur Schutzhütte Weifelsjunk. Leider ist die Aussicht von hier recht eingeschränkt. Weiter geht es auf dem herrlichen Pfad hoch über der Lieser zum Philosopheneck, von wo aus Wandernde den Blick auf die gegenüber liegenden bewaldeten Hänge schweifen lassen können. Im Verlauf wird der Wald um den Weg herum teilweise etwas offener, so dass wir auch den ein oder anderen Blick in Richtung Liesertal werfen können. Schließlich erreichen wir eine weitere Schutzhütte, die Robertskanzel. Von hier aus haben wir einen tollen Blick auf den Manderscheider Burgweiher, welcher aufgrund der lautstark feiernden Vatertagsbesucher nicht ganz so friedlich unter uns im Tal liegt. Von hier aus ist es nicht mehr weit, bis wir unsere Runde vervollständigt haben und wieder am Startpunkt unserer Wanderung stehen. Auf dem zuvor beschriebenen Zuweg geht es nun wieder zurück zum Parkplatz.

Abstecher zum Kaisertempelchen

Wer jetzt noch nicht genug hat und gerne eine andere Perspektive auf die Manderscheider Burgen erlangen möchte, der sollte sich noch zum Kaisertempelchen aufmachen. Dafür ist ein kurzer Fußmarsch von nicht ganz 200m erforderlich. Einerseits ist das Tempelchen schon sehenswert, andererseits hat man von hier einen besseren Blick auf die räumliche Entfernung der beiden Burgen. So musste ich schon einige Bilder zusammenfügen, um das unten beigefügte Panorama erstellen zu können. Nach einer kurzen Pause geht es die knapp 200m zurück zum Auto. Ein schöner Abschluss dieser tollen Tour!

Fazit

Der Grafschaft-Pfad hat einiges zu bieten. Schon zu Beginn wartet mit den Manderscheider Burgen ein absolutes Highlight auf die Wanderer. Den schönsten Blick hatten wir von dem Aussichtspunkt am Zuweg und vom Kaisertempelchen aus. Aber auch die tollen Wege am Anfang und isnbesondere das letzte Drittel haben uns sehr gut gefallen. Das konnte dann auch über die etwas monotone, knapp 3km lange Strecke durch das Falbachtal hinwegtäuschen. Zu beachten ist ferner, dass zur offiziellen Entfernungsangabe etwas mehr als 2km Zuweg eingerechnet werden müssen. Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Wanderung mit tollen, wechselnden Landschaften! Empfehlswert ist darüber hinaus der kurze Abstecher zum Kaisertempelchen.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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