Vulkan- und Panoramaweg Burgbrohl (15,1km)

Aufgrund der gegenwärtigen CORONA-Pandemie wollen wir uns derzeit mit Wandervorhaben auf die nähere Umgebung konzentrieren. Außerdem entschschieden wir uns wegen der bescheidenen Wettervorhersage explizit für den heutigen Ostermontag, um einem größeren Andrang zu entgehen. Heute treibt es uns in das malerische Brohltal, das Nachbartal des Ahrtals. Dort wartet der Vulkan- und Panoramaweg in Burgbrohl auf Wanderer. Wie es uns auf den gemäß Logger 15,1km dabei ergangen ist, möchte ich Euch im Folgenden beschreiben.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 15096 m
Maximale Höhe: 337 m
Minimale Höhe: 178 m
Gesamtanstieg: 789 m
Gesamtabstieg: -802 m
Download file: 20200413-Vulkan-Panoramaweg.gpx

Karte: Eifelverein Wanderkarte Nr. 10, Brohltal, 1:25.000

Parken

Der Vulkan- und Panoramaweg hat, vergleichbar mit den Traumpfaden, einen eigenen Parkplatz. Dieser findet sich in der Ortsmitte von Burgbrohl, an der Kreuzung zwischen Brohltalstrasse und Kirchstrasse. Unmittelbar dahinter ist auch der Eingang zum Kurpark Brohltalaue Ost. Am Parkplatz steht kostenfrei der Flyer zu dem Wanderweg und seinen Sehenswürdigkeiten zur Verfügung.

Vulkan- und Panoramaweg Burgbrohl
Der Vulkan- und Panoramaweg hat einen eigenen ausgeflaggten Parkplatz am Kurpark Brohltalaue Ost

Ausschilderung

Der Vulkan- und Panoramaweg ist zwar kein zertifizierter Premiumwanderweg, die Ausschilderung ist aber durchaus vergleichbar perfekt. Selbst ungeübte Wanderer können sich praktisch nicht verlaufen. Außerdem werden wir immer wieder mal anhand von Wegweisern auf die Distanzen zum Start- und Zielpunkt hingewiesen. Während des gesamten Weges folgen wir dem Wanderzeichen des Vulkan- und Panoramawegs.

Vulkan- und Panoramaweg Burgbrohl
Während des gesamten Tages folgen wir dem Wanderzeichen des Vulkan- und Panoramawegs

Von Burgbrohl zu den Trasshöhlen

Vom Parkplatz treten wir direkt in den Kurpark Brohltalaue Ost in Burgbrohl ein. Wenn nicht gerade ein Pandemie herrscht, dann lohnt es sich in der Tat ein wenig hier zu verweilen. Ein Wasserspielplatz und ein Geysir zieren dann diese wunderschöne Anlage. Heute begnügen wir uns damit, en Kurpark mutterseelenallein zu durchqueren. Jedenfalls ist die gesamte Familie von diesem Beginn sehr begeistert und in freudiger Erwartung des noch Kommenden!

Nach dem Kurpark folgen wir mehr oder weniger nah dem Verlauf des Brohlbachs. Nach einem kurzen Abstecher durch den Wald passieren wir die eindrucksvolle Apostelkirche. Kurz danach geht es wieder auf einem schmalen Pfad durch den Wald. Während des Aufstiegs blicken wir linker Hand auf die Anlage der Rhodius Mineralquellen. Die vulkanische Vergangenheit der Region beschert heutzutage nicht nur dem Wanderer beeindruckende Landschaften und unzählige geologische Sehenswürdigkeiten, sondern auch eine Vielzahl unterschiedlicher Mineralwasser. Nach einem kurzen Aufstieg geht es auch schon wieder bergab, vorbei an Trasswänden. Schließlich stehen wir an der B412 und erblicken auf der anderen Straßenseite schon den Eingang zu den Trasshöhlen.

Flinken Fusses überqueren wir die Bundesstrasse und unternehmen natürlich den sehr kurzen Abstecher zu den Trasshöhlen. Für die Kinder ist das ein wahres Paradies! Verstecken, Erschrecken, Rennen und Toben, die aufgestaute Energie der letzten Tage kommt nun zum Ausbruch. Wie schön, dass es mit dem Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig und der Georoute Trasshöhlenweg gleich zwei weitere Wanderwege gibt, welche einen Besuch der Trasshöhlen ermöglichen. Da wir heute aber noch einen erheblichen Teil des Weges vor uns haben, drängen wir den entsetzten Nachwuchs vorzeitig zum Aufbruch.

Aufstieg nach Lützingen

Gut, dass noch ein wenig Engerie übrig geblieben ist. Was jetzt folgt, ist ein vergleichsweise strammer Aufstieg. Es beginnt mit einigen Stufen, dann auf steilem Pfad durch den knochentrockenen Wald. Dann erreichen wir den ersten Aussichtspunkt, mit Blick auf das Viadukt der Brohltalbahn. Wäre nicht gerade eine Pandemie ausgebrochen, dann könnte man dort unten von Zeit zu Zeit den historischen Vulkan Express durch das Brohltal fahren sehen.

Auf dem lauschigen Pfad geht es weiter bergauf, unter anderem auch über eine drahtseilgesicherte Stelle. Wir sind umgeben von den knorrigen Eichen, die gerade in dieser Region so ins Auge stechen. Durch den noch lichten Wald erkennen wir zu unserer Linken wieder die Ausläufer von Burgbrohl. Schließlich erreichen wir den Aussichtspunkt Teufelsberg, im Flyer auch als Teufelsknochen bezeichnet. An dem Bänkchen tragen wir uns in das Wanderbuch ein und erfreuen uns des tollen Ausblicks über das Brohltal bis zur Eifel.

Nach einer kurzen Pause machen wir uns an die letzten Meter des Aufstiegs. Der Wald ist hier schon deutlich grüner. Etwas später macht uns ein einlaminiertes Papier an einem Baum „Schlimmer wirds nimmer“ darauf aufmerksam, dass wir nun oben angekommen sind. Relativ eben geht es weiter auf dem traumhaften, von Sträuchern und Frühblühern gesäumten Pfad. Dabei passieren wir die Weinberghütte, neben der eine Rastmöglichkeit mit toller Aussicht auf müde Wanderer wartet. Für uns ist es noch zu früh, daher geht es auch sogleich weiter. Auf dem tollen Pfad kommen wir noch an einem Bänkchen vorbei, ehe wir schließlich auf das freie Feld treten.

Es geht ein kurzes Stück bergauf und dann blicken wir über ein in voller Blüte stehendes Rapsfeld bereits auf die erste Häuserzeile von Lützingen. In der Folge wandern wir einmal um die Ortschaft herum. Von hier oben dürfte bei anderen Sichtverhältnissen sicherlich ein toller Fernblick zu genießen sein. Heute sind wir hingegen schon froh, die markanten Konturen von Burg Olbrück erkennen zu können. Bei zunehmend unkooperativem Wetter beschließen wir die Umgehung Lützingens.

Um die Lavagrube Herchenberg

Wir setzen die Wanderung auf einem breiten, unspektakulären Schotterweg fort. Zunächst begleitet uns linker Hand eine Hecke. Diese weicht etwas später und gibt den Blick in Richtung Süden frei. Dort ist auch eine Entspannungsliege aufgestellt. Da das Wetter inzwischen recht ungemütlich geworden ist, würde deren Nutzung eher das Gegenteil bewirken. Außerdem ist auch hier die Sicht heute deutlich eingeschränkt. Daher wollen wir lieber in Bewegung bleiben und wandern die wenigen Schritte weiter bis zum nächsten Wegekreuz.

An dieser Stelle biegen wir nach rechts ab und wandern nun parallel zur Abbruchkante der Lavagrube Herchenberg. Diese ist größtenteils nicht einsehbar und ansonsten mit einem Zaun geschützt. Nach einem leichten Anstieg vorbei an herrlich blühenden Bäumen befinden wir uns vor einer Informationstafel, wo wir mehr über den Vulkanismus des Herchenbergs erfahren. Oberhalb dieser Tafel findet sich einer dieser Schutzzäune, von welchem sich ein toller Panoramablick auf die Lavagrube bietet. Hier halten wir eine Mittagsrast ab, die durch einsetzenden Regen verkürzt wird. Wir hasten nun weiter am Zaun entlang bis zum eigentlichen Aussichtspunkt am Herchenberg. Dafür müssen wir einen Abstecher am Zaun entlang unternehmen. Nach wenigen Metern kommen wir zu der Entspannungsliege und haben auch von hier einen tollen Blick über die Lavagrube. Leider hat der Regen zugelegt, so dass wir auch hier nicht wirklich lange verweilen möchten. Zeit für ein Panoramafoto ist aber allemal, dann aber schnell zurück zu unserem Weg.

Hinunter ins Brohltal

Vom Aussichtspunkt am Herchenberg beginnt unser Abstieg zurück ins Brohltal. Nach wenigen Metern erreichen wir am Waldrand bereits die Dreifaltigkeitskapelle. Gleich danach betreten wir ein Waldstück, das vor frischem Frühlingsgrün geradezu strotzt. Inzwischen hat auch der kurze Regen sein Ende gefunden. Als wir aus dem Wald wieder heraustreten haben wir einen tollen Blick über die Ausläufer von Burgbrohl. Lange können wir diesen aber nicht genießen, denn weiter unten verlassen wir den breiten Weg und betreten auf einem schmalen Pfad wieder den Wald. Zunächst geht es eben weiter, bevor wir dann zunächst am Waldrand entlang und dann durch den Wald den Abstieg nach Burgbrohl am Landgasthaus Rothbrust beenden.

An dieser Stelle überqueren wir mit Bedacht die B412 und setzen unsere Wanderung nun zwischen Brohlbach und Brohltalbahn fort. In der aktuellen CORONA-Zeit brauchen wir leider nicht auf den Vulkan Express zu hoffen. Aber auch ohne die nostalgische Eisenbahn ist dieser Abschnitt landschaftlich wunderschön. Auf einem malerischen Wiesenweg passieren wir bunte Frühblüher und faszinierende Bäume. Viel zu schnell verlassen wir den Brohlbach wieder über eine hölzerne Brücke.

Aufstieg zur Propstei Buchholz

Wenn man ganz unten ist, dann gibt es nur eine Richtung. Dem ist auch hier und heute so und dementsprechend geht es jetzt erst einmal wieder bergauf. Dazu folgen wir einem Feldweg ein kurzes Stück steil am Waldrand entlang bergauf. Dann wandern wir zwischen Feldern und Wiesen weiter. Weiter oben erreichen wir einen asphaltierten Weg, welchem wir nun folgen. Nun haben wir einen tollen Panoramablick, der sich vom Bausenberg links bis zum Herchenberg rechts erstreckt. Von dem asphaltierten Weg biegen wir auf einen Feldweg ab und folgen diesem bis zu einem markanten Baum. Hier folgen wir der Ausschilderung nach links, wo es ein kurzes Stück steil bergab geht. Währenddessen schauen wir nach links und blicken aus der Ferne in die Lavagrube Herchenberg hinein. Unten angekommen überqueren wir den Almersbach und beginnen dann die soeben verlorenen Höhenmeter durch den Wald und am Waldrand entlang wieder gut zu machen.

Nun flanieren wir wieder auf der Höhe, unser Feldweg wird begleitet von herrlich blühenden Obstbäumen und Sträuchern. Auch von hier oben haben wir einen guten Blick in die Lavagrube Herchenberg. Vor uns zeichnet sich nun aber schon die roten Dächer der Propstei Buchholz ab. Dieser Abschnitt ist wieder einmal richtig reizvoll. Um uns herum stehen die Obstbäume in voller Blüte, vor uns erstrecken sich die Gebäude dieses herrlichen Örtchens. Wir wandern vorbei an Koppeln, Weiden, Gehöften sowie der Propsteikirche und lassen die Häuser dann wieder hinter uns.

Zurück nach Burgbrohl

Nach einem kurzen Stück an einer Koppel entlang geht es nun wieder in den Wald hinein. Auch hier dürfen wir die zahlreichen Frühblüher entlang des herrlichen Weges bewundern. Es dauert gar nicht lang, bis wir zu einem kurzen Abstecher zum Weinbergpavillon aufgefordert werden. In diesem schön hergerichteten und in die Landschaft eingefügten Rundbau tragen wir uns zum zweiten Mal heute in ein Wanderbuch ein. Danach setzen wir unseren Weg fort, der jetzt zunehmend offener wird. Herrlich blühende Sträucher und alte knorrige Bäume begleiten uns im Fortkommen. Schließlich verlassen wir den lauschigen Weg und gelangen auf das freie Feld.

Nach einer kurzen Querverbindung wandern wir auf einem Schotterweg nunmehr schnurstracks auf Burgbrohl zu. Auf dem Weg dorthin kommen wir zur Fatimakapelle, einem kleinen Gotteshäuschen mit Sitzbank. Dann haben wir auch schon die ersten Häuser unseres Ausgangs- und Zielortes erreicht. Nach der ersten Kurve genießen wir von oberhalb einen schönen Blick auf die Dächer von Burgbrohl und insbesondere das Schloss Burgbrohl. An diesem wandern wir weiter bergab bis zum Kreisverkehr in der Ortsmitte. Hier bestaunen wir die Josefssäule und das gegenüberliegende Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Für ein kurzes Stück folgen wir der Strasse und biegen dann nach links ab. Hier folgen wir wieder einmal dem Verlauf des Brohlbachs bis zu einer Brücke. Dort angekommen sehen wir nur wenige Meter vor uns die Fahne unseres Parkplatzes im Winde wehen. So neigt sich auch dieser sehr schöne Wandertag schließlich seinem Ende.

Fazit

Der Vulkan- und Panoramaweg vermochte uns zu überzeugen. Wir erlebten zahlreiche fantastische Passagen. Besonders erwähnenswert sind insbesondere der herrliche Anteil von Burgbrohl bis nach Lützingen, der Herchenberg und die Gegend um die Propstei Buchholz. Es gab aber auch manche Anteile, die auf etwas unspektakulären breiten Wegen entlang führten. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass der Panorama-Anteil wetterbedingt heute, insbesondere am Nachmittag, nicht sein volles Potenzial entfalten konnte. Insgesamt hat es uns heute wieder einmal richtig gut im Brohltal gefallen! Daher vergebe ich gerne gute vier Sterne.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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