Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig (12,4km)

Schon seit längerer Zeit möchten wir den nahe gelegenen Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig im Brohltal erwandern. Letztes Jahr schafften wir es leider nicht und dieses Jahr wollte ich unbedingt die Bärlauchblüte abwarten. Dann kam im Frühjahr aber nicht nur die Bärlauchblüte, sondern auch das CORONA-Virus. Um die Menschen vor sich selbst zu schützen, wurden Parkplatz und Traumpfad von Freitag bis Montag gesperrt. Wir verlegten daher einen Schultag auf Samstag, um am heutigen Donnerstag auf Wanderschaft gehen zu können. Die gemäß Logger zurückgelegten 12,4km könnt Ihr der beigefügten Übersichtskarte entnehmen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 12449 m
Maximale Höhe: 373 m
Minimale Höhe: 183 m
Gesamtanstieg: 739 m
Gesamtabstieg: -745 m
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Karte: Eifelverein Wanderkarte Nr. 10, Brohltal, 1:25.000

Parken

Auf dem eigens für den Traumpfad vorgesehenen Wanderparkplatz Bergwege stehen kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Bei schönem Wetter wird die Kapazität angeblich ab und zu überschritten. Deshalb empfiehlt es sich, an sonnigen Wochenenden früh am Start zu sein oder gleich auf einen anderen Parkplatz auszuweichen.

Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig
Wir beginnen den Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig am Parkplatz Bergwege

Ausschilderung

Während des gesamten Weges folgen wir der bekannten Ausschilderung der Traumpfade. Auch heute haben uns Wegweiser gelegentlich über den bereits zurückgelegten und den noch zu absolvierenden Weg informiert.

Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig
Während der gesamten Wanderung folgen wir dem Wegzeichen der Traumpfade

Krayerbachtal und Pönterbachtal

Wir beginnen den Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig am Parkplatz Bergwege und folgen ein kurzes Stück der Strasse. Diese wird dann überquert, woraufhin es auf einem breiten Schotterweg aussichtsreich an Feldern vorbei geht. Recht schnell beginnt der Abstieg ins Krayerbachtal. Der Talgrund zeichnet sich von oben deutlich durch einen lang gezogenen vertrockneten Schilfgürtel ab. Diesem folgen wir entlang von Weiden und am Waldrand, bis der Weg in den Wald hineinführt. Ungefähr hier fließt auch der Krayerbach in den Pönterbach. Streng genommen befinden wir uns nun also schon im Pöntertal.

In dem kurzen Abschnitt durch den Wald passieren wir ein paar Anwesen mit Holzhütten und Fischteichen. Als wir die Bäume hinter uns lassen blicken wir auch schon auf die Krayermühle. Bei dieser geht es über die Strasse und weiter dem Pönterbach folgend in das bewaldete Pöntertal hinein. Auf dem Schotterweg passieren wir ziemlich schnell die Pöntermühle. Danach verläuft der Weg recht nah am Pönterbach entlang. Zumindest an einer Stelle fand sich am Hang ein üppiges Bärlauchvorkommen. Wir kommen vorbei an der Pöntertal-Hütte, einer hölzernen Schutzhütte und erreichen nach einer Weile eine schöne hölzerne Brücke über den Pönterbach. Ein Wegweiser fordert uns auf, diese zu überqueren.

Aufstieg zur Schönen Aussicht

Wir steigen nun in wenigen Kehren auf einem herrlichen Pfad durch den Wald bergauf und verlassen somit das Pöntertal. Dabei kommen wir an zwei Bänkchen vorbei, allerdings verhindern die Bäume einen Blick in die Ferne. Der anstrengende Aufstieg ist an einer Lichtung beendet, auf welcher das Schützenhaus steht. Nun geht es vorübergehend gemütlicher weiter. Nach einem Halbkreis erreichen wir den Aussichtspunkt Schweppenburgblick. Hier halten wir einen Moment inne und erinnern uns an die Wanderung auf dem Katharinaweg, welche an eben dieser Schweppenburg vorbei führt. Anschließend führt der herrliche Weg weiter an Blütenteppichen der Großen Sternmiere, ein herrlicher Anblick! Kurze Zeit später passieren wir einen Aussichtspunkt mit Blick auf Niederzissen. Wiederum einige Schritte später folgen wir dem Wegweiser zum Aussichtspunkt Schöne Aussicht. Auch hier treffen wir auf immense Ansammlungen der Großen Sternmiere in voller Blüte. Dann stehen wir an der Schönen Aussicht und erkennen, dass der Name Programm ist. Vor uns erkennen wir das Viadukt der Brohltalbahn, den Aufstieg des Vulkan- und Panoramawegs von den Trasshöhlen, Burgbrohl und die dahinter sich erstreckenden Höhenzüge der Eifel. Ein ausgezeichneter Ort, um ein wenig auf der Entspannungsliege mit Blick zu verweilen!

Spannende Trasshöhlen

Nach einer ausgiebigen Pause treten wir den Abstieg in das Brohltal an. Hierzu folgen wir einem schmalen Pfad in mehreren Serpentinen bergab. Ungefähr in der Mitte des Abstiegs kommen wir an einem weiteren Aussichtspunkt vorbei, der natürlich bei weitem nicht mit der Schönen Aussicht mithalten kann. Nach der Bewältigung weiterer Serpentinen sind wir unten angekommen und blicken durch das Viadukt der Brohltalbahn auf die seit Februar 2019 geschlossene Gaststätte Jägerheim (Stand: April 2020). Um den Brohlbach zu überqueren folgen wir wenige Schritte der B412 und überqueren diese dann. Im Anschluss geht es direkt auf das nächste Highlight zu.

Nur wenig später führt der Weg in ein kreisrundes schwarzes Loch in der vor uns liegenden senkrechten Felswand. Wir haben den Eingang zu den Trasshöhlen erreicht. Für die Kinder ist das der wohl spannendste Teil des Tages. Gleich die erste Höhle ist eigentlich eher ein kleiner Höhlenkomplex. Die Kinder erkunden rennend alle Gänge und könnten hier vermutlich den Rest des Tages verbringen. Auch wir Erwachsenen staunen über diesen großartigen Abschnitt des heutigen Weges. Nach einer ausgiebigen Erkundungs- und Flitzepause geht es unter dem Viadukt der Brohltalbahn hindurch. Von der anderen Seite haben wir einen tollen Blick auf die senkrecht abfallende Felswand unter welcher sich diese Trasshöhlen befinden. Oben an der Abbruchkante standen wir während des Vulkan- und Panoramawegs und blickten auf eben dieses Viadukt. Weiter geht es auf dem schmalen Pfad bis die nächste Trasshöhle uns unweit begrüßt. Diese kleinere Höhle kennen wir bereits durch den kurzen Abstecher vom Vulkan- und Panoramaweg. Aber auch hier verbringen wir einige Minuten, schließlich waren die Trasshöhlen der Motivations- und Anziehungspunkt schlechthin für die Kinder. Anschließend verlassen wir die eindrucksvollen Höhlen und wandern in wenigen Schritten zur B412.

Wildromantische Wolfsschlucht

Nach dem vorsichtigen Überqueren der B412 wandern wir weiter zur Seniorenresidenz Bad Tönisstein. Hinter dieser zweigen wir auf einen Waldweg ab. Auf einem schönen Waldweg passieren wir so manche interessante Gesteinsformation. Geologen könnten hier sicherlich die Erdgeschichte wie ein Buch lesen. Mein Zugang zur Geologie ist leider ausgesprochen überschaubar, ich erfreue mich am Anblick. Die Klosterruine Bad Tönisstein hingegen könnte man fast übersehen, wäre da nicht das Hinweisschild und der intensiv gelb blühende Vorgarten. Die Mauerreste sind vom Wald schon eingenommen worden und durch das Gestrüpp kaum noch zu erkennen. Etwas später stehen wir an der L113, wo sich der eigentliche Eingang in die Wolfsschlucht befindet.

Wir begehen nun einen herrlichen, schmalen Waldweg. Dieser bringt uns zunächst leicht bergab. Rechts neben uns fliesst der Tönissteiner Bach, mal sanft mal etwa wilder. So sehen wir an einer Stelle, wie das Wasser über Gesteinsvorsprünge bergab strömt. Kurze Zeit später geht es wieder ruhiger zu, während über dem Tönissteiner Bach einige Bäume quer liegen. Am Ende der Wolfsschlucht freuen wir uns noch über den Wasserfall, wo das Wasser einige Meter herabfällt. Ein Bänkchen lädt eigentlich zum Verweilen ein. Diese Einladung haben andere Wanderer aber bereits angenommen, so dass wir an dieser Stelle bergauf wandern und die Wolfsschlucht über die L113 wieder verlassen.

Zwei Brunnen und toller Fernblick

Auf der anderen Seite der L113 geht es durch den Wald weiter. Einige Augenblicke später stehen wir vor der ehemaligen Kupfererzgrube Barthold. Heute ist der Eingang mit einem Gitter versehent. Dafür dient sie als Herberge für die heimischen Fledermäuse. Vor dem Grubeneingang steht eine Tafel mit weiteren Hintergrundinformationen. Anschließend geht es durch eine kleine Siedlung, ein kurzes Stück einem Forstweg entlang und dann aus dem Wald hinaus.

Direkt am Waldrand treffen wir auf den Römerbrunnen, eine Quelle um die herum eine Sitzgelegenheit arrangiert ist. Eine Wandergruppe hat sich hier niedergelassen, so dass wir leider nicht in den Genuss kommen. Also geht es für uns weiter erst am Waldrand entlang und dann ein kurzes Stück vorbei an Feldern zum gegenüberliegenden Waldrand. Hier befindet sich unter Schatten spendenden Bäumen der Pferdebrunnen. Da auch dieser besetzt ist, treten wir den letzten Anstieg des Tages an.

Wir folgen nun einem Forstweg durch den saftig grünen Wald kurz aber anstrengend bergauf. Weiter oben flacht der Weg ab und führt schließlich aus dem Wald heraus. Nun blicken wir rechter Hand auf ein blühendes Rapsfeld, linker Hand schweift der Blick in die Ferne. Weiter oben erreichen wir unter Bäumen den Aussichtspunkt Siebengebirgsblick. Dessen Name ist Programm. So sehen wir nicht nur das Siebengebirge, sondern auch die Lavagrube am Herchenberg, welche wir während des Vulkan- und Panoramawegs aus der Nähe bestaunen durften. Insgesamt bietet sich von hier oben ein herrliches Panorama, welches einen tollen Abschluss dieser Wanderung bildet. Denn von hier aus sehen wir unweit bereits die Traumpfadflagge am Parkplatz Bergwege wehen.

Fazit

Wie erwartet gab es heute viel zu bestaunen. Besonders erwähnenswert sind sicherlich die Trasshöhlen. Aber auch die Wolfsschlucht und die Schöne Aussicht haben uns sehr gut gefallen. Die Highlights tummeln sich damit eigentlich in der zweiten Hälfte des Traumpfads. Leider hat sich meine Hoffnung um die üppige Bärlauchblüte auf dieser Wanderung nicht bewahrheitet, lediglich im Pöntertal kamen wir an einer Stelle vorbei. Bei all den positiven Aspekten ist aber auch erwähnenswert, dass ein größerer Teil der Strecke auf breiten Wegen entlang führte. Insgesamt eine sehr schöne Wanderung, für die ich gerne vier Sterne vergebe.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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