Der Rheinsteig von Unkel nach Linz am Rhein (10,0km)

Für den heutigen Sonntag zeichnete sich seit einigen Tagen schon ein stabiles Wanderwetter ab. Grund genug, die ersten Sonnenstrahlen des Jahres zu nutzen und die Wanderstiefel zu schnüren. In die Ferne schweifen müssen wir dazu nicht. Denn schon öfters schauten wir voller Bewunderung von unserer Rheinseite auf die gegenüber liegenden, steil abfallenden Felsen der Erpeler Ley. Heute wollten wir einmal dort oben stehen und die Aussicht auf das Rheintal genießen. Nach kurzer Recherche kamen wir auf die Etappe des Rheinsteigs von Unkel nach Linz am Rhein. Die gemäß Logger zurückgelegten 10km könnt Ihr der beigefügten Karte entnehmen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 10024 m
Maximale Höhe: 256 m
Minimale Höhe: 92 m
Gesamtanstieg: 642 m
Gesamtabstieg: -645 m
Download file: 20200308-Rheinsteig-05.gpx

Karte: Eifelverein Wanderkarte Nr. 8, Rheintal, 1:25.000

Parken & Anfahrt

Da es sich nicht um einen Rundweg handelt, planen wir heute eine besondere Art der Anreise. Dazu parken wir unser Auto in der Sandstrasse im Remagener Ortsteil Kripp. Dort stehen kostenfreie Stellplätze in genügender Anzahl zur Verfügung.

Anschließend wandern wir in wenigen Schritten zur Anlegestelle und nutzen dann die Rheinfähre von Kripp nach Linz am Rhein. Schon aus der Ferne ist zu erkennen, dass der Rhein gerade ordentlich Hochwasser führt. Auch der Rad- und Wanderweg entlang des Flusses steht unter Wasser.

Auf der anderen Seite in Linz am Rhein angekommen folgen wir der Ausschilderung zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin treffen wir in einer Unterführung auf tolle Street Art. Am Bahnhof können wir wählen, ob wir Zug oder Bus zum Bahnhof nach Unkel nehmen möchten. Wir entscheiden uns für den Bus, da wir auf diesen weniger lang warten müssen.

Ausschilderung

Ab dem Bahnhof in Unkel folgen wir zunächst der gelben Ausschilderung der Zuwege zum Rheinsteig. Diese bringt uns nach ca. 1,2km, knapp unterhalb des Stux, auf den Rheinsteig. Ab jetzt folgen wir der blauen Ausschilderung. Am Marktplatz in Linz am Rhein verlassen wir den Rheinsteig und folgen wieder der gelben Ausschilderung der Zuwege bis zur Fähre.

Zuweg vom Bahnhof Unkel

Vom Bahnhof in Unkel wandern wir zunächst unter der Bahnlinie hindurch. Unmittelbar dahinter teilen sich die Zuwege zum Rheinsteig nach links in Richtung Bad Honnef und nach rechts in Richtung Linz am Rhein. Wir folgen daher der Straße nach rechts, der Bahnlinie entlang. Die Straße geht recht schnell in einen Pfad über. Wenig später werden wir nach links an die B42 geleitet. Leider ist die Fussgängerbrücke gesperrt, so dass wir die viel befahrene Strasse mit Bedacht und flinken Fusses überqueren müssen. Auf der anderen Seite stehen wir schon vor dem Stuxhof, hinter welchem wir nach rechts abbiegen. Nun beginnt der Aufstieg durch den Wald. Weiter oben an einer Abzweigung unterhalb des Stux treffen wir erstmalig auf den Rheinsteig.

Vom Stux zur Erpeler Ley

In wenigen Schritten wandern wir durch den Wald hinauf zum Aussichtspunkt auf dem Stuxberg, auch Stux genannt. Dort halten wir für einen Moment inne und genießen die erste Aussicht des Tages auf das Rheintal.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter, vorbei am Sendemast des SWR in den lichten Wald hinein. Wir folgen einem weichen Waldweg, der im Folgenden schmäler werdend bergab nach rechts abknickt. Nach einem leichten Ab und Auf stehen wir vor einer Lichtung mit Entspannungsliege. Leider ist die Aussicht durch die Vegetation leicht eingeschränkt. Aber noch haben wir ohnehin keinen Bedarf für eine größere Pause, daher wandern wir weiter bergab. An den ersten Häusern von Erpel knickt der Weg wieder nach links ab.

Den nun folgenden Aufstieg nach Orsberg beginnen wir auf schmalem Pfad durch den Wald. Weiter oben verlassen wir den Wald und erhaschen einen kurzen Blick vorbei an blühenden Sträuchern auf die Apollinariskirche von Remagen. Wenig später stehen wir vor den ersten Häusern von Orsberg samt interessantem Verkehrszeichen mit einem springenden Wildschwein. Der von hier aus gesehen unscheinbare Ort entwickelt sich im Ortskern mit seiner alten Bausubstanz zu einem Hingucker. Mitten im Ort überqueren wir die Strasse und verlassen diesen wieder über eine schmale Gasse. Hier sind wir umgeben von einer wunderbaren ländlichen Idylle. Auf einer Bank mit Blick zurück auf diese Idylle halten wir nun voller Genuss unsere Mittagsrast ab.

Nach einer kurzen Pause gehts wieder in den Wald hinein. Der schmale Waldpfad geht schließlich in einem breiteren Kiesweg auf. Ab hier ist mit vermehrtem Betrieb zu rechnen, denn wir befinden uns inzwischen auf dem Zuweg zum Plateau der Erpeler Ley. An der Kreuzung im Wald halten wir uns rechts und wandern schnurgerade auf die Gaststätte Bergesruh zu.

Auf der Erpeler Ley

Wir passieren die Gaststätte Bergesruh, die wegen der Winterzeit noch geschlossen ist. Dabei werden wir auch auf das kleine Tiergehege zu unserer Linken aufmerksam. Unmittelbar vor uns breitet sich das Plateau der Erpeler Ley aus. An dieser Stelle beginnen wir den Rundweg nach rechts. Zuerst kommen wir zu dem großen, weithin sichtbaren Holzkreuz. Vor diesem erstreckt sich ein Zaun, an dem schon so mancher Besucher ein buntes Vorhängeschloss hinterlassen hat. Von hier haben wir auch einen schönen Blick auf die Apollinariskirche und das im Übrigen sehr empfehlenswerte Friedensmuseum in Remagen. Weiter auf dem Weg an der Abbruchkante entlang passieren wir die ein oder andere Sitzmöglichkeit. Die Aussicht entfaltet sich in Richtung Süden das Rheintal entlang über Remagen und Kripp hinweg bis nach Bad Breisig. Wir gehen weiter des Weges und gelangen am anderen Ende des Plateaus zu einem großen Gedenkstein, der an die erste Rheinüberquerung eines Luftschiffs erinnert. Mit diesen Eindrücken verlassen wir dann auch schon wieder den Trubel auf der Erpeler Ley und betreten wieder die Stille des Waldes.

Abstieg ins Kasbachtal

In wenigen Schritten wandern wir zu der Kreuzung im Wald zurück. Hier folgen wir dem schmalen Waldpfad nach rechts. Nur wenig später erreichen wir einen etwas breiteren, dafür aber auch matschigeren Weg. In Verlängerung des leicht abfallenden Weges glitzert der Rhein im Tal. Ehe wir uns versehen befinden wir uns auf einer größeren Lichtung. Dahinter geht der Abstieg ins Kasbachtal richtig los. Gleichzeitig wird es richtig matschig. An manchen Stellen wird der schmale Pfad etwas steiler und zur reinsten Rutschpartie. Schließlich erreichen wir den letzten Teil des Abstiegs, der mit Hilfe von Stufen und Geländer wieder gut zu bewältigen ist. Dann stehen wir in einem kleinen Park in Kasbach, gegenüber des Bürgerhauses.

Über Ockenfels nach Linz

Die Ortschaft Kasbach haben wir schnell durchquert. Am anderen Ortsende wandern wir unter einem Viadukt der Kasbachtalbahn hindurch. Dieses Viadukt konnten wir während unseres Abstiegs von der Erpeler Ley bereits beobachten. Auch den roten Schienenbus erspähten wir just in dem Moment, leider konnte ich die Kamera nicht so schnell zücken. Weiter geht es jetzt direkt hinauf zur Bahnlinie. Natürlich fährt gerade jetzt kein Schienenbus vorbei, hier wären wir wirklich hautnah dran. Wir wandern weiter bergauf und Erreichen wenige Meter oberhalb der Bahnlinie einen schönen Aussichtspunkt auf Kasbach und das Kasbachtal. Hier halten wir einen Moment inne und schauen noch einmal auf die Stellen unseres „Abrutsches“ zurück.

Auf einem schmalen Pfad geht es weiter durch einen von Rotbuchen dominierten Wald. Dieser Pfad geht in einen Schotterweg über, welcher das Nahen der ersten Häuser der Ortschaft Ockenfels ankündigt. In Ockenfels folgen wir zunächst der Straße. Wo diese nach links abzweigt folgen wir einem schmalen Pfad geradeaus, zwischen Häusern hindurch. Beim Blick zurück erkennen wir die Erpeler Ley im Hintergrund. Dem Pfad an einem verfallenen Anwesen vorbei folgend kommen wir zu einem weiteren Aussichtspunkt. Von hier haben wir einen tollen Blick auf das Rheintal in Richtung Norden, auch wenn sich der Himmel inzwischen ziemlich verdunkelt hat. Weiter geht es hinunter zur Burg Ockenfels. Direkt vom Weg bieten sich herrliche Ansichten dieses Bauwerks. Die Burg hinter uns lassend geht es ein Stück weit durch die Ortschaft Ockenfels hindurch. Von der Straße kommen wir wieder auf einen schmalen Wanderpfad, der unter einem in herrlicher Blüte stehenden Baum beginnt. Noch einmal wandern wir ein kurzes Stück durch den Wald bergauf. Schnell erreichen wir einen Aussichtspunkt mit Bänkchen. Von hier bietet sich uns ein toller Panoramablick auf das Rheintal. Auch die Fähre können wir nun schon wieder erkennen. Mit diesen Eindrücken im Gepäck steigen wir auf einem schmalen Pfad nach Linz am Rhein.

Linz am Rhein

In Linz am Rhein geht es zunächst hinunter zur Evangelischen Kirche. Dort überqueren wir die Strasse und treten unweit der Kirche in die Fussgängerzone ein. Schon auf den ersten Blick zeigt sich, dass Linz am Rhein ein wirklich herrliches Städtchen ist mit sehr viel gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Wir genießen ausgiebig die letzten Meter des heutigen Tages. Unser Wanderzeichen bringt uns zum Buttermarkt, wo wir auf die Figur der Buttermarktfrau treffen. Am Marktplatz bestaunen wir die Mariensäule und das dahinter liegende Rathaus. Im malerisch-romantischen Linz am Rhein könnten wir sicherlich noch deutlich mehr Zeit verbringen. Da es eigentlich um die Ecke ist, werden wir das sicherlich auch bald einmal machen! Am Marktplatz heißt es jetzt aber für uns Abschied nehmen vom Rheinsteig. Wir folgen dem gelben Zuweg-Zeichen und stehen kurze Zeit später wieder an der Fähranlegestelle.

Fazit

Unsere erste Wanderung auf dem Rheinsteig war auch gleich eine richtig schöne! Die Wege waren oft schmal und reizvoll, einige tolle Aussichtspunkte und ländliche Idyllen gab es zu bestaunen und mit Linz am Rhein ein Kleinod zum Schluss zu genießen. Das Plateau der Erpeler Ley ist sicherlich Geschmacksache. Hier oben herrscht schon ein ordentlicher Andrang. Dafür gibt es natürlich auch einen wunderbaren Blick auf das Rheintal zwischen Remagen und Bad Breisig. Insgesamt eine Wanderung, die ich sehr gerne empfehlen möchte!

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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