Hatzenporter Weinwetterweg (12,0km)

Den für heute angekündigten strahlenden Sonnenschein möchten wir nutzen, um eine herbstliche Wanderung zu unternehmen. Dazu begeben wir uns an die Mosel nach Hatzenport, wo wir bereits auf dem Traumpfad Hatzenporter Laysteig unterwegs waren. Im Gegensatz zu diesem bewegt sich der Hatzenporter Weinwetterweg immer entlang oder nahe des abfallenden Hangs an der Mosel. Und genau diesen Weinwetterweg wollten wir am heutigen Tag aus der Nähe erleben. Die dabei zurückgelegten 12km könnt Ihr der beigefügten Karte entnehmen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 11997 m
Maximale Höhe: 308 m
Minimale Höhe: 99 m
Gesamtanstieg: 714 m
Gesamtabstieg: -729 m
Download file: 20191026-Weinwetterweg.gpx

Karte: Eifelverein Wanderkarte Nr. 34, Maifeld und Untermosel, 1:25.000

Parken

In Hatzenport stehen insbesondere am entlang der Moselstraße genügend Parkplätze zur Verfügung. Wer nicht zu spät seine Wanderschuhe schnürt sollte eigentlich keine Probleme bei der Parkplatzsuche haben.

Ausschilderung

Die Ausschilderung des Weinwetterwegs anhand des Trauben naschenden Hasen ist nicht durchgängig an allen entscheidenden Stellen gewährleistet. Zur Unterstützung der Orientierung, empfehle ich definitiv Kartenmaterial mitzuführen. Ihr könnt Euch hierfür beispielsweise ein Faltblatt zum Weinwetterweg kostenfrei aus dem Internet herunterladen.

Hatzenporter Weinwetterweg
Immer wieder ist der Weinwetterweg mit solchen Wegweisern ausgeschildert

Durch Hatzenport

Wir parken unser Auto an der parallel zur Bundesstrasse verlaufenden Moselstrasse in Hatzenport. Zunächst folgen wir der Moselstrasse und passieren dabei auch den markanten historischen Fährturm. Schließlich biegen wir in die Schulgasse ab und wandern auf dem Friedhofsweg über eine Eisenbahnbrücke direkt auf die Kirche St. Johannes zu. Diese passieren wir nun unterhalb und biegen danach recht schnell auf einen Wanderweg ab. Auf diesem erreichen wir nach kurzer Zeit den Einstieg zum Kletterpfad Rabenlay.

Kletterpfad Rabenlay

Am Einstieg zum Kletterpfad Rabendlay stehen wir vor einem Schild mit den normalen Hinweisen zum Thema Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Der Weg beginnt mit einem leichten Aufstieg in Serpentinen am Rande der Weinberge. Schon nach einem kurzen Stück genießen wir einen herrlichen Blick aus leicht erhöhter Position auf Hatzenport und das Moseltal. Der schmale Pfad wird nun zunehmend steiniger. Dann erreichen wir eine längere Passage mit Drahtseilsicherung. Dieser Abschnitt macht richtig Spaß, insbesondere den Kindern. Beim Blick zurück auf unseren bisherigen Aufstieg zeigt sich eine fantastische Landschaft. In der Folge steigen wir über eine mitten im Gestein fixierte längere Leiter hinab und anschließend den restlichen Weg zur Rabenlay hinauf.

Auf der Rabenlay treffen wir auf zwei Bänke, eine Entspannungsliege und eine Schutzhütte. Von hier oben bietet sich wiederum ein herrlicher Blick auf das Moseltal bei Hatzenport. Wir nehmen uns ein paar Minuten und genießen dabei den Ausblick von diesem beeindruckenden Aussichtspunkt.

Abstieg durch Weinberge

Nach der ersten kurzen Pause des Tages machen wir uns wieder auf den Weg. An der Rabenlay haben wir den östlichsten Punkt unserer heutigen Wanderung erreicht, etwas oberhalb des Hinweges geht es nun wieder zurück. Vorbei an beeindruckenden Gesteinsformationen wandern wir entweder am oberen Rand der herbstlichen Weinberge oder teilweise auch mitten durch diese hindurch. Der schmale Pfad führt uns in einem Bogen zur Winzerhütte. Wiederum bei herrlichem Blick auf das Moseltal genießen wir hier unsere mitgebrachte Brotzeit bei strahlendem Sonnenschein. Der Herbst zeigt sich heute absolut von seiner besten Seite.

Die Kirche St. Johannes haben wir nun schon wieder hinter uns gelassen. Entlang des Weges passieren wir nacheinander zwei steinerne Weinbergshäuschen. Später wandern wir unterhalb der Kreuzlay vorbei, welche wir während des Traumpfades Hatzenporter Laysteig von oben erleben durften. Dann stehen wir auch schon an der Hatzenporter Wetterstation, die sich inmitten der Weinberge befindet. Von hier gelangen wir über eine Treppe hinab auf den „Oberen Bannweg“. Diesem folgen wir nach Hatzenport hinein, wo wir uns an der ersten Kreuzung bergab nach links halten. Unmittelbar vor den Bahngleisen biegen wir auf einen Wanderweg nach rechts ab.

Kletterpfad Dolling

An dieser Stelle beginnt dann auch der Kletterpfad Dolling. Die Kletterpassagen kommen auch gleich zu Beginn. Nach einer Treppe und einer Leiter folgen mehrere drahtseilgesicherte Passagen bergauf, welche unseren Kindern sichtliche Freude bereiten. Oben angekommen wandern wir bei blauem Himmel unterhalb der wunderschön gefärbten Weinberge. Schließlich geht es über eine Treppe hinab zur Straße, wo ein weiterer wunderschöner Abschnitt endet.

Aufstieg nach Lasserg

Flinken Fusses überqueren wir die Straße und wandern in einem Bogen bergauf durch die Ausläufer von Hatzenport. Weiter oben treffen wir wieder auf eine hochgeistige Versorgungsstelle für Pilger. Die gelbe Jakobsmuschel auf dunkelblauem Grund weist darauf hin, dass wir uns hier auf einem Abschnitt des Jakobswegs bewegen. Wir wandern nun an den letzten Häusern von Hatzenport vorbei. Ein kurzes Stück geht es durch die Weinberge, bevor wir am nächsten Wegekreuz nach rechts abbiegen. Wir nähern uns nun dem Waldrand und folgen diesem für ein kurzes Stück. An einer Kehre geht es in den Wald hinein und dort weiter bergauf. Entlang dieses Weges sehen wir mehrere Male ganze Reihen von Pilzen aus dem Wald bis auf den Weg wachsen. Schließlich kommen wir oben an und treten aus dem Wald heraus. Dort folgen wir einem Feldweg am Waldrand entlang. Auf diesem gelangen wir zum Küppchen. Von der Wiese bietet sich uns ein wunderschöner Blick von oben auf die Mosel. Am Ende des Küppchens befindet sich dann noch ein Startplatz für Drachen- und Gleitschirmflieger. Daneben steht ein Tisch mit Bänkchen, der zum Innehalten einlädt. Dieser Einladung sollte man in der Tat Folge leisten und den herrlichen Blick auf die Mosellandschaft auf sich wirken lassen.

In einem Bogen geht es nun in die Ortschaft Lasserg hinein. Direkt am Ortsrand bietet sich dem hungrigen oder durstigen Wanderer die Möglichkeit zur Einkehr in der Gaststätte „Zum Küppchen“. Von hier folgen wir der Straße „Zum Küppchen“ bis zur Kirche St. Benedikt in der Ortsmitte. Unmittelbar hinter der Kirche biegen wir nach links ab und folgen weiter unten dem Talweg. Auf diesem verlassen wir schließlich die Ortschaft Lasserg wieder.

Um Burg Bischofstein herum

Der nächste Abschnitt ist für uns eine richtige Überraschung. Es geht nun teilweise recht steil durch einen wunderschönen verwunschenen Wald. Neben dem schmalen Pfad schlängelt sich der Krebsbach seinen Weg vorbei an bemoosten Steinen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Die Steine entlang unseres Weges sind teilweise aalglatt, jeder Schritt ist mit Bedacht zu setzen. Dann lichtet sich auf einen Schlag der Wald und gibt einen wunderbaren Blick aus leicht erhöhter Position auf Burg Bischofstein frei. Unter dem beigefügten Link läßt sich erkennen, dass die Burg als Schullandheim dient und für touristische Besichtigungen Leider nicht zur Verfügung steht.

Wir wandern also weiter und erreichen dann den Beginn des Kletterpfads „Burg Bischofstein“. Nach ein paar Schritten kommen wir zu einer Drehtür, wo am Wochenende grundsätzlich der Zugang zum Bergfried der Burg Bischofstein möglich sein sollte. Seltsamerweise ist das heute aber nicht der Fall, die Drehtür ist geschlossen. Also machen wir uns an den Aufstieg. Im Gegensatz zu den vorigen beiden Kletterpfaden sind hier keine Kraxeleien erforderlich, es geht lediglich recht steil durch den Wald bergauf. Nach einem mühsamen Aufstieg erreichen wir ein aussichtsreiches Plateau mit zwei Bänken. Weiter oben treffen wir noch auf eine Schutzhütte mit vorgelagerter Rastmöglichkeit. Dann treten wir aus dem Wald heraus und stehen wieder auf dem Küppchen.

Abstieg nach Hatzenport

Oben auf dem Küppchen genießen wir noch einmal die wunderbare Aussicht auf das Moseltal über Hatzenport hinweg. Dann treten wir die letzte Etappe der heutigen Wanderung an. Am Waldrand entlang wandern wir wenige Schritte bis zum Wegweiser des Traumpfades Hatzenporter Laysteig zurück. Hier folgen wir dem Wanderweg bergab in den Wald hinein. Diesem schönen Pfad folgen wir nun zunächst durch den Wald. Immer wieder bietet der herbstliche Wald einen schönen Blick auf die Mosel. Dann tritt die Vegetation mehr und mehr zurück, bis wir schließlich wieder inmitten der Weinberge stehen. Auf demselben Weg, den wir durch Hatzenport aufgestiegen sind, geht es nun auch wieder hinunter. Vorbei am Pilgertropfen, weiter bergab bis auf die Maifeldstrasse. Dieser folgen wir über die Bahngleise bis zur Moselstrasse, wo wir wieder an unserem Auto ankommen.

Fazit

Heute eine Wanderung zu unternehmen war genau die richtige Entscheidung. Im späten Oktober hatten wir absolutes Glück mit dem Wetter. Dazu kam eine Wanderung die wieder einmal sehr viel zu bieten hatte. Am eindrucksvollsten empfand ich den Aufstieg über den Kletterpfad Rabenlay sowie den Abstieg von Lasserg zur Burg Bischofstein. Aber auch die schmalen Pfade durch die Weinberge, der Kletterpfad Dolling sowie das Küppchen gefielen mir sehr gut. Lediglich der Aufstieg von Hatzenport zum Küppchen fällt in der Wertung etwas ab. Insgesamt hat mir der Weinwetterweg zwar leicht besser gefallen als der Traumpfad Hatzenporter Laysteig, dennoch bleibe ich bei meiner Bewertung von vier Sternen.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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