Workshop Gämsenfotografie in den Vogesen

Nach der Individuellen Pflanzenfotografie und der Tierfotografie am Niederhorn folgte nun bereits mein dritter Workshop bei Radomir Jakubowski Naturfotocamp. Für dreieinhalb Tage standen hierbei die Gämsen in den Vogesen in unserem Fokus. Meine Erfahrungen möchte ich Euch im Folgenden kurz schildern.

Phase 1: Schönwetter

Wir beginnen unseren Workshop bei herrlichem Fotowetter. Am Donnerstag Abend bieten sich bei tollen Lichtverhältnissen gute Voraussetzungen für unser Vorhaben. Radomir hat uns vorher hervorragend auf das Verhalten im Reich der Gämsen eingewiesen. So konnten schon am ersten Abend einige Bilder auf die Speicherkarte gebannt werden. Gleich nach Sonnenuntergang machten wir uns auf zum Abendessen. Danach ging es dann auch schnell ab ins Bettchen.

Am Freitag klingelte der Wecker natürlich in aller Herrgottsfrühe, da wir vor den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne bei den Gämsen sein wollten. Während des schönen weichen Lichts fanden wir hervorragende Bedingungen für die Fotografie der Gämsen vor. Als das Licht zu hart wurde, fuhren wir zu einem späten Frühstück in unsere Unterkunft zurück. Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück zu den Gämsen. Das Wetter sah zunächst sehr vielversprechend aus. Noch bevor sich die ersten Tiere zeigten, brauten sich aber dunkle Wolken über uns zusammen. Etwas später fielen dann die ersten Tropfen, etwas später prasselte es auf uns nieder. Im aufziehenden Gewitter brauchten wir knapp 15 Minuten, bis wir pitschnass im Auto saßen. Aufgrund des anhaltenden Unwetters brachen wir später ab und fuhren zurück in unser Hotel. An diesem Abend ist mir leider kein wirklich brauchbares Bild gelungen. Nach dem Abendessen gingen wir frohen Mutes ins Bett und erwarteten für den nächsten Morgen eine malerische Nebelstimmung.

Im Folgenden findet Ihr eine Auswahl der Bilder, welche während dieser Schönwetterphase entstanden sind. Zwei dieser Aufnahmen sind während einer kurzen Auflockerung am Samstag entstanden.

Phase 2: Nebel

Am Samstag ging es wieder früh in die Jagdgründe. Dort trafen wir allerdings nicht die erwarteten Nebelstimmung an, sondern eine dichte graue Einheitssuppe. Aber dank der hervorragenden Kenntnisse von Radomir machten wir auch unter diesen Bedingungen das Gamsrudel ausfindig. Das Fokussieren fiel bei dem dichten Nebel teilweise recht schwer. Schnell fiel uns ein flehmender Gamsbock auf, der wohl der Saison etwas voraus war. Im dichten Nebel zeigte er ein eindrucksvolles Brunftverhalten und hielt das Rudel ordentlich in Bewegung. So kamen trotz der Bedingungen einige stimmungsvolle Bilder zustande. Über den Tag klarte es dann ein wenig auf, so dass wir nach der Mittagspause frohen Mutes wieder zu den Gämsen fuhren. Während der zunächst vorherrschenden klaren Sicht waren wieder einige klassische Bilder möglich (siehe oben). Auf einen Schlag zog dann aber eine dichte Wolkendecke auf und breitete eine Nebelschicht über uns aus. Kurze Zeit später setzte dann der Regen ein, welcher uns wieder zurück in die Autos trieb. Wieder einmal war es nun Zeit für das Abendessen.

Auch am Sonntag Morgen waren wir redlich bemüht zu ordentlichen Ergebnissen zu kommen. Aufgrund des anhaltenden Regens haben wir es nun gar nicht erst aus den Autos geschafft. Nach einiger Zeit des Wartens brachen wir ab und verlegten zurück zum Hotel. Nach dem Frühstück bot uns Radomir witterungsbedingt noch einen Exkurs zur Bachfotografie in der Nähe an. Aufgrund der weiten Anreise der meisten Teilnehmer und der anhaltenden Luftfeuchtigkeit wurde dieses Angebot aber nicht angenommen. So verabschiedeten wir uns nach dem gemütlichen Frühstück und machten uns auf die Heimreise.

Im Anschluss findet Ihr eine kleine Auswahl meiner Nebelbilder.

Arbeitsbilder

Natürlich darf abschließend eine Auswahl an Arbeitsbildern nicht fehlen. Mein besonderer Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung geht an die Ersteller Radomir Jakubowski und Erwin Gerber.

Fazit

Während dieses Workshops hat uns die Natur sehr deutlich ihre Launen aufgezeigt. Von strahlendem Sonnenschein bis Gewitter mit Hagel war alles dabei. Dadurch bot sich uns auch die Gelegenheit unter verschiedenen Bedingungen zu fotografieren. Durchgängig hervorragend war trotz des Wetters die Stimmung unter den Teilnehmern. Dazu hat auch Radomir mit seiner ruhigen und stets lustigen Art maßgeblich beigetragen.

Inhaltlich war auch dieser Workshop von Radomir hervorragend vorbereitet. Er wußte genau über das Verhalten der Gämsen und die Fotografiermöglichkeiten Bescheid. Darauf hat er uns perfekt eingestimmt. Die unfotogenen Mittagspausen wurden nicht dem Müßiggang gewidmet, sondern produktiv mit Bildbesprechungen und Hinweisen zur Bildbearbeitung genutzt.

Insgesamt blicke ich wieder einmal auf einen tollen und lehrreichen Workshop zurück. Auch wenn ich nicht unbedingt die Aufnahmen machen konnte, die ich mir vorgestellt habe, weiß ich nun um die Rahmenbedingungen vor Ort. Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass ich eines Tages zu den Gämsen in den Vogesen zurückkehren werden!

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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