Rund ums Kleinwalsertal Tag 1 (9,4km)

Nachdem wir letztes Jahr tolle Erfahrungen mit der viertägigen Allgäuer Steinbock-Tour machen durften, beschlossen meine Gattin und ich dieses Jahr wieder eine Hüttenwanderung zu unternehmen. Nach kurzer Recherche war der Entschluss zur Umrundung des Kleinwalsertals gefasst. Mit einigen Abwandlungen haben wir uns am Vorschlag der Kleinwalsertal Tourismus orientiert. Für diese Wanderung werden insgesamt vier Tage veranschlagt, die wir für uns wie folgt individuell ausgeplant haben:

An dieser Stelle noch einige Hinweise vorab:

  • Die Widdersteinhütte hat nur sehr wenig Übernachtungskapazitäten. Eine Übernachtung ohne Reservierung ist nicht möglich. Es empfiehlt sich daher eine frühzeitige Reservierung.
  • Das Begehen des Gratwegs über den Hochstarzel (Tag 3) erfordert absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Jeder sollte sich hier ehrlich selbst einschätzen und alternativ auf die durch Kleinwalsertal Tourismus vorgeschlagene Route ausweichen.
  • Bei einer solchen mehrtägigen Hüttenwanderung durch die Alpen ist eine Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein (DAV) aus verschiedenen Gründen sehr zweckmäßig.

Parken

Wir reisen am frühen Morgen an und suchen in Riezlern den Parkplatz P5 der Kanzelwandbahn auf. Dieser liegt für uns als Ausgangspunkt günstig und ist auch der einzige Langzeitparkplatz vor Ort. Dort hatten wir 3€ pro Tag plus 3€ pro Nacht zu entrichten.

Übersichtskarte

Gemäß Logger haben wir heute 9,4km und einen Gesamtanstieg von 1.543m bewältigt. Unseren Weg könnt Ihr aus der beigefügten Übersichtskarte entnehmen.

Gesamtstrecke: 9442 m
Maximale Höhe: 2114 m
Minimale Höhe: 1119 m
Gesamtanstieg: 1543 m
Gesamtabstieg: -545 m
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Aufstieg zur Kanzelwandscharte

In großer Vorfreude treten wir unsere Wanderung am Parkplatz P5 in Richtung der Talstation der Kanzelwandbahn an. Nach einem kurzen Stück an der Straße biegen wir auf einen asphaltierten Weg nach rechts ab. Kurz danach steigt der Weg recht steil an und der Untergrund wechselt von Asphalt zu Schotter. Von weiter oben haben wir einen ersten schönen Blick über Weiden auf den Hohen Ifen und das Gottesackerplateau. Wir biegen nun nach links ab und folgen für ein kurzes Stück dem Riezler Höhenweg durch saftig grüne Weiden. Dort treffen wir auf einen Wegweiser, der uns zur Riezleralpe nach rechts in den Wald leitet.

Es folgt ein steiler Aufstieg durch den Wald. Als wir diesen wieder verlassen, erkennen wir die Gebäude der Alpe vor und über uns. Um zur Gehrenspitze zu gelangen, halten wir uns an der Riezleralpe nach rechts. Ab jetzt fordert uns ein längerer, steiler Aufstieg heraus. Nach fast 800m Höhenunterschied erreichen wir die Gehrenspitze und genießen die Aussicht auf das Kleinwalsertal unter uns. Zeit für eine kurze Pause unter dem Gipfelkreuz.

Ab jetzt geht es auf dem Grat weiter. Wir wandern direkt auf eine traumhafte Bergkulisse zu. Der Grat ist zunächst breit genug und völlig unkritisch. Im weiteren Verlauf des Weges folgen aber auch wenige Passagen, an welchen man schon einigermaßen trittsicher und schwindelfrei sein sollte. Ein entsprechendes Hinweisschild finden wir auf der Aussichtsplattform der Roten Wand. Dort ist dieses auch trefflich aufgehoben: Wer von ganz unten kommt, weiß was er tut; von oben hingegen nähert sich mit Hilfe der Kanzelwandbahn ein bunt gemischtes Publikum, welches besser auf die alpinen Gefahren hingewiesen werden sollte.

Während wir während des bisherigen Aufstiegs nur wenig menschliche Begegnungen zu verzeichnen hatten, spielt sich zwischen der Roten Wand und der Kanzelwand eine kleine Völkerwanderung ab. Die Fellhornbahn und die Kanzelwandbahn schaufeln jede Menge Menschen in diese luftigen Höhen. Wir halten daher nur eine kurze Rast ab und versuchen so schnell wie möglich diesen Abschnitt hinter uns zu bekommen. Vorbei gehts an der Bergstation der Kanzelwandbahn und hinauf zur Kanzelwandscharte. Aufgrund des immensen Betriebs auf dem Gipfel verzichten wir auf den eigentlich kurzen Abstecher zur Kanzelwand.

Abstieg ins Warmatsgundtal

Mit dem Überschreiten der Kanzelwandscharte lassen wir den gesamten Trubel auf einen Schlag hinter uns, fast wie wenn wir eine unsichtbare Tür durchschritten hätten. Vor unseren Füßen breitet sich ein menschenleeres und ruhiges Alpental aus. Auf einem schmalen Bergpfad beginnen wir den leichten Abstieg vorbei an Bergwiesen und Latschenkiefern. Weiter unten gelangen wir an einen Wegweiser, welcher uns in Richtung Fiderepasshütte nach rechts leitet. Dieser Weg bringt uns nun im leichten Auf und Ab schnurstracks in Richtung Warmatsgundtal. Dabei kommen wir an einer drahtseilgesicherten Stelle vorbei, welche allerdings unschwer zu bewältigen ist. Beim Blick nach links fühlen wir uns an den Beginn der Allgäuer Steinbock-Tour letztes Jahr erinnert. Im tief hängenden Nebel sind wir durch dieses Tal aufgestiegen. An einer Kreuzung stoßen wir auf den Warmatsgundbach. Hier beginnt der letzte Abschnitt der heutigen Etappe.

Aufstieg durch das Warmatsgundtal

Den von links kommende Weg sind wir, wie im vorigen Absatz bereits beschrieben, im vorigen Jahr während der Allgäuer Steinbock-Tour bereits heraufgekommen. Von nun an nutzen wir also denselben Aufstieg durch das Warmatsgundtal zur Fiderepasshütte.

Dem Lauf des Warmatsgundbachs folgend passieren wir recht schnell die Kühgundalpe. Während des weiteren Aufstiegs machen sich erste Schneereste entlang des Weges bemerkbar. Diese werden immer größer, bis wir schließlich noch etliche Meter über ein leicht angetautes Schneefeld zurücklegen müssen. Dieses ist aber gespurt und insbesondere bergauf gut zu begehen.

Dahinter verlassen wir den Warmatsgundbach und steigen auf einem schmalen Bergpfad in Serpentinen steil bergauf. Je höher wir kommen desto steiniger wird es. Beim Blick auf die Berge nach links erblicken wir die Fiderescharte, welche wir morgen durchschreiten möchten. Unterhalb dieser Bergkulisse hat sich eine Gruppe von Alpensteinböcken (Capra ibex) niedergelassen, welche sich durch vorbeikommende und staunende Wanderer nicht aus der Ruhe bringen lassen. Jetzt sind es nur noch wenige Schritte und wir erblicken etwas weiter oberhalb die Fiderepasshütte vor uns. Nun kann der ruhigere Teil des Tages beginnen.

Auf der Fiderepasshütte

Wir verbringen so viel Zeit wie möglich auf der Terrasse der Fiderepasshütte. Leider ist es heute recht bewölkt und windig, so dass wir den Tag nicht im Freien ausklingen lassen möchten. Während des Aufenthalts auf einer Berghütte trifft man aber viele Gleichgesinnte. So haben wir uns beim gemeinsamen Kartenspielen viel zu erzählen und der Abend vergeht wie im Flug. Fast hätten wir dabei den farbenfrohen Sonnenuntergang über dem Hohen Ifen verpasst. Ein Tag mit vielen Eindrücken geht zu Ende und wir zu Bette.

Rund um das Kleinwalsertal Tag 1
Am Abend werden wir durch einen farbenfrohen Sonnenuntergang über dem Hohen Ifen belohnt

Fazit

Der heutige erste Tag begann mit einem steilen und langwierigen Aufstieg. Landschaftlich richtig schön wurde es ab der Riezleralpe. Der Grat über die Gehrenspitze war wunderschön. Die folgende Passage zwischen der Roten Wand und der Kanzelwandscharte ist aufgrund des großen Andrangs rund um die Bergstation der Kanzelwandbahn weniger reizvoll, zumindest für diejenigen, welche die Abgeschiedenheit der Berge zu schätzen wissen. Gleich danach wird es aber auch schon wieder ruhiger. Der Abstieg ins Warmatsgundtal und der folgende Aufstieg zur Fiderepasshütte sind landschaftlich sehr reizvoll. Wir haben einen sehr schönen Tag und einen wunderbaren Einstieg in unsere viertägige Rundwanderung verlebt.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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