Durch die Höllentalklamm (11,6km)

Den ersten Teil unseres Sommerurlaubs verbringen wir dieses Jahr in der Nähe von Murnau. Gleich zu Beginn wollten wir uns unbedingt die eindrucksvolle Höllentalklamm anschauen, welche sich südlich von Garmisch-Partenkirchen befindet. Eigentlich planten wir hierzu einen Rundweg über den Schwarzenkopf und das Kreuzeck. Warum alles anders kam, könnt Ihr im Folgenden Artikel nachlesen. Jedenfalls wanderten wir knapp 5,8km bis zur Höllentalangerhütte und dann denselben Weg wieder zurück. Den zurückgelegten Weg könnt Ihr der folgenden Karte entnehmen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 5787 m
Maximale Höhe: 1412 m
Minimale Höhe: 815 m
Gesamtanstieg: 683 m
Gesamtabstieg: -89 m
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Karte: Alpenvereinskarte Bayerische Alpen BY8, Wettersteingebirge

Parken

Nachdem wir für unsere Verhältnisse eigentlich ganz gut weg und durch Garmisch-Partenkirchen durchgekommen waren, kam es auf dem Parkplatz in Hammersbach zu einer Verzögerung. Der dort aufgestellte Parkautomat akzeptierte nur Bargeld und wollte 5€ für ein Tagesticket von uns haben. Leider hatten wir nur etwas über 3€ in Münzgeld. Wechseln kann in einer solchen Situation natürlich auch keiner der auf dem Parkplatz anwesenden Personen, es haben alle dieselbe Not. Nach knapp 20 Minuten konnte mir dann doch eine nette junge Frau aus der Patsche helfen. Die erste Lehre des heutigen Tages war also immer genügend Münzgeld für die Parkplätze mitzuführen.

Zur Höllentaleingangshütte

Nach dieser Verzögerung konnte es dann endlich losgehen. Schon vom Parkplatz aus bietet sich ein toller Blick auf die Bergwelt. Besonders ragen hier die Gipfel des Waxensteins heraus.

Zu Beginn wandern wir zunächst der Straße entlang. Unmittelbar nach der Überquerung des Hammersbachs biegen wir aber nach rechts ab und folgen von nun an einem Schotterweg. Dieser folgt dann dem Verlauf des Hammersbachs. Das macht die Hitze recht erträglich, denn der Bach gibt eine angenehme Kühle ab. Das merken wir aber erst, als der Weg über Holztritte bergauf und vom Gewässer weg führt. Nach wenigen Serpentinen erreichen wir ein Kruzifix. Von nun an wandern wir auf dem Schotterweg mehr oder weniger eben weiter, immer den imposanten Bergen entgegen. Für einen Moment treffen wir wieder auf den Hammersbach, bevor wir uns in Serpentinen in steinigere Gefilde empor begeben. Oben wandern wir unmittelbar am Fels entlang und erreichen nach kurzer Zeit die Höllentaleingangshütte.

Die Ausschilderung hat für diesen am Parkplatz beginnenden Abschnitt knapp 80 Minuten vorgesehen.

An der Höllentaleingangshütte befindet sich eine Kasse mit Drehkreuz. Dort erleben wir wieder einmal die Vorteile einer Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein. Statt der 5€ bezahlen wir nur 2€, die Kinder 1€ statt 2€. So summieren sich die Vergünstigungen über das Jahr.

Durch die Höllentalklamm

Nach den ersten Anstrengungen befinden wir uns nun also in der Höllentalklamm. Schon der erste Blick ist beeindruckend. Der schmale Weg führt uns sogleich unter überhängenden Gesteinsmassen hindurch, bevor wir auf einen Holzweg gebracht werden. Weiter oben erkennen wir eine Brücke, welche wir sogleich überqueren. Unter uns rauscht der reißende Hammersbach durch die Felswände eingeengt dahin. In der Folge passieren wir mehrere Wasserfälle, wandern durch Tunnels und sehen auch noch ein paar Schneebrocken. Und das alles in unmittelbarer Nähe zum wilden Hammersbach. An einigen Stellen bekommen wir das auch am eigenen Leib zu spüren. Wer nicht nass werden will, der sollte daran denken, seine Regenschutzjacke mitzunehmen. Ein Bild sagt ja bekanntermaßen mehr als tausend Worte, daher folgen nun erst einmal einige Impressionen aus der Höllentalklamm.

Als wir das Ende der Höllentalklamm erreichen sind Kinder und Eltern tief beeindruckt. Für mich war das sicherlich die beeindruckendste Klamm, welche ich bislang erleben durfte. Auch die Kinder waren von diesem erlebnisreichen Weg total begeistert und bedurften zu keinem Zeitpunkt einer externen Motivation.

Etwas Ernüchterung hat indessen das Wetter im Gepäck. Die Wolken verdichten sich und werden dunkler. Das erste Grummeln am Himmel ist zu spüren. Nach einigen Überlegungen entscheiden wir uns dennoch dafür, bis zur Höllentalangerhütte weiterzugehen.

Zur Höllentalangerhütte

Natürlich liegt das absolute landschaftliche Highlight inzwischen hinter uns. Dennoch durchwandern wir auch weiterhin eine fantastische Berglandschaft. Der Hammersbach hat hier deutlich mehr Raum zur Entfaltung und wird daher etwas ruhiger. Zu Beginn fließt er teilweise unmittelbar an einer nahezu senkrecht abfallenden Felswand entlang. Schließlich zweigt ein schmaler Pfad nach links ab, der Stangensteig. Unerschrockene und Schwindelfreie können die Höllentalklamm auf diesem Pfad aus luftiger Höhe von oben betrachten. Die schwarz eingestufte Tour ist eine weitere Möglichkeit des Ab- oder Aufstiegs durch das Höllental.

Als wir den Aufstieg über die Serpentinen beginnen, hat uns die erste Regenwolke inzwischen eingeholt. Auch das Grummeln am Himmel ist lauter geworden. Im Laufe des Aufstiegs nimmt der Regen zu, weswegen wir unseren Schritt beschleunigen. Die Wolken ziehen nun mehr und mehr zu und die Blitze um uns herum sind deutlich zu sehen. Unter diesen Rahmenbedingungen lasse ich die Kamera natürlich im Rucksack, einige der Bilder unten sind erst auf dem Rückweg entstanden. Wir geben jetzt richtig Gas und nehmen die tolle Landschaft mit ihren Schneefeldern, dem Wasserfall und den Felsmassiven vor uns gar nicht mehr richtig wahr. Erst auf dem Rückweg nehmen wir uns mehr Zeit für diese Betrachtungen. Schließlich erreichen wir tropfend von Schweiß und Regen die Höllentalangerhütte und flüchten schnell vor dem Gewitter hinein.

Planänderung auf der Hütte

Draußen gewittert es mächtig und schüttet in Strömen. Wir haben auch mehr Zeit und Kraft auf der Strecke gelassen, als eigentlich geplant. Daher nehmen wir jetzt erst einmal eine ordentlich Stärkung zu uns. Nach etwas mehr als einer Stunde ist das Unwetter weitergezogen. Aufgrund der unklaren Wetterlage und der fortgeschrittenen Zeit sehen wir von unserem ursprünglichen Plan eines Rundwegs ab und beschließen denselben Weg ins Tal zurück zu gehen. Eine andere Option wäre natürlich der Stangensteig gewesen. Aufgrund der Regenfälle und unserer noch nicht ganz so bergerfahrenen Kinder verzichten wir aber heute darauf. Schließlich ist die Höllentalklamm auch in anderer Richtung absolut sehenswert!

Impressionen vom Wegesrand

Überraschenderweise hat der Regenguss auch etwas Positives mit sich gebracht. Schon seit sie vor zwei Jahren „Conni in den Bergen“ gelesen haben, möchten die Kinder gerne einmal einen Alpensalamander (Salamandra atra) sehen. Leider ergab sich bislang nie die Gelegenheit. Heute jedoch hat der Regen einige Dutzend Exemplare an die Oberfläche befördert. So ergab sich auf dem Weg von der Höllentalangerhütte zur Höllentalklamm ständig die Möglichkeit, die hübschen Tierchen zu beobachten.

Durch die Höllentalklamm
Nach dem ausgiebigen Regen zeigt sich der Alpensalamander (Salamandra atra) entlang des Wegs

Fast schon zurück in Hammersbach nahm ich im Hammersbach plötzlich eine mir wohlbekannte Stimme und Bewegung wahr. Zweifellos erblickte ich gerade einen Jungvogel der Wasseramsel (Cinclus cinclus). In einem Artikel hatte ich vor geraumer Zeit ausführlicher über diesen Lebensabschnitt des beeindruckenden Vogels berichtet. Das unersättliche Wesen hetzt seinen Erziehungsberechtigten ganz schön durch die Gegend. Wer selbst Kinder hat, fühlt sich hierbei vielleicht an etwas erinnert…

Fazit

Was war das heute für ein aufregender Tag! Schon der Aufstieg zur Höllentaleingangshütte bot einiges an landschaftlichen Reizen. Was danach folgt, lässt den geneigten Betrachter einfach nur staunen. In der Höllentalklamm zeigen sich die ungezügelten Kräfte der Natur. Fels und Wasser ergeben hier eine Mischung, die einfach nur imposant ist. Der Wanderer ist so nah am Geschehen, dass man gut beraten ist eine Regenschutzjacke mitzunehmen. Das Wetter hat uns zwar von unserer Ursprungsplanung abgebracht, dennoch hatten wir auch auf dem Rückweg vieles zu beobachten und zu bestaunen. Trotz des Wetters ein herrlicher Tag, an den wir gerne zurückdenken!

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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