Blütezeit der Buschwindröschen

Sie sind mit die ersten Frühlingsboten des Jahres. Im März beginnen sie regelmäßig damit, ihre zarten weißen Blüten der Sonne entgegenzurecken. Zuweilen sind dann große Bereiche des Waldbodens weiß gefärbt von den Blüten des Buschwindröschens (Anemone nemorosa).

Während des Radelns fielen mir schon vor zwei Jahren die ausgedehnten Blütenteppiche der Buschwindröschen im Kottenforst auf. Seither wollte ich mich unbedingt diesem Sujet fotografisch nähern. Allein Zeit und Wetter ließen dies bislang nicht zu. Dieses Jahr war es aber nun doch soweit. Für den heutigen Montag war bis in den Abend hinein strahlender Sonnenschein angekündigt. Also packte ich meine sieben Sachen und rückte gegen 17 Uhr in den Kottenforst ein.

Dort angekommen bestand die größte Herausforderung darin, aus der großen Menge der Buschwindröschen eine günstig platzierte Gruppe zu identifizieren. Ich wollte unbedingt gegen die Sonne fotografieren, die meisten Blüten waren aber der Sonne zugewandt. Nach längerem Suchen ward ich schließlich fündig. Die Sonne stand inzwischen schon etwas tiefer, so dass das Licht langsam interessanter wurde. Also schnell das Stativ aufgebaut und Kamera samt Teleobjektiv (in diesem Fall das Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6 L IS II USM) aufgesetzt. Schon bei den ersten Bildern zeigten sich faszinierende Lichtreflexe.

Buschwindröschen im Kottenforst
Buschwindröschen (Anemone nemorosa) im Gegenlicht

In der Folge blieb noch einiges an Zeit für Experimente. Ich veränderte mehrfach den Blickwinkel um wenige Zentimeter in alle Richtungen und versuchte mich an der Nutzung eines Diffusors. Mit der weiter sinkenden Sonne wurde dann das Licht immer sanfter. So kam letztendlich die unten abgebildete Aufnahme zustande.

Buschwindröschen im Kottenforst
Eine Gruppe von Buschwindröschen (Anemone nemorosa) im Licht der untergehenden Sonne

Fazit

Knapp zweieinhalb Stunden verbrachte ich auf Augenhöhe mit den Buschwindröschen auf dem duftenden Waldboden des Kottenforstes. Weniger ist bekanntermaßen mehr, deshalb konzentrierte ich mich dabei lediglich auf ein Motiv. Es machte irren Spaß, so viel Zeit mit fotografischen Experimenten zu verbringen.

Natürlich wäre ein Objektiv mit größerer Offenblende für diese Art der Fotografie zielführender gewesen. Aber statt wie früher ständig noch besserer Technik hinterherzuhetzen, bevorzuge ich inzwischen mich an die Grenzen der verfügbaren Ausrüstung heranzutasten. Dazu ist ein intensiver Lernprozess erforderlich, der sich u.a. auch aus dem kritischen Auseinandersetzen mit den eigenen Werken speist. Und ja, schon aus diesem Gesichtspunkt würde ich bei den obigen Aufnahmen heute natürlich manches anders machen. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt…

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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