Februar an der Ahr bei Gebirgsstelze, Eisvogel & Co.

Die letzten beiden sonnigen Sonntage haben NABU-Kumpel Jens und ich genutzt, um in den früheren Morgenstunden an der Ahr auf Vogelpirsch zu gehen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zogen wir hauptsächlich aus, um das Juwel von der Ahr, den Eisvogel (Alcedo atthis) vorteilhaft vor die Linse zu bekommen. Im Laufe der beiden Ausflüge hat sich allerdings plötzlich das Hauptmotiv geändert. Woran lags? An einer günstigen Gelegenheit…

Lauern auf die Gebirgsstelze

Eigentlich sollte es nur eine Pirsch werden. Während unseres ersten Ausflugs fanden wir dann aber auf einem ufernahen Stein deutliche Anzeichen von Vogelexkrementen vor. Nach kurzer Wartezeit stellten sich auch die Verursacher ein, ein Pärchen der Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Augenscheinlich waren wir mitten im Revier gelandet. Ein paar erste, wenngleich unvorteilhafte Bilder gelangen nur aus größerer Entfernung. Es stand daher schnell fest, dass eine Rückkehr mit Tarnmaterial erforderlich ist. Glücklicherweise erwarb ich vor kurzem einen Tarnüberwurf, welchen ich hierfür einzusetzen beabsichtigte.

Eine Woche später an derselben Stelle trafen wir auf unerwartete Stille. Etwas enttäuscht warf ich trotzdem meinem Tarnüberwurf über und legte mich mitten in den Schmodder. Das Supertele konnte ich auf einem Ast aufsetzen, den Mutter Natur dankenswerterweise gerade für solche Fälle dort platzierte. Jens dokumentierte die Szene mit Bildmaterial. Für mich ist es im Nachhinein interessant zu sehen, wie gut sich das Tarnmuster in die Umgebung einfügt.

Nach knapp zehnminütiger Wartezeit geschah es dann tatsächlich. Erst kündeten zarte Rufe vom Nahen der gefiederten Freunde, dann saß eine Gebirgsstelze plötzlich auf dem Stein. In der Folge beschrieb sie auf Steinen und durch das Wasser hüpfend einen Kreis und kam mir dabei immer näher. Zwei Minuten später war alles vorbei. Ich hatte Glück, dass während dieser kurzen Zeit keine Spaziergänger vorbeikamen. Stattdessen waren einige recht ansprechende Bilder im Kasten, von denen ich Euch nun eine Auswahl präsentieren möchte.

Eisvogel & Co.

Den Eisvogel konnten wir direkt während unseres ersten Besuches beobachten. Ich war überrascht von seinem plötzlichen Auftauchen und hatte wenig Zeit für die Suche nach einem anderen Standort. Daher verläuft in der Aufnahme unten leider ein Ast genau durch den Schnabel. Auch der Hintergrund ist mir noch viel zu unruhig. Aber eines fernen Tages wird sich sicherlich eine bessere Gelegenheit bieten.

Umso bemerkenswerter war dafür unser Aufeinandertreffen mit einer Heckenbraunelle (Prunella modularis). Der kleine Piepmatz saß unweit auf einem mit Flechten bewachsenen Ast und ließ sich von uns eine gefühlte halbe Ewigkeit ungestört ablichten. Irgenwann hatte er wohl keine Lust mehr auf das Shooting und machte sich aus dem Staub.

Auch sonst gab es noch so manchen Vertreter zu beobachten. Eine kleine Auswahl habe ich für Euch in der folgenden Gallerie zusammengestellt.

Fazit

Ich warte immer noch auf überzeugende Eisvogelbilder. Aber das Gesetz der großen Zahlen ist auf meiner Seite.

Die Gebirgsstelzen werde ich sicherlich noch öfters besuchen. Insbesondere mit einer passenden Tarnung sind tolle Naturbeobachtungen möglich, ohne die Tiere in ihrem Alltag zu stören.

Die Ahr ist eben immer einen Besuch wert!

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2 Antworten

  1. Tanja Ehrhardt sagt:

    Hallo Andreas!
    Du bist aber (selbst)kritisch! Ich finde den Eisvogel großartig! Der Zweig (und der Hintergrund) gehört doch dazu: Der Vogel lebt doch in der Natur – und nicht im Regal!!
    Herzliche Grüße aus dem (auch recht sehenswerten) Ried
    Tanja

    • Hallo Tanja, vielen Dank für Deine lobenden Worte. Aber nur durch kritische Bewertung des eigenen Schaffens vermag man sich überhaupt erst weiterzuentwickeln. Denn eine der goldenen Regeln lautet, dass der Kopf des Motivs durch den Hinter- oder Vordergrund nicht durchschnitten werden soll. Ich werde mich also langsam durch die Wahl des Standorts an das Bild in meinem Kopf herantasten. Bei den Gebirgsstelzen hat das schon ganz gut geklappt. Wichtig ist dabei nur, dass eine Störung des Tieres verhindert wird. Liebe Grüße in das (sicherlich) recht sehenswerte Ried, Andreas

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