Insektenfotografie während des Sonnenaufgangs

Morgenstund hat Gold im Mund, behauptet zumindest der Volksmund. In der Tat können auch aufgeweckte Naturfotografen aus dieser Volksweisheit eine Lehre für ihre Arbeitszeiten ziehen. Schließlich gibt es das weichste und schönste Licht zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Aus diesem Grund begab ich mich in den letzten sieben Tagen gleich zweimal ziemlich früh in die Jagdgründe, um den Sonnenaufgang mit meinen sechsbeinigen Freunden zu verbringen. Das Wetter war glücklicherweise beide Male wie vorhergesagt, so dass ich sehr gute Bedingungen hatte. Die Motive waren zu diesem Zeitpunkt auch noch recht schläfrig und harrten auf die ersten Sonnenstrahlen.

Heute Morgen fand ich als erstes Objekt der Begierde ein Schachbrett (Melanargia galathea), das die Nacht auf einem Echten Dost (Origanum vulgare) verbrachte. Auf der Oberfläche sind noch leichte Tautropfen zu erkennen.

Makrofotografie zum Sonnenaufgang

Langsam erwacht das Schachbrett (Melanargia galathea) in der aufgehenden Sonne

Letzte Woche war ich zuvor bereits auf ein Schachbrett gestoßen. Dieses öffnete bei den ersten Sonnenstrahlen die Flügel. Leider habe ich es hierbei nicht geschafft, den gesamten Schmetterling in die Schärfeebene zu bekommen. Deshalb verschwimmen die Flügelenden leicht  in Unschärfe.

Exkursion Makrofotografie

Das Schachbrett (Melanargia galathea) hat seine Flügel in der aufgehenden Sonne geöffnet

Als zweites Motiv ist mir ein augescheinlich recht seltener Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades) aufgefallen. Dieser saß im Ginster und hat noch tief und fest geschlafen.

Makrofotografie zum Sonnenaufgang

EIn Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades) erwacht in der aufgehenden Sonne

Als letztes Motiv fiel mir eine Rote Mordwanze (Rhynocoris iracundus), ebenfalls im Ginster sitzend, auf. Das Rot der Raubwanze bildet einen schönen Kontrast zum satten Grün des Ginsters. Das machte es mir auch recht einfach, dieses wärmeliebende Tierchen zu finden.

Exkursion Makrofotografie

Eine Rote Mordwanze (Rhynocoris iracundus) erwacht in einem Ginster

Fazit

Im Gegensatz zum früheren Vorgehen habe ich mich bei den letzten beiden Ausflügen auf sehr wenige Motive beschränkt und dafür mehr auf die Qualität des Lichts geachtet und gewartet. Meines Erachtens sind hierbei wesentlich stimmungsvollere Aufnahmen zustande gekommen als bislang. Es gilt der alte Grundsatz: Weniger ist mehr!

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2 Antworten

  1. Matthias sagt:

    Wunderbare Bilder.
    Ist das wohl die gleiche seltene Mordwanze, die Du beim Wandern im letzten Jahr schon trafst?

    • Servus Matze,

      vielen Dank für Deine lieben Worte Vermutlich handelt es sich aber um ein anderes Exemplar der Roten Mordwanze. Das kleine Tierchen hätte sonst eine erstaunliche Wegstrecke zurücklegen müssen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass ich dieses Tier am 9. Juni 2018 im Rahmen der GDT-Exkursion schon einmal abgelichtet habe…

      Liebe Grüße,
      Andreas

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