Vogelfotografie im März an der Ahr

Nachdem wir im Februar bereits zur Vogelfotografie an der Ahr waren, haben Jens und ich auch im März zwei Ausflüge unternommen. Begehrtes Ziel unserer Anstrengungen war wieder die Wasseramsel (Cinclus cinclus), die wir dieses Mal etwas näher vor die Linse bekommen wollten. Im Gegensatz zum Vormonat kam hierfür nun endlich mein Tarnzelt zum Einsatz. Während der jeweils nur wenige Stunden dauernden Ansitze an zwei verschiedenen Orten haben wir sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt.

Das Buteo Aquila ist das Tarnzelt meiner Wahl für zwei Personen (Foto: Jens Woitol)

Bevor ich allerdings auf das Hauptmotiv Wasseramsel zurückkomme, möchte ich zunächst auf den „Beifang“ eingehen.

Der Eisvogel (Alcedo atthis)

Während des gesamten ersten Ansitzes Mitte März haben wir keine einzige Wasseramsel vor die Linse bekommen. Der gesamte, ca. drei Stunden dauernde Aufenthalt im Tarnzelt war relativ ereignislos. Auf die zügige Passage eines Pärchens Stockenten (Anas platyrhynchos) konnte ich nicht rechtzeitig reagieren, da ich durch muskuläre Lockerungsübungen anläßlich eines leichten Wadenkrampfs abgelenkt war. Plötzlich war da aber ein schillernder Lichtschimmer am Horizont. Ein Eisvogel hatte sich auf einem Baum an der gegenüberliegenden Uferseite der Ahr niedergelassen. Aufgrund der Entfernung von über 20m war auf einmal Wallung im Zelt. Diese Sichtung hat die Suche nach den Konvertern ausgelöst. Letztlich konnte ich dank des 2-fach Konverters mit 1200mm ein (künstlerisch nicht gerade wertvolles) Bild mit nach Hause nehmen. So war zumindest ein kleiner Erfolg gegeben. Aber so ist das in der Naturfotografie, eine Garantie gibt es nicht!

Vogelfotografie im März an der Ahr

Eine ganze Zeit lang hat sich ein Eisvogel (Alcedo atthis) auf einem Baum über der Ahr aufgehalten

Die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)

Bereits während unseres ersten Ausflugs im Februar konnte ich eine Gebirgsstelze aus dem Augenwinkel beobachten. Diese wunderschön gefärbten Vögel besiedeln dasselbe Habitat wie die Wasseramsel. Beide Arten sind Anzeiger für eine gute Wasserqualität. Im Vergleich zur Wasseramsel ist die Gebirgsstelze jedoch deutlich agiler, eigentlich ist sie ständig in Bewegung. Wenn man sie fotografieren möchte, ist Schnelligkeit gefragt.

Während des zweiten Ansitzes Ende März waren die Tierchen leider nur auf der gegenüberliegenden Uferseite der Ahr oder außerhalb des Schwenkbereichs aktiv. Deshalb konnte ich lediglich erste dokumentarische Aufnahmen vermelden. Aber durch Beobachtung der Aktivitäten wissen wir nun mehr über ihre Verhaltensmuster. Beim nächsten Mal werden wir durch Wechsel der Perspektive bzw. der Tarnung unser Glück noch einmal versuchen. Irgendwann wird es schon klappen…

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus)

Eigentlich haben wir das Tarnzelt zu spät aufgeschlagen. Zeitumstellung und Unterschätzen der Helligkeit am frühen Morgen haben dazu geführt, dass bei unserer Ankunft an der Ahr schon munterer Betrieb war. Dadurch war aber offensichtlich, dass wir uns mitten im Revier eines Pärchens der Wasseramsel tummeln. Nachdem das Zelt stand konnten wir auch recht schnell wieder die ersten Sichtungen verzeichnen. Auch dies geschah auf der gegenüberliegenden Uferseite der Ahr. Dafür gab es bezüglich ihres Verhaltens unglaublich viel zu beobachten. So konnten wir der Wasseramsel bei der Gefiederpflege, beim Trinken, auf Nahrungssuche, beim Rasten und beim Suchen von Nistmaterial zusehen. Am Ende habe ich das Zelt verlassen und konnte die letzten beiden Bilder flach auf dem Boden liegend auf kürzere Entfernung aufnehmen.

Zwischendurch hat sie es aber tatsächlich für uns getan! Wir haben das Zelt ungefähr 7m vor einem aus der Ahr herausragenden Ast platziert. Während die aufgehende Sonne den gegenüberliegenden Hang in sanfte Töne färbte, hat sich die Wasseramsel auf diesen Ast gesetzt. Dabei ist mir mit 1,4-fach Konverter und 840mm Brennweite mein Foto des Monats geglückt.

Vogelfotografie im März an der Ahr

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) hat sich für einen kurzen Augenblick auf diesen Ast gesetzt

Fazit

Die beiden Ansitze an der Ahr haben unglaublich viel Spaß bereitet. Zu zweit im Zelt wird es nie langweilig. In den insgesamt knapp sechs Stunden durften wir am Leben dieser wunderschönen Tiere teilhaben und ihre Verhaltensmuster studieren. Dadurch ergeben sich wiederum neue Ideen, wie wir uns dem Motiv beim nächsten Mal nähern können. Daher kann ich es kaum erwarten, bis es wieder zur Ansitzfotografie an die Ahr geht. Wobei auch die übrige Natur jetzt recht schnell aus dem Winterschlaf erwachen dürfte und demnächst mit den ersten Frühblühern zu rechnen ist. Die wohl spannendste Zeit des Jahres beginnt!

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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