Der Goldene Henkel im Mond

Seit ich zu Weihnachten das wunderbare Buch Astrofotografie von Katja Seidel bekommen habe, interessiere ich mich vermehrt für die Fotografie des nächtlichen Himmels. Eine noch recht einfache Übung ist das Ablichten des sogenannten Goldenen Henkels im Mond. Wer sich auf der Webseite von Katja Seidel für den kostenfreien Newsletter anmeldet, der bekommt regelmäßig Informationen über derartige, im Laufe des nächsten Monats anstehenden astronomischen Ereignisse.

Derart vorbereitet wußte ich also schon Anfang Februar, dass am 25. Februar zwischen 18 und 20 Uhr der Goldene Henkel im Mond sichtbar sein wird. Dabei handelt es sich um eine henkelförmige Beleuchtung eines Kraterrandes, der eigentlich schon im schattierten Bereich des Mondes liegt. Da der Mond sehr viel Licht reflektiert, sind bei günstigen Bedingungen die Belichtungszeiten auch sehr im Rahmen. Eine gute Möglichkeit, meine neue Ausrüstung wieder zum Einsatz zu bringen.

Aufgrund der Vorwarnzeit war also schon lange klar, dass Jens und ich uns dieses Schauspiel anschauen werden. Was wir zu dieser Zeit noch nicht wußten, war dass es eine unglaublich kalte Veranstaltung werden wird. Wenige Tage vorher sind die Temperaturen weit unter den Nullpunkt gesunken. So brachen gegen 18.30 Uhr zwei vermummte Gestalten aus dem wohlig warmen Wohnzimmer auf, um sich in eisiger Kälte knapp 200m weit auf das Feld zu wagen. Dort wurde schnell das Stativ aufgebaut und die Kamera mit 600mm Teleobjektiv und 1,4x Konverter aufgesetzt. Das war kein Spaß, denn mit Handschuhen waren die erforderlichen Griffe nicht möglich und ohne Handschuhe hatte ich bald kein Gefühl mehr in den Fingern. So wurde die manuelle Nachführung des bei dieser Brennweite recht flotten Erdtrabanten zur Tortur. Die Lage am abendlichen Himmel hat nicht zur Steigerung der Laune beigetragen. Obwohl sich den gesamten Tag über keine Wolke am Himmel gezeigt hat, war inzwischen eine leichte Bewölkung aufgekommen. Das führte dazu, dass jedes Bild unterschiedlich belichtet war. Aus den genannten Gründen hat diese Foto-Session nicht allzu lange gedauert. Dennoch ist aus diesem kurzen Ausflug ein Bild hervorgegangen, das ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Damit wünsche ich Euch noch einen schönen Abend, immerzu gutes Licht und allzeit angenehm temperierte Finger!

Goldener Henkel

Im oberen Bereich der dunklen Seite des Mondes ist der Goldene Henkel zu erkennen

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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2 Antworten

  1. Katja sagt:

    Klasse Aufnahme und schöne Geschichte! Und natürlich prima, dass die Finger wieder aufgetaut sind. Ich kenne das Gefühl – geht wirklich schnell, wenn es kalt es und dazu der Wind noch ein bisschen geht. Aber der Einsatz hat sich ja offenbar gelohnt 🙂

    • Hallo Katja,
      vielen herzlichen Dank für Deinen Kommentar! Es freut mich total, dies aus Deiner berufenen Feder zu lesen! Dein Buch hat mich für das Thema Astrofotografie sehr inspiriert. Ich habe schon einige Ideen im Kopf, die ich bei günstiger Gelegenheit angehen möchte.
      Dir wünsche ich alles Gute für Deine Projekte und jederzeit gute Bedingungen. Vielleicht schaffe ich es ja mal zu einem Deiner Workshops.
      Viele liebe Grüße, Andreas

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