Heidepanoramaweg (7,7km)

Im Rahmen eines Kurzurlaubes in der Lüneburger Heide möchten wir heute den Heidepanoramaweg erleben. Die Idee dazu haben wir dem sehr gut aufbereiteten Wanderführer „Natur erleben im Wanderparadies Südheide“ entnommen, der gegen einen kleinen Obolus von 3,50€ in den Tourist-Informationen des Naturparks erworben werden kann. Jedem Touristen, den es in die Südheide zieht, kann ich einen Besuch der Tourist-Information in Hermannsburg nicht zuletzt deshalb sehr empfehlen. Wir haben hier selbst des Sonntags einen ausgesprochen freundlichen Empfang erlebt!

Schon seit geraumer Zeit verfolge ich über Twitter die Meldungen der Touristeninformation Südheide zum Status der Heideblüte. Wir haben Glück, da die Misselhorner Heide diesbezüglich relativ weit ist. Daher freuen wir uns umso mehr auf den heutigen Tag und unsere erste Wanderung durch die Landschaft der Lüneburger Heide. Die zurückgelegten knapp 7,7km könnt Ihr der folgenden Karte entnehmen.

Übersichtskarte

Total distance: 7660 m
Max elevation: 154 m
Min elevation: 109 m
Total climbing: 197 m
Total descent: -198 m
Herunterladen

Parken

Den kostenfreien Wanderparkplatz „Misselhorner Heide“ findet Ihr auf der K17 von Unterlüß kommend ca. 1,5km vor Hermannsburg ausgeschildert.

Auf dem Heidepanoramaweg

Am Parkplatz findet sich eine Informationstafel sowie Sitzmöglichkeiten

Ausschilderung

Wir folgen heute der Ausschilderung für die Wandertour „W10“.

Auf dem Heidepanoramaweg

Für den Heidepanoramaweg folgen wir der Ausschilderung W10

Diese gibt es in drei Längen. Der Heidepanoramaweg ist gemäß unserem Wanderführer die Tour mittlerer Länge des W10. Die Ausschilderung erfolgt mit einem gelben Kreis inmitten zweier grauer Kreise (Bild siehe unten). Die Ausschilderung war nur an einer Stelle, schon recht weit am Anfang, schlecht, den Rest des Weges aber gut.

Auf dem Heidepanoramaweg

Vom Parkplatz „Misselhorner Heide“ geht es vorbei an den Picknick-Plätzen schnurstracks auf die Heide. Schon nach wenigen Metern stehen wir inmitten des blühenden Heidekrauts (Calluna vulgaris). In der Ferne erkennen wir das Symbol der Lüneburger Heide schlechthin, eine Herde von Heidschnucken auf ihrer Tagestour.

Auf dem Heidepanoramaweg

Schon nach wenigen Metern sehen und hören wir die ersten Heidschnucken

Wir folgen nun dem schön sandigweichen Pfad in Richtung Südosten und genießen diese tolle Umgebung. Kurze Zeit später kommen wir wieder auf den breiteren Weg, der zugleich die direkte Verbindung zum Parkplatz ist. In der Zwischenzeit haben uns die Heidschnucken eingeholt, die recht zügig unterwegs sind. Wenn sie zu lange an einer Stelle verbleiben, würde die Verdauung einsetzen. Um das zu vermeiden, werden die Tierchen immer in Bewegung gehalten.

Auf dem Heidepanoramaweg

Die Heidschnucken haben uns eingeholt

Nun stehen wir vor dem Eingangs bereits erwähnten Wegweiser. Demzufolge haben wir die Möglichkeit, geradeaus zu wandern oder nach rechts abzubiegen. Liebe Wanderer, haltet Euch an dieser Stelle links und Ihr werdet die Tour im Uhrzeigersinn wie geplant gehen können.

Auf dem Heidepanoramaweg

An dieser Stelle hätten wären wir besser nach links abgebogen

Wer sich links gehalten hat, der kommt nur wenige Schritte später an diese Stelle. Ab hier ist die Ausschilderung gut. WIr folgen nun dem gelben Kreis weiter auf dem schönen Wanderpfad.

Auf dem Heidepanoramaweg

Wer richtig abgebogen ist, der wird von nun an gut durch die Heidefläche geleitet

Wenig später passieren wir eine Senke, welche im Wanderführer als Teich eingezeichnet ist. Vom Teich ist nicht viel zu sehen, vermutlich hat es in letzter Zeit zu wenig geregnet oder der Boden ist so durchlässig, dass das Wasser recht schnell versickert.

Auf dem Heidepanoramaweg

Bei stärkeren Niederschlägen könnte diese Senke auch ein Teich sein

Obwohl die Heideblüte gemäß Volksmund traditionell um den 8. August herum beginnt und bis zum 9. September dauert, dürfen wir heute schon recht viele blühende Heidesträucher erleben. Immer wieder wachsen auch Kiefern dazwischen. Dass diese sich nicht weiter ausbreiten und das Heidekraut immer niedrig gehalten wird, findet die Beweidung durch die Heidschnucken statt.

Auf dem Heidepanoramaweg

Die Kiefern fühlen sich auf dem sandigen Heideboden wohl

Auf dem tollen Wanderpfad geht es weiter durch das wellige Gelände.

Auf dem Heidepanoramaweg

Ab und an gibt es auch kleinere Unebenheiten im Gelände

Es geht immer mehr oder weniger geradeaus durch den schmalen Streifen Heidegebiet.

Auf dem Heidepanoramaweg

Ein schmaler sandiger Pfad führt uns durch die Misselhorner Heide

Inmitten des blühenden Heidekrauts fallen die wenigen, von rot-violett abweichenden Blütenfarben sofort ins Auge.

Auf dem Heidepanoramaweg

In all den violett und rosa Farbtönen gibt es auch gelbe Farbtupfer

Wir kommen nun ans Ende der Misselhorner Heide. An der Stiefelbusch genannten Stelle verlassen wir diese und kommen nun in eine vom Wald dominierte Passage.

Auf dem Heidepanoramaweg

Am Stiefelbusch verlassen wir die Misselhorner Heide

Wenig später kommen wir an eine kleine Schutzhütte an einer Wegekreuzung. Es ist nun schon an der Zeit für unser Mittagessen.

Auf dem Heidepanoramaweg

An dieser Schutzhütte haben wir unsere Mittagsrast abgehalten

Nach dieser kurzen Rast geht es frisch gestärkt weiter. Unser Weg macht nun einen Schlenker nach rechts. Anschließend wandern wir durch einen lichten Kieferwald.

Auf dem Heidepanoramaweg

Nun geht es durch ein kurzes Stück Kiefernwald

Am Waldrand finden wir ein großes Vorkommen an Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idaea).

Auf dem Heidepanoramaweg

Am Waldrand wachsen Unmengen an Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idaea)

Dann endet der Wald und macht einem weiteren Heidegebiet Platz. An der folgenden Kreuzung wandern wir geradeaus weiter.

Auf dem Heidepanoramaweg

Nach dem Waldstück durchqueren wir eine weitere Heidefläche

Wir kommen nun ins Tiefental. Hier wird die Heide kurzzeitig wieder von einem Kiefernwald unterbrochen. Rechts abseits des Weges erblicken wir historische Unterstände für Bienenstöcke.

Auf dem Heidepanoramaweg

Unter den Kiefern befinden sich Unterstände für Bienenstöcke

Natürlich ist das Tiefental in Anbetracht des hiesigen Geländereliefs kein tief ausgeschnittenes Tal, wie man es aus den deutschen Mittelgebirgen erwarten könnte. Es sind nur ein paar Höhenmeter, die wir hier ganz sanft zu bewältigen haben.

Auf dem Heidepanoramaweg

Im Tiefental durchqueren wir wieder einen Nadelwald

Nach nur wenigen Metern geht es wieder bergauf und wir verlassen das Tiefental. Gleichzeitig weicht der Wald wieder vor einer Heidelandschaft zurück.

Auf dem Heidepanoramaweg

Über einen leichten Anstieg verlassen wir das Tiefental wieder und kommen zurück in die Heide

Auf diesem Weg verbleibend sehen und hören wir schon aus der Ferne unsere Begleiter von heute Morgen. Die Heidschnucken haben ihre Tagestour nahezu beendet und sind, wie wir auch, wieder auf dem Rückweg.

Auf dem Heidepanoramaweg

Wir treffen wieder auf unsere Begleiter, die Heidschnucken

An der nächsten Wegekreuzung halten wir uns links und wandern auf einem Schotterweg zum Parkplatz „Eicksberg“. Dort angekommen biegen wir rechts ab. Nun geht es erst einmal ein gutes Stück schnurstracks geradeaus durch den Wald.

Auf dem Heidepanoramaweg

Ein gutes Stück geht es nun auf diesem geschotterten Weg

Dieser Weg, auf welchem uns die Heidschnucken mit lautem Gemecker wieder überholen, knickt an einer Schutzhütte nach links ab.

Auf dem Heidepanoramaweg

Noch einmal links abbiegen und dann geht es schon wieder in Richtung Parkplatz

Nun haben wir den Rundweg fast beendet. Wir müssen nun nur noch dem Weg von heute Morgen folgen, um zurück zum Parkplatz zu gelangen. Dies tun wir in romatischer Begleitung durch die Heidschnucken.

Impressionen vom Wegesrand

Heute konnten wir eine Vielzahl verschiedener Tiere beobachten. Die meisten davon waren uns noch gar nicht bekannt, da die Heide ihre eigene ökologische Nische beherbergt. So wurden wir etwa von einem recht seltenen Achtpunktigen Kiefernprachtkäfer (Buprestis octoguttata) direkt angeflogen. Darüber hinaus gab es mehrere Bläulinge zu sehen, die gerade im Gegenlicht zwischen Heidekraut sitzend ein schönes Motiv sind.

Heute ist es mir auch nach langer Zeit wieder passiert, dass mir medizinische Hilfe angeboten wurde. Mit einem flach auf dem Boden liegenden, kerngesunden Naturfotografen rechnet natürlich nicht jeder unmittelbar. Jedenfalls finde ich es schön zu erleben, dass es noch Menschen gibt, die bei einer derartigen Beobachtung nicht einfach weitergehen, sondern sich nach dem Wohlergehen des Betroffenen erkundigen. In der freien Natur finden sich glücklicherweise eben doch irgendwie ähnlich Gesinnte zusammen.

Fazit

Heute hatten wir gleich mehrfach Glück. Die Heideblüte beginnt jedes Jahr natürlich zu einer anderen Zeit. Wir durften heute zumindest den Beginn dieses Ereignisses erleben und einen ersten Eindruck der Farbintensität erlangen. Darüber hinaus hatten wir mit dem Wetter sehr großes Glück, der Sommer hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Die Ausschilderung war an einer Stelle recht fragwürdig, was kurzfristig schon zu Verdruß geführt hat. Die Wege waren dafür zumeist aber sehr schön und die Landschaft natürlich auch. Wir haben einen richtig schönen Tag verbracht. Aus diesem Grund kann ich diese Tour uneingeschränkt weiterempfehlen.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.