Uff d’r Alp und Faltenbachtobel am Nebelhorn (5,5km)

Heute folgen wir dem Vorschlag eines unserer Ausflugsbücher und wandern am Nebelhorn in Oberstdorf. Nach der Fahrt mit der Nebelhornbahn zur Mittelstation möchten wir zwei Wege gehen. Zunächst den Erlebnisrundweg Uff d’r Alp und anschließend den Weg durch den Faltenbachtobel als Abstieg zurück nach Oberstdorf. Den zurückgelegten Weg von knapp 5,5km könnt Ihr der folgenden Karte entnehmen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 5556 m
Maximale Höhe: 1430 m
Minimale Höhe: 873 m
Gesamtanstieg: 300 m
Gesamtabstieg: -670 m
Download file: 20170711-Nebelhorn.gpx

Parken

Wir haben Glück und finden einen Parkplatz gleich bei der Nebelhornbahn. Da insbesondere in der Hochsaison viel Andrang zu erwarten ist, möchte ich lieber eine frühe Anreise empfehlen. In Oberstdorf ist der Parkplatz natürlich nicht kostenfrei.

Mit der Nebelhornbahn zur Mittelstation

Das Nebelhorn gehört zu den montanen Aushängeschildern Oberstdorfs. Wer mit der Nebelhornbahn zur Gipfelstation fährt, der steigt immerhin in luftiger Höhe bei 2224m aus der Gondel aus. Dementsprechend ist der touristische Andrang an der Talstation zu fortgeschrittener Stunde. Wohl dem, der in Anbetracht der vor ihm bereits wartenden Schlange schnell realisiert, dass zunächst ein Ticket erworben werden muss. Also ab an den Schalter, Ticket bis zur Mittelstation Seealpe kaufen und dann anstellen!

Wir haben fast eine Stunde gewartet bis wir endlich in der Gondel waren. Dann geht es aber recht schnell. An der Mittelstation Seealpe müssen ohnehin alle raus aus der Gondel. Wer weiter nach oben möchte, der muss nun in die nächste Gondel umsteigen. Für uns ist die Fahrt an dieser Stelle aber beendet.

Der Erlebnisweg „Uff d’r Alp“

Los geht’s also auf den knapp 2,5km langen Erlebnisrundweg „Uff d’r Alp“. Der beginnt und endet an der Informationstafel neben der Mittelstation Seealpe. Die erste Station ist eine hölzerne Kuh, anhand derer die verschiedenen Kuhrassen erklärt werden. Gemäß unseres Wanderbüchleins biegen wir kurz hinter dieser Kuh nach rechts ab, um zum Speichersee zu gelangen. Hier haben wir zwar einen tollen Blick über den See und auf die umgebenden Berge, suchen aber vergeblich Hinweisschilder auf den Erlebnisweg. Weiter geht es nun über eine Wiese zurück auf den Weg, den wir an der Kuh verlassen haben. Dort sollten wir eigentlich auf einen Wasserspielplatz treffen. Stattdessen stehen wir vor einem ausgetrockneten Bachbett und suchen auch hier vergebens nach einem Hinweisschild. Dafür treffen wir im Laufe des Weges auf eine Ansammlung von Steinmännchen im furztrockenen Bett des Faltenbachs. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen und tragen unseren Teil dazu bei. Die weiteren Stationen entlang des Weges zur Hinteren Seealpe sind vorhanden und durchaus interessant. Eine Auswahl könnt Ihr den Bildern unten entnehmen.

Eigentlich wollten wir in der wunderschön gelegenen Hinteren Seealpe, etwas entfernt vom Trubel an der Mittelstation, einkehren. Leider gab es dort nur Brotzeit, was mit unserem Nachwuchs eher schwieriger zu vereinbaren ist. Also beschliessen wir, den verbleibenden Erlebnisweg zu Ende zu gehen und dann im Gasthof Seealpe einzukehren.

Also geht es von der Hinteren Seealpe zunächst noch einmal ein Stück ordentlich bergauf. Auch hier finden wir neben weiteren Erklärungen zum Leben in den Alpen auch eine wunderschöne Aussicht. Ein kleiner Höhepunkt für Kinder ist sicherlich auch die Hängebrücke. Nun folgen aber die Impressionen vom Erlebnisweg „Uff d’r Alp“.

Wie bereits angekündigt, folgt nun die Einkehr zur Stärkung im Gasthof Seealpe. Wir waren mit dem Essen und insbesondere der Freundlichkeit des Servicepersonals sehr angetan. Nach einer ausgiebigen Rast machen wir uns nun auf den Weg zurück nach Oberstdorf.

Über den Faltenbachtobel nach Oberstdorf

Zunächst wandern wir auf einem breiten Schotterweg etwas steiler bergab. Der ein oder andere unzweckmäßig bereifte Badelatschen-Touri kommt hier schon Mal ins Rutschen. Relativ schnell stoßen wir auf den Faltenbach, von dem wir bislang nur das ausgetrocknete Bachbett erleben durften. Wir verlassen den Schotterweg und kommen auf einen schmalen Waldpfad. Diesem folgen wir bis zum Wasserkraftwerk. Hier überqueren wir den Faltenbach auf einer kleinen Brücke und wandern dann wieder auf einem Schotterpfad bergab. Recht schnell biegen wir wieder nach rechts ab auf einen engen und zumindest heute rutschigen Waldpfad. Entlang eines Wasserfalls führt eine Eisentreppe bergab. Es beginnt nun der wild-romantische Anteil des Faltenbachtobels. Vorbei an bizarren Felsformationen im Wasser und kaskadierenden Wasserfällchen geht es immer weiter bergab. Abschließend passieren wir einen größeren Wasserfall, bevor sich der Faltenbach wieder beruhigt und wir den Faltenbachtobel verlassen.

Bei der Oberstdorfer Schattenbergschanze

Mit dem Verlassen des Faltenbachtobels haben wir bereits die Ausläufer von Oberstdorf erreicht. Wir stehen quasi schon vor der Oberstdorfer Schattenbergschanze. Um dieser etwas näher zu kommen, lohnt sich der Eintritt in die Erdinger Sportalp. Hier bietet sich eine toller Blick auf Schanze und Podium. Wir hatten Glück und konnten sogar noch einen Teil des Nachwuchstrainings mit anschauen. Leider war das Personal in der Sportalp weder aufmerksam noch sonderlich freundlich. So kam es, dass mehrere Gäste wieder gegangen sind ohne etwas zu bestellen.

Wer den Schanzen noch näher kommen möchte und die Perspektive der Skispringer nachempfinden möchte, der kann auch an einer Besichtigung teilnehmen.

Uff d'r Alp und Faltenbachtobel am Nebelhorn

Von der Erdinger Sportalm hat man einen imposanten Blick auf die Oberstdorfer Sprungschanzen

Von der Sportalp ist es auch nicht mehr weit bis zur Talstation der Nebelhornbahn. So stehen wir wenig später wieder an unserem Auto.

Impressionen vom Wegesrand

Der Regen der letzten Tage hat die Insekten etwas rar gemacht. Dennoch konnten wir eine wunderschöne Weichwanze mit dem Namen Calocoris roseomaculatus und einen männlichen Kaisermantel (Argynnis paphia) beobachten. Darüber hinaus erfreuten wir uns an zwei verschiedenen Orchideen-Arten.

Fazit

Diese Wanderung haben wir mit einem gemischten Gefühl beendet. Die letzten Tage waren einfach richtig schön. In diesem Vergleichsfeld muss es heute einfach Abstriche geben. Der Erlebnisweg „Uff d’r Alp“ ist eigentlich recht liebevoll aufbereitet. Leider gab es die Station nicht, die wir den Kindern versprochen haben. Eigentlich sind auch Teile des Faltenbachtobels sehr schön. Leider verlaufen mindestens genauso große Teile der Wanderung aber auf weniger schönen breiten Schotterwegen. Von der langen Wartezeit in Oberstdorf möchte ich gar nicht reden. Natürlich hatten alles in allem einen schönen Tag im Allgäu. Wer allerdings etwas mehr Ruhe sucht, der sollte sich mit der Starzlachklamm befassen. Wer mit den Kindern am Wasser spielen möchte, der sollte sich in Richtung Eistobel orientieren. Alternativen gibt es zur Genüge, auch ohne Gondelfahrt.

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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