Auf dem Traubenpfad bei Walporzheim (8,5km)

Heute möchte ich Euch mitnehmen ins malerische Ahrtal auf den Traubenpfad Nr. 1, auch kleine Walporzheimer Runde genannt. Die Idee für diese Wanderung haben wir dem Buch „Rund um Bad Neuenahr-Ahrweiler“ entnommen. Wir freuen uns auf eine abwechslungsreiche Wanderung durch Weinberge, den Aussichtspunkt „Bunte Kuh“, ein schönes Waldstück und die Einkehr in den Försters Wein-Terrassen. Mit leichten Änderungen zum Routenvorschlag kommen wir auf 8,5km, die Ihr der folgenden Karte entnehmen könnt.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 8543 m
Maximale Höhe: 390 m
Minimale Höhe: 156 m
Gesamtanstieg: 585 m
Gesamtabstieg: -613 m
Download file: 20170605-Walporzheim.gpx

Parken

Wir parken unser Auto entlang des kurzen Straßenstückes vor der Weinmanufaktur Walporzheim. Dort stehen begrenzt Parkplätze am Fuße des Weinberges zur Verfügung. Die sind übrigens kostenfrei.

Ausschilderung

Obwohl wir den Weg entgegen der beschriebenen Richtung gegangen sind, war er hervorragend ausgeschildert. Es gab allerdings eine Ausnahme, auf die ich an der betreffenden Stelle zu sprechen kommen werde. Da wir den Traubenpfad Nr. 1 erwandern, folgen wir heute der Weintraube mit der Nummer 1.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Während der heutigen Wanderung folgen wir der Beschilderung für den Traubenpfad 1

Aufstieg zur Bunten Kuh

Los gehts! Wir lassen die Weinmanufaktur hinter uns zurück und wandern der Straße entlang. Nach wenigen Metern treffen wir auf die Informationstafel des Weinbaulehrpfades.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Diese Informationstafel des Weinbaulehrpfades markiert den Beginn unserer heutigen Wanderung

Direkt hinter der Informationstafel biegen wir links ab. Nun beginnt unser Aufstieg durch die Weinberge. Dazu geht es zunächst auf einem asphaltierten Weg weiter.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Der asphaltierte Weg geht durch die Weinberge bergauf

Nach kurzer Zeit erblicken wir wieder unser Auto im Tal und schauen auf das unter uns liegende Walporzheim. An der nächsten Kehre stehen wir vor einer Treppe mit Geländer.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Hier ist der Einstieg in den richtig schönen Teil der Wanderung

Hier beginnt eine wirklich tolle Passage. Es geht zunächst die kurze Treppe nach oben. Weiter geht es auf einem schmalen Pfad. Von hier ergibt sich ein schöner Blick über die Dächer von Walporzheim.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Über die blühenden Brombeeren hinweg schauen wir auf die Dächer von Walporzheim

Wir folgen weiter dem schmalen Pfad. Nun kommen wir an eine weitere Treppe, die im Stile der Weinbergmauern aus Schiefergestein errichtet ist.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Diese Schiefertreppe geht es nun bergauf

Weiter geht es in engen Serpentinen steil bergauf durch ein kleines Wäldchen, zwischen den Weinbergen hindurch. Immer wieder ist der Blick frei, inzwischen sogar bis Ahrweiler, Bad-Neuenahr und der dahinter liegenden Landskrone.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Blick vorbei am Weinberg auf das Kloster Kalvarienberg in Ahrweiler

Nun sind wir fast schon oben am Aussichtspunkt „Bunte Kuh“ angekommen. Von hier sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite des Ahrtals in das dort verlaufende Heckental. Links davon ist über dem Fels im Wald der Aussichtspavillon der Katzley zu sehen. Eine Empfehlung für eine wunderschöne Wanderung über die Katzley findet Ihr hier. Rechts des Heckentals befindet sich oberhalb der Felsen im Wald der Aussichtspunkt Habichtsblick, über den man auch zum Krausberg aufsteigen kann.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Wir blicken in das Heckental auf der gegenüberliegenden Seite des Ahrtales

Nun sind es nur noch ein paar Schritte und wir ereichen das Plateau der „Bunten Kuh“.

Der Aussichtspunkt Bunte Kuh

Am höchsten Punkt steht natürlich der Aussichtspavillon. Um dorthin zu gelangen erklimmen wir die wenigen Stufen und stehen dann wirklich ganz oben.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Nun stehen wir am Fuße des Aussichtspavillons „Bunte Kuh“

Von hier oben entfaltet sich in Richtung Osten ein toller Blick über die Schutzhütte hinweg bis hinter Bad Neuenahr.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Vom Aussichtspavillon „Bunte Kuh“ blicken wir über Ahrweiler in Richtung Osten

In Richtung Westen endet der Blick aufgrund des Verlaufs des Ahrtales an der ansteigenden Höhe hinter Dernau.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Vom Aussichtspavillon „Bunte Kuh“ blicken wir über die Ausläufer von Dernau in Richtung Westen

Nach einer kurzen Pause verlassen wir den Aussichtspavillon und wandern weiter in Richtung Schutzhütte. Wer sich gefragt haben mag, wo der Name „Bunte Kuh“ eigentlich herkommt, der findet hier die Antwort. Sie hängt quasi direkt an der Wand. Das wahrlich bunte Gemälde des namensgebenden Wiederkäuers.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Der Namensgeber für den Ort, eine wirklich bunte Kuh in der Schutzhütte

Noch einmal blicken wir zurück zur Schutzhütte und zu dem herrlich gelegenen Aussichtspavillon.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Blick auf Schutzhütte und Aussichtspavillon „Bunte Kuh“

Von der Bunten Kuh zum EVA-Turm

Direkt nach der Schutzhütte biegen wir nach links ab. Eine kurze Passage wandern wir nun durch den Wald. Als wir den Wald wieder verlassen, blicken wir wieder auf Weinberge. Hier sind sie allerdings deutlich flacher als zuvor. Mittendrin steht das Weingut Försterhof, auch Försters Wein-Terrassen genannt. Schon aus der Ferne ist die ausgefallene Architektur zu erkennen, die sich aber hervorragend in die Umgebung einfügt. Im Laufe des Tages werden wir hier noch einkehren.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Nun erblicken wir erstmals die Gaststätte „Försters Wein-Terrassen“

Wenig später gelangen wir an einen weiteren Wanderparkplatz. Streng genommen beginnt hier also erst unser Rundweg. Wer sich den ersten, sehr attraktiven Teil, sparen möchte, der kann die Wanderung auch an diesem Parkplatz beginnen. Eigentlich würden wir gemäß Beschreibung nun links abbiegen. Da wir aber erst am Ende des Tages in den Försters Wein-Terrassen einkehren möchten, entscheiden wir uns für die umgekehrte Richtung. Daher folgen wir jetzt der Straße nach rechts in Richtung Hotel Hohenzollern und Dokumentationsstätte Regierungsbunker.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Unser Weg verläuft bis zum Regierungsbunker an der Straße entlang

Auf dieser Straße geht es nun bergab. Wir passieren zunächst das Hotel Hohenzollern. Danach ist es für uns erst einmal Zeit eine kleine Pause im Schatten einzulegen und unsere Mittagsverpflegung zu uns zu nehmen.

Nach dieser Stärkung geht es wieder bergauf zur Dokumentationsstätte Regierungsbunker. Wer Zeit hat, der sollte sich dies nicht entgehen lassen. Die Führung ist überaus kurzweilig und verschafft einen Eindruck in eine vergangene und vergessene Zeit, die eigentlich noch gar nicht so lange zurück liegt.

Wir passieren den Regierungsbunker und kommen auf den Parkplatz. Nachdem wir diesen überquert haben, biegen wir links ab. Es geht nun recht steil auf einem asphaltierten Weg bergauf in den Wald. Jetzt heißt es aufpassen! Dieser Weg biegt etwas später nach rechts ab, geradeaus geht ein schmaler Pfad weiter bergauf. Hier gibt es keinen Wegweiser. An dieser Stelle folgen wir dem Pfad geradeaus. Dieser Pfad biegt dann auch nach rechts ab und mündet in einen Waldweg. Ab hier ist wieder alles perfekt ausgeschildert. Wir folgen dem Waldweg bis zur nächsten Kreuzung und biegen hier links in Richtung EVA-Turm ab.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Zum EVA-Turm geht es diesen Weg leicht bergauf

Der geneigte Leser mag sich inzwischen sicherlich schon die Frage gestellt haben, warum dieser Turm den Namen EVA trägt. Dahinter steckt nicht etwa eine herzzerreißende Liebesgeschichte, sondern etwas recht Naheliegendes. EVA sind die Initialen des Eifelvereins Ahrweiler.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Wir erreichen den EVA-Turm

Nun haben wir ihn jedenfalls erreicht, den EVA-Turm. Er steht mitten im Wald und recht weit oben. Wer sich die Mühe macht und die Stufen nach oben steigt, sieht trotzdem den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Die Aussicht vom EVA-Turm hält sich etwas in Grenzen

Nach einer kurzen Pause steigen wir die Stufen wieder hinunter und folgen unserem Weg.

Vom EVA-Turm zu Försters Wein-Terrassen

Es geht nun immer weiter durch den Wald. Nach einiger Zeit kommen wir an eine Wegekreuzung mit der Zentralhütte. Daneben steht eine Säule mit einem Marienmosaik.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Mitten im Wald treffen wir auf die Zentralhütte und die Säule mit dem Marienmosaik

Wir folgen weiter der Beschilderung und nähern uns nun schon wieder dem Waldrand. Der Weg führt uns wieder zu den Weinbergen, der Wald gibt den Blick auf die andere Seite des Ahrtales frei.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

An dieser Stelle verlassen wir den Wald und erreichen wieder die Weinberge

Nach einer kurzen Strecke am Waldrand entlang biegen wir nach rechts ab und verlassen an der nächsten Kreuzung die Ausschilderung des Traubenpfades. Schließlich wollen wir jetzt auf direktem Weg in Försters Wein-Terrassen einkehren. Durch die Weinreben sehen wir das ersehnte Ziel bereits.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Durch die Weinreben blicken wir wieder auf Försters Wein-Terrassen

Wir haben Glück und bekommen direkt einen Platz in der gut frequentierten Gaststätte mit dem besonderen Ambiente. Die Architektur erinnert unweigerlich an Friedensreich Hundertwasser. Die Kinder zaudern nicht lange und rennen gleich auf den Spielplatz. Wir nutzen die Einkehr zu einer kleinen Stärkung (die rote Grütze kann ich sehr empfehlen!) und genießen die tolle Atmosphäre.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Die Försters Wein-Terrassen erinnern architektonisch an Friedensreich Hundertwasser

Nach dieser Pause geht es frisch gestärkt auf die letzte Strecke, den Abstieg zurück nach Walporzheim.

Abstieg von den Försters Wein-Terrassen

Wir folgen der Zubringerstraße in Richtung Wanderparkplatz. Dabei passieren wir zunächst das Ausflugslokal Altenwegshof. Auch diese Gaststätte sieht sehr einladend aus! Wir haben uns aber gerade erst gestärkt und gehen daher weiter. Auf dieser Straße kommen wir zu dem Wanderparkplatz von heute Morgen. Wir möchten nicht wieder durch den Wald zur „Bunten Kuh“ wandern, sondern am Waldrand entlang mit Blick auf das Ahrtal. Daher folgen wir dem Wanderweg nach dem Parkplatz nach rechts. Von diesem Weg bietet sich immer mal wieder eine fantastische Aussicht.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Ein fantastischer Blick auf das Ahrtal mit Ahrweiler und Bad Neuenahr

Nach der „Bunten Kuh“ geht es wieder auf dem steilen Pfad durch das Wäldchen zwischen den Weinbergen nach unten.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Nun geht es den steilen Pfad zwischen den Weinbergen nach unten

Wir steigen die Stufen der Treppe aus Schiefergestein hinab und erblicken dabei das Ahrtal über den Bäumen.

Auf der kleinen Walporzheimer Runde

Über die Schiefertreppe geht es weiter bergab

Nun gelangen wir wieder auf den asphaltierten Weg. Wir folgen diesem und kommen so wieder zurück zu unserem Auto.

Impressionen vom Wegesrand

Abseits des Weges gab es viele Entdeckungen. Besonders herausheben möchte ich an dieser Stelle die Rote Mordwanze (Rhynocoris iracundus). Streng genommen ist mir diese in der Nähe der „Bunten Kuh“zwar erst sechs Tage später über den Weg gelaufen. Diese wärmeliebende Art ist in Deutschland nur an wenigen Stellen anzutreffen. Das Ahrtal gehört dazu! Kein Wunder, dass die Römer hier schon Wein angebaut haben!

Fazit

Heute haben wir eine sehr abwechslunsgreiche Wanderung unternommen. Wunderschöne Passagen durch die Weinberge, die „Bunte Kuh“, der EVA-Turm und nicht zuletzt Försters Wein-Terrassen bilden tolle Ingredienzien für eine richtig gute Komposition. Sogar das Wetter hat mitgespielt. Vermutlich ist diese Wanderung im Herbst noch schöner, wenn die Weinberge in allen Farben erstrahlen. Außerdem gab es jede Menge Insekten zu beobachten. Wir hatten heute einen richtig schönen Tag!

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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