Canon 430EX III-RT und Yongnuo YN-E3-RT

Für die nun beginnende Saison habe ich mir vorgenommen, mich etwas mehr mit der Thematik Belichtung zu beschäftigen und bewusster damit umzugehen. Technisch gesehen wird das Licht bei hohen Abbildungsmaßstäben in der Makrofotografie ein wichtiger Faktor. Darüber hinaus bieten Blitze auch Optionen zur kreativen Betätigung. Daher habe ich die Canon Cashback-Aktion vom Jahreswechsel zum Anlass genommen, meine diesbezügliche Ausstattung auf den Prüfstand zu stellen.

Die Ausgangssituation

Bis vor kurzem habe ich mit einem Canon 430EX II sowie einem Yongnuo YN-685 gearbeitet. Mit Hilfe zweier Yongnuo YN-622C Funkfernauslöser konnte ich beide Blitze problemlos ansteuern. An dieser Konstellation ist grundsätzlich auch nichts auszusetzen. Einziges Manko war für mich, dass der Yongnuo YN-685 recht groß ist und im Rucksack zu viel Platz eingenommen hat. Die recht hohe Leitzahl habe ich nie benötigt. Grund des Kaufes war für mich der eingebaute, mit den YN-622C kompatible Funk-Empfänger. Die Bilder für den Artikel über die „Pilzfotografie nach frostiger Nacht“ habe ich zum Beispiel mit dem Yongnuo geblitzt.

Für mich war also klar, dass es etwas kleiner sein sollte. Eine Recherche hat mich auf den Canon 430EX III-RT gebracht. Aus diesem Grund kam mir die Canon Cashback-Aktion zum Jahreswechsel gerade recht.

Canon 430EX III-RT

Unglaublicherweise war die Bestellung allerdings gar nicht so einfach. Bei vielen Händlern war der Canon 430EX III-RT ausverkauft. Nach mehreren Versuchen war ich dann doch erfolgreich. So lagen dann im Januar 2016 zwei neue Blitze auf meinem Schreibtisch. Schon auf den ersten Blick zeigt sich der Größenunterschied.

Mein Blitzsystem

Der direkte Größenvergleich meiner Blitze.

Sogar im Gewicht hat sich etwas getan. Unsere Küchenwaage hat folgende Ergebnisse zu Tage gebracht (Leergewicht ohne Akkus):

Canon 430EX III-RT314g
Canon 430EX II342g
Yongnuo YN-685452g

Das Zubehör hat sich meines Erachtens nach entscheidend verbessert. Zunächst einmal bringt der Canon 430EX III-RT nun eine eingebaute Catchlight-Scheibe mit. Darüber hinaus werden der Farbfilter SCF-E2, der Blitz-Diffusor SBA-E2 und ein Täschchen für die beiden mitgeliefert.

Mein Blitzsystem

Der Canon 430EX III-RT hat einen größeren Umfang an Zubehör als sein Vorgänger.

Alles in allem also ein guter Schritt nach vorne.

Yongnuo YN-E3-RT

Natürlich müssen die Speedlites jetzt noch über einen ETTL-Funkauslöser angesteuert werden. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, das Original von Canon und ein chinesisches Gegenstück von Yongnuo. Das letztere ist um ca. 200€ günstiger. Dafür gab es mehrere Aussagen von Nutzern, die eine Kompatibilität mit dem Canon 430EX III-RT zumindest fraglich erscheinen liessen. Nachdem ich mit Yongnuo bislang sehr gute Erfahrungen gemacht habe, wollte ich es darauf ankommen lassen. Deshalb sieht mein neues Blitzsystem nun so aus.

Mein Blitzsystem

Der Canon 430EX III-RT Blitz und der Yongnuo YN-E3-RT Transmitter sind kompatibel.

Canon 430EX III-RT und Yongnuo YN-E3-RT

Der Yongnuo ist mit einem USB-Anschluss ausgestattet, über welchen ein Firmware-Upgrade durchgeführt werden kann. Das Upgrade kann direkt über  die Webseite von Yongnuo durchgeführt werden (Anmerkung: Seit Mai 2020 funktioniert der zuvor hier platzierte Link zur Yongnuo Webseite nicht mehr. Inzwischen gibt es auch eine zweite Version des YN-E3-RT, so dass der Firmware-Support vermutlich eingestellt wurde). Das ist auch die Lösung für die Kompatibilität von Yongnuo YN-E3-RT und Canon 430EX III-RT. Anfangs war der YN-E3-RT nur mit dem Canon 600EX RT kompatibel. Mein Fernauslöser wurde mit Firmware 1.21 ausgeliefert. Seit der Version 1.19 der Firmware ist der Yongnuo gemäß Beschreibung auch mit dem Canon 430EX III-RT kompatibel. Meine ersten Tests konnten dies auch bestätigen. Die Bedienung des Yongnuo und der Canon Speedlites empfinde ich als sehr intuitiv. Die Verbindung zwischen beiden kann recht schnell hergestellt werden.

Warum kein Canon Macro Twin Lite MT-24EX?

Das Canon Macro Twin Lite MT-24EX ist schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Für viele Makrofotografen ist es der Blitz schlechthin. Ich habe mich aus mehreren Gründen gegen diesen Blitz entschieden.

Der erste Grund ist der Preis. Mir widerstrebt es, derzeit zumindest, fast 900 Euronen für einen Blitz auszugeben, der doch schon etwas in die Jahre gekommen ist.

Der zweite Grund sind die Diskussionen um das angeblich harte Licht. Im Web finden sich unglaublich viele Berichte über Modifikationen von Diffusoren. Ich habe schlichtweg keine Lust darauf, mich diesbezüglich monatelang mit Bastelarbeiten zu beschäftigen.

Der dritte Grund ist die Flexibilität. Das Twin Lite kann ausschließlich für die Makrofotografie genutzt werden. Für den gemeinen Hobbyfotografen ist die Ausrüstung immer ein Kompromiss. So ist das natürlich auch bei mir. Jeder muss für sich selbst bewerten, was er machen möchte. Mit den normalen Speedlites können eben auch mal ein paar Familienbilder gemacht werden.

Vielleicht komme ich ja ins Nachdenken, wenn es einen Nachfolger gibt…

Fazit

Statt vier Geräten (zwei Blitze, zwei Auslöser) habe ich nun nur noch drei (zwei Blitze, ein Auslöser) im Rucksack unterzubringen. Darüber hinaus wurde der doch recht große Yongnuo Blitz ersetzt. Die Canon Blitze haben ein spürbares Upgrade gegenüber dem Vorgänger erfahren. Die Verbindung mit dem Yongnuo YN-E3-RT ist einfach herzustellen. Gegenüber dem Original Canon Fernauslöser kann hier richtig Geld gespart werden. Nun freue ich mich aber darauf, diese Geräte auch zum Einsatz zu bringen und meine guten Vorsätze für die Saison umzusetzen.

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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2 Antworten

  1. heinz sagt:

    Ob der Yongnuo YN-E3-RT II auch mit dem Yongnuo YN-685 funktioniert?

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