Der Traumpfad Vulkanpfad bei Ettringen (6,9km)

Heute sind wir unterwegs auf dem Traumpfad Vulkanpfad, was bereits anhand des Namens einen fantastischen Tag verspricht. Was der Vulkanpfad bei Ettringen geologisch und landschaftlich zu bieten hat, klingt schon interessant. Die relativ übersichtliche Distanz von 7km haben diesen Traumpfad endgültig in unseren Fokus befördert. Das strahlende Septemberwetter galt es also zu nutzen. Den zurückgelegten Weg könnt Ihr aus der folgenden Übersichtskarte entnehmen.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 6840 m
Maximale Höhe: 478 m
Minimale Höhe: 331 m
Gesamtanstieg: 458 m
Gesamtabstieg: -460 m
Download file: 20160924-Vulkanpfad.gpx

Um das Ettringer Basaltlavawerk

Wer sein Auto, wie wir, an der Hochsimmerhalle neben dem Sportplatz parkt, dem fällt es sofort ins Auge. Das immense Basaltabbaugebiet, das sich im Südwesten von Ettringen befindet. Der erste Abschnitt unserer heutigen Wanderung besteht ziemlich genau in der Umrundung dieses aktiven Tagebaus.

Nach dem Parken halten wir uns zunächst wieder in Richtung Ettringen. Um unser erstes Etappenziel, den Ettringer Bellberg, zu erreichen, müssen wir zunächst einige Meter durch die Ortschaft bergauf gehen, bevor ein schmaler Wiesenpfad nach links abzeigt.

Auf dem Weg zum Ettringer Bellberg entfaltet sich der Blick auf Ettringen

Auf dem Weg zum Ettringer Bellberg entfaltet sich der Blick auf Ettringen

Dass wir uns unterwegs auf einen Vulkan befinden, läßt schon die dunkelbraune, staubige Erde unter unseren Füßen vermuten. Noch nicht ganz oben auf dem Hügel befinden sich Schautafeln, die mit Blick ins Gelände die hiesige Geologie erklären.

Auf dem Ettringer Bellberg kann sich der interessierte Wanderer geologisch weiterbilden

Auf dem Ettringer Bellberg kann sich der interessierte Wanderer geologisch weiterbilden

Nur wenige Schritte später folgt der höchste Punkt, quasi der Gipfel. Ein Gipfelkreuz gibt es hier zwar nicht, dafür aber ein Bänkchen mit einem fantastischen Blick auf die Osteifel und das im Tal liegende Basaltlavawerk.

Darüberhinaus lädt der Ettringer Bellberg zum Verweilen mit Aussicht ein

Darüberhinaus lädt der Ettringer Bellberg zum Verweilen mit Aussicht ein

Den Bellerberg geht es nun wieder hinunter. Überall entlang des Weges liegt typisches Vulkangestein auf dem Boden. Dieses ist durch seine rotbraune Färbung und das leichte Gewicht schnell zu identifizieren.

Vorbei an wilden Hecken geht unser Weg

Vorbei an wilden Hecken geht unser Weg

Als Wanderer kann man sich eine Ausschilderung wie auf diesem Weg nur wünschen. Einerseits ist an allen notwendigen Stellen das Traumpfade-Symbol mit Richtungspfeil angebracht. Darüberhinaus informieren Wegweiser über den bereits zurückgelegten und den noch zu absolvierenden Weg, bezogen auf den Parkplatz bei der Hochsimmerhalle.

Der Traumpfad Vulkanpfad ist stets hervorragend ausgeschildert

Der Traumpfad Vulkanpfad ist stets hervorragend ausgeschildert

Auf einer Bank im nun folgenden Waldstück machen wir unsere Mittagsrast. Das war auch gut so, denn jetzt geht es zunächst wieder den Berg hinauf. Wir folgen dem Wegweiser zu den „Sieben Stuben“, auch als „Siewe Stuwe“ tituliert. Der Weg bergauf wird begleitet von mehreren Schautafeln, welche den Vulkanismus in der Region näher beleuchten.

Hier geht es zu den Sieben Stuben

Hier geht es zu den Sieben Stuben

Wer sich bislang gefragt hat, was eigentlich die „Sieben Stuben“ sind, wird die Antwort im Fels finden. Die folgenden sieben Höhlen wurden wohl während des zweiten Weltkriegs durch die heimische Bevölkerung als Luftschutzräume genutzt.

Hier beginnen die Sieben Stuben

Hier beginnen die Sieben Stuben

Jetzt gilt es nur noch wenige Höhenmeter zurückzulegen und schon stehen wir auf der anderen Seite des Basaltlavawerks, auf dem Kottenheimer Büden. Der Blick in Richtung Osten ist allerdings etwas zugewachsen.

Die Aussicht vom Kottenheimer Büden ist schon etwas zugewachsen

Die Aussicht vom Kottenheimer Büden ist schon etwas zugewachsen

Wir stehen nun auf der anderen Seite des Tagebaus und folgen wenige Meter entfernt von der Abbruchkante unserem Waldpfad in Richtung Norden. Bevor unser Weg nach rechts wieder in den Wald abzweigt, gelangen wir wieder an einem Aussichtspunkt mit einem Bänkchen. Von hier gleitet der Blick umrahmt von Kiefern über das Basaltlavawerk in Richtung Ettringen und Bellberg.

Wir blicken über den Steinbruch zwischen Bäumen hindurch in Richtung Ettringen

Wir blicken über den Steinbruch zwischen Bäumen hindurch in Richtung Ettringen

Es folgt nun wieder einmal eine Passage durch den noch grünen Herbstwald bergab, vorbei an mehreren Formationen aus Basaltgestein.

Jetzt geht es durch grünen Wald

Jetzt geht es durch grünen Wald

Mit Erreichen der Straße von Ettringen nach Kottenheim geht unsere Wanderung in die zweite Phase.

Über das Kottenheimer Winfeld

Direkt an der Straße werden wir von dem alten Kompressorhaus begrüßt. Das macht es einfach, den weiterführenden Weg zu finden. Also husch, husch über die Straße und hinab ins Tal.

Am alten Kompressorhaus müssen wir die Straße überqueren

Am alten Kompressorhaus müssen wir die Straße überqueren

Ab hier vernehmen wir vermehrt Geräusche, die wir zunächst nicht zuordnen können. Die Auflösung folgt stante pede. In dem lichten Wald, der uns umgibt, finden sich mehrere interessante Felsformationen. Die sind wohl noch Zeitzeugen und Überbleibsel des ehemaligen Basaltabbaus. Heute ziehen diese Felsen Kletterer an, die sich hier in allen Facetten austoben können.

Hier beginnt das Kottenheimer Winfeld mit interessanten Felsformationen

Hier beginnt das Kottenheimer Winfeld mit interessanten Felsformationen

Auch im Kottenheimer Winfeld finden sich wieder geologische Schautafeln. An der recht großen Felswand im Bild unten ist sehr schön noch eine größere Basaltschicht oben mittig auf den Felsen aufliegend zu sehen. Wieder einmal wird klar warum dieser Traumpfad Vulkanpfad heißt.

Oben auf dieser Felsformation ist die Basaltschicht noch gut zu erkennen. Zweireihiges Panorama aus zehn Aufnahmen

Oben auf dieser Felsformation ist die Basaltschicht noch gut zu erkennen

Immer wieder stoßen wir auf Anzeichen des ehemaligen Basaltabbaus und Erklärungen dazu. Wer sich die Zeit nimmt, kann hier viel dazulernen.

Zeit für eine geologisch-historische Weiterbildung

Zeit für eine geologisch-historische Weiterbildung

Auf dem Weg durch den Wald treffen wir auf eine Ansammlung von mehreren Felsen. Einer von diesen zeigt das Relief des übergroßen Junkers Konrad Schilling von Lahnstein. Es erinnert an die Schenkung von Waldbesitzungen an die Bürger Kottenheims durch den Junker.

Dieser Fels wurde dem Junker Konrad Schilling gewidmet

Dieser Fels wurde dem Junker Konrad Schilling gewidmet

Nach einem weiteren Abschnitt durch den Wald stehen wir vor einem roten Kopf, aus dessen Mund Wasser tröpfelt. Dabei handelt es sich um die Mineralquelle Hartborn. Aus dem schmackhaften Wasser tritt der Geschmack der Mineralien deutlich hervor. Eine willkommene Erfrischung für alle, die kein Wasser mehr haben.

Am dem Brunnen Hartborn kann sich der geneigte Wanderer mit frischem Wasser erfrischen

An der Mineralquelle Hartborn kann sich der geneigte Wanderer an frischem Wasser laben

Frisch gestärkt geht es nur noch die letzten Meter bergauf, bevor wir wieder vor unserem Auto stehen.

Impressionen vom Wegesrand

Auf dem Traunpfad Vulkanpfad stand ganz klar die Landschaft im Vordergrund. Abgesehen von einem Libellenpärchen, das für meine Kamera und mich zu schnell war, möchte ich deshalb an dieser Stelle lediglich zwei Bilder anbringen. Eine Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum) und ein unbestimmter, eine Birke bewohnender Pilz.

Fazit

Dieser Weg verdient den Titel Traumpfad allemal. Es handelt sich hier um einen geologischen Lehrpfad, der in eine fantastische Landschaft eingebettet ist. Die ehemalige vulkanische Aktivität hat ihre Spuren hinterlassen, die auch heute noch sichtbar ist und genutzt wird. Ich kann diese hoch interessante und gleichzeitig reizvolle Wanderung jedem nur wärmstens ans Herz legen!

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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