Von Hohenschwangau um den Alpsee (5,7km)

Heute stelle ich Euch eine nicht allzu lange und einfach zu gehende Wanderung mit wenig Höhenunterschieden vor. Dennoch werden faszinierende Aussichten auf den Alpsee, die Gipfel des Ammergebirges sowie natürlich die Königsschlösser geboten. Aus diesem Grund ist die Alpseerunde gerade für Familien mit Kindern sehr zu empfehlen. Wir haben ungefähr 5,7km zurückgelegt, die Ihr anhand der folgenden Karte nachvollziehen könnt.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 5685 m
Maximale Höhe: 919 m
Minimale Höhe: 850 m
Gesamtanstieg: 225 m
Gesamtabstieg: -241 m
Download file: 20160526-Alpsee.gpx

Rund um den Alpsee

Nachdem wir uns den Weg durch die völlig normale, in Richtung Königsschlösser rollende Blechlawine gebahnt haben, ist das Parken keine große Herausforderung mehr. Auf dem Parkplatz Hohenschwangau hat man das Epizentrum schon hinter sich gelassen. Wir haben 6€ für ein Tagesticket bezahlt, was für diese Örtlichkeit in Ordnung ist. Dafür stehen wir auch schon am Startpunkt unseres Rundweges.

Nach einer kurzen Diskussion entscheiden wir uns den Rundweg im Uhrzeigersinn zu begehen. Direkt am Anfang treffen wir noch einige Sightseeing-Touristen an, was sich aber mit zunehmender Wegstrecke erledigt. Dafür wandeln auch einige unerschrockene Enten zwischen den Menschen und hegen die Hoffnung ihr tägliches Brot abzufangen. Schon hier bietet sich der Blick über den gesamten Alpsee und damit über unsere heutige Tagesetappe.

Zwischen den Sträuchern öffnet sich der Blick auf den Alpsee

Zwischen den Sträuchern öffnet sich der Blick auf den Alpsee

Relativ weit am Anfang gibt es gleich die Möglichkeit, sich ein Boot zu leihen und den Alpsee wasserseitig zu erkunden. Für uns ist das heute allerdings keine Option, schließlich wollen wir uns auf Schusters Rappen fortbewegen.

Über dem Alpsee thront herrschaftlich das Schloß Hohenschwangau

Über dem Bootsverleih thront herrschaftlich das Schloß Hohenschwangau

Auf dem Hinweg bereits kommen wir an der Badeanstalt vorbei. Nur hier ist, gegen ein geringes Entgelt, das Baden im Alpsee erlaubt. Das ist auch verständlich, denn insbesondere das hintere Ende des Sees bietet eine Rückzugsmöglichkeit für viele Wasserbewohner.

An zwei Stellen werden einige Meter überbrückt. Hier könnte sich das Fortkommen mit Kinderwagen etwas schwieriger gestalten. Unmöglich ist es aber nicht, wir haben Unentwegte angetroffen. Herausfordernder könnte hingegen eine Passage auf der nördlichen Seite werden, wo ein größerer Stein zum Hemmnis für so Manchen erwächst. Wir selbst haben zwei etwas älteren Herrschaften bergauf geholfen, einer ziehend und zwei drückend.

An zwei Stellen führt uns der Weg über angelegte Brücken

An zwei Stellen führt uns der Weg über angelegte Brücken

Immer wieder öffnet sich der Blick auf die am anderen Ende des Alpsees thronenden Königsschlösser. In dem herrlich türkisblauen Wasser sind an mehreren Stellen im See Teile von Bäumen zu erkennen.

Am gegenüberliegenden Seeufer sind die Königsschlösser zu erkennen

Am gegenüberliegenden Seeufer sind die Königsschlösser zu erkennen

Der gesamte Weg stellt keinerlei Ansprüche an die Orientierungsgabe. Wenn der Weg sich gabelt, empfiehlt es sich grundsätzlich in Richtung See abzubiegen. Den größten Teil legt der Wanderer aber direkt am Wasser zurück.

Der schöne Pfad windet sich direkt am See entlang

Der schöne Pfad windet sich direkt am See entlang

Dabei ist der Weg samt angrenzender Vegetation recht abwechslungreich. Es sind kaum Höhenunterschiede zu bewältigen und mit 6km hält sich die Gesamtdistanz auch in Grenzen.

In diesem Abschnitt passieren wir einen markanten Kiefernwald

In diesem Abschnitt passieren wir einen markanten Kiefernwald

Fast am Ende angekommen kann der Interessierte noch einen Abstecher zum Pindarplatz unternehmen. Dieser Aussichtspunkt ist über ein paar Stufen bergab vom Hauptweg gut zu erreichen.

Zum Aussichtspunkt Pindarplatz geht es einige Stufen nach unten

Zum Aussichtspunkt Pindarplatz geht es einige Stufen nach unten

Zwischen den Bäumen bietet der Pindarplatz eine schöne Sicht nicht nur für an Postkartenmotiven interessierte Fotografen. Der Alpsee und Neuschwanstein werden wunderbar eingerahmt von den Ästen der umliegenden Bäume.

Der Blick vom Pindarplatz entlohnt allemal für den kurzen Umweg

Der Blick vom Pindarplatz entlohnt allemal für den kurzen Umweg

Vom Pindarplatz ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Parkplatz. Hier sollte man allerdings Vorsicht walten lassen. Dieser Abschnitt führt nämlich nicht mehr auf dem Wanderweg entlang, sondern auf der Zubringerstraße zum Schloß Hohenschwangau. Damit läuft der Wanderer stets Gefahr, von Pferdefuhrwerken oder wilden Fahradfahrern überrollt zu werden. Wer diese Gefahr unbeschadet überstanden hat, findet sich innerhalb kurzer Zeit wieder am Parkplatz Hohenschwangau.

Impressionen vom Wegesrand

Der für mich bewegendste Moment des heutigen Tages war sicherlich die Begegnung mit der Ringelnatter (Natrix natrix). Insgesamt zwei Exemplaren durfte ich heute begegnen. Wer nicht genau hinsieht, wird sie in ihrem Habitat auch nicht entdecken. Sie bewegt sich extrem leise und anmutig. Leider war unsere Begegnung auf circa 2m Entfernung nur von sehr kurzer Dauer, da sie durch laute Wanderer verscheucht wurde.

Fazit

Eine schöne Wanderung, insbesondere für Familien mit Kindern. Der Weg ist durchweg interessant und bietet an vielen Stellen eine schöne Aussicht. Wer möchte, kann darüberhinaus die Königsschlösser besuchen, oder eine Runde mit dem Boot über den Alpsee schippern. Auch für biologisch Interessierte gibt es so manches Kleinod zu entdecken. Empfehlenswert!

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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2 Antworten

  1. Anja Heizmann sagt:

    Toller Rundweg ja,kinderwagentauglich keinesfalls. Teils zu schmal,zu rutschig,über Steine und Wurzelwerk.heute haben wir einiges abenteuerliches und sehr fahrlässiges erlebt.

    • Hallo Anja,

      der Weg hat uns damals auch sehr gut gefallen. Allerdings ist man auch nahe eines touristischen Epizentrums. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass es hier manchertags einige Dinge zum Staunen gibt 🙂

      Herzliche Grüße,
      Andreas

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