Mykologische Exkursion der AMU ins Waldgebiet Rübteilhau

Ziel der zweiten Exkursion der AMU im September ist das Waldstück Rübteilhau nördwestlich von Kirchen bei Ehingen. Dazu haben sich am heutigen Sonntag neun Pilzfreunde, diesmal hauptsächlich Mitglieder der AMU, an der vereinbarten Parkbucht getroffen. Nach einer kurzen Wartezeit für Nachzügler sind wir gemeinsam zum eigentlichen Ort der Exkursion gefahren. Wieder einmal waren die Erwartungen aufgrund der Trockenheit der letzten Wochen nicht sehr hoch. Dennoch sind wir hoch motiviert und frohen Mutes in den Wald aufgebrochen, um das Unterholz zu durchkämmen. Eine kleine Auslese der gefundenen Arten möchte ich hier zum Besten geben.

Die ersten Pilze, auf die wir schon kurz nach Eintritt in den Wald gestossen sind, waren junge Birnen-Stäublinge.

Eine Gruppe von Birnen-Stäublingen (Lycoperdon pyriforme)

Eine Gruppe von Birnen-Stäublingen (Lycoperdon pyriforme)

Der Löwengelbe Stielporling wächst auf Holz. Um einen besseren Eindruck von diesem schönen Pilz zu bekommen, habe ich ihn von oben und unten aufgenommen.

Oberseite eines Löwengelben Stielporlings (Polyporus leptocephalus)

Oberseite eines Löwengelben Stielporlings (Polyporus leptocephalus)

Unterseite eines Löwengelben Stielporlings (Polyporus leptocephalus)

Unterseite eines Löwengelben Stielporlings (Polyporus leptocephalus)

Kurze Zeit später schallte ein Ruf durch den Wald, der alle Fotografen, immerhin ein Drittel aller Teilnehmer, aufmerken liess. Ein Satans-Röhrling wurde gefunden. Anlass für mich, einige Zeit auf dem Waldboden zu verbringen.

Ein Satans-Röhrling (Rubroboletus satanas). Stack aus 23 Bildern.

Ein Satans-Röhrling (Rubroboletus satanas). Stack aus 23 Bildern.

Nur ein paar Meter weiter fällt ein grüner Fleck auf dem Waldboden auf. Eine Geruchsprobe bestätigt den ersten Verdacht. Da dieser schöne Pilz recht intensiv nach Anis riecht, ist er schnell als Grüner Anis-Trichterling identifiziert.

Ein Grüner Anis-Trichterling (Clitocybe odora). Stack aus zehn Bildern.

Ein Grüner Anis-Trichterling (Clitocybe odora). Stack aus zehn Bildern.

Auf einem alten bemoosten Baumstumpf findet sich eine Gruppe von Laubholz-Knäuelingen.

Ein Laubholz-Knäueling (Panus conchatus). Stack aus 19 Bildern.

Ein Laubholz-Knäueling (Panus conchatus). Stack aus 19 Bildern.

Mehrfach am heutigen Tag stossen wir auf den Grünblättrigen Schwefelkopf. Diese Gruppe fand ich recht attraktiv. Am größten Fruchtkörper kann man sehr schön in den Rissen des Hutes die namensgebende grünliche Farbe schimmern sehen.

Ein Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare). Stack aus zwei Bildern.

Ein Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare). Stack aus zwei Bildern.

Beim Umdrehen eines Astes kann man auf der meist feuchten Unterseite ab und an Pünktchen in verschiedenen Farben erkennen. Unser Ast hatte einen Bereich mit kleinen gelben Punkten. Ich habe deshalb das Canon MP-E 65mm f2.8 Lupenobjektiv aufgeschraubt, um mehr erkennen zu können. Mit der maximalen Vergrößerung ist der Bildausschnitt bei der verwendeten Kamera-Objektiv-Kombination in der Realität knapp 7mm groß. Dies zeigt, dass ein Fruchtkörper des Zitronengelben Reisigbecherchens knapp 1mm groß ist.

Dieser Ausschnitt einer Gruppe von Zitronengelben Reisigbecherchen (Bisporella citrina) ist in Realität circa 7mm groß

Dieser Ausschnitt einer Gruppe von Zitronengelben Reisigbecherchen (Bisporella citrina) ist in Realität circa 7mm groß

Der nächste Pilz, den ich hier vorstellen möchte, ist der Samtfuß-Holzkrempling. Wie der Name schon andeutet, ist er an seinem samtigen Stiel recht gut zu erkennen.

Ein Samtfuß-Holzkrempling (Tapinella atrotomentosa). Stack aus 28 Bildern.

Ein Samtfuß-Holzkrempling (Tapinella atrotomentosa). Stack aus 28 Bildern.

Der Rotstielige Leder-Täubling hat seinen Namen vom rötlichen Stiel. Wie bei allen Pilzen aus der Gattung der Täublinge brechen die Lamellen leicht ab.

Ein Rotstieliger Leder-Täubling (Russula olivacea). Stack aus 22 Bildern.

Ein Rotstieliger Leder-Täubling (Russula olivacea). Stack aus 22 Bildern.

Kurz vor Ende der Exkursion führte uns der Weg an einem Gemeinen Riesenschirmling vorbei. Er hatte begonnen, seinen Schirm aufzuspannen. Sehr schön ist der Ring und der genatterte Stiel unterhalb des Rings zu erkennen.

Ein Gemeiner Riesenschirmling (Macrolepiota procera). Stack aus drei Bildern.

Ein Gemeiner Riesenschirmling (Macrolepiota procera). Stack aus drei Bildern.

Amphibischer Beifang

Mitten im Wald erkannte ein Exkursionsteilnehmer eine Bewegung am Boden. Der Verursacher, ein Grasfrosch, hatte sich seiner Umgebung sehr gut angepasst und war nur durch seine Bewegung aufgefallen. Der stattliche Kerl tat mir den Gefallen und ist nach einiger Zeit auf einen bemoosten Baumstamm gehüpft und verharrte dort unbewegt. Mit der Kamera auf das Stativ montiert bin ich ihm nun Zentimeter für Zentimeter langsam näher gekommen. Schließlich hatte ich ein formatfüllendes Bild.

Dieser Grasfrosch (Rana temporaria) hatte keine Scheu vor der Kamera.

Dieser Grasfrosch (Rana temporaria) hatte keine Scheu vor der Kamera.

Der Grasfrosch (Rana temporaria) aus der Froschperspektive.

Der Grasfrosch (Rana temporaria) aus der Froschperspektive.

Fazit

Meinen fotografischen Ansatz habe ich während der Exkursion im Rübteilhauetwas verändert. Wie Ihr an den Untertiteln der Bilder seht, ist fast jedes Bild aus mehreren Aufnahmen zusammengesetzt. Damit erreiche ich eine große Schärfentiefe und halte den Hintergrund relativ ruhig.

Während der knapp dreistündigen Exkursion wurden insgesamt erstaunliche 39 verschiedene Pilz- und zwei Schleimpilzarten und ein Frosch gefunden. Dabei waren recht kleine und auf den ersten Blick unscheinbare, als auch recht große Pilze. Auch dieses Mal waren für mich einige neue Arten dabei. Meine Lernkurve steigt langsam und stetig. So manche Art erkenne ich nun auch schon ohne Hilfe. Es macht richtig Spaß, mit den Experten durch den Wald zu ziehen und dabei den eigenen Horizont zu erweitern und das Auge zu schulen. Auch heute hat es mir immensen Spaß gemacht. Vielen Dank dafür!

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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