Märzenbecher und Kelchbecherlinge im Lonetal (4,4km)

Die graue Tristesse hat ein Ende. Blauer Himmel, Sonnenschein und zweistellige Temperaturen deuten darauf hin, dass das Frühjahr nun endlich begonnen hat. Vor kurzem habe ich den Lonetal-Freizeitführer zu Ende gelesen und einen Ausflug identifiziert. Auf der 4,4 km langen Rundtour vom Wanderparkplatz Salzbühl bei Bernstadt zum Fohlenhaus soll man im Frühjahr auch auf Märzenbecher und Kelchbecherlinge stoßen. Das ist ergo die perfekte Tour, um die Saison zu beginnen. Leider liegt unser Nesthäkchen mit Fieber im Bett, so dass ich nur mit meiner vierjährigen Tochter und einen vollgepackten Fotorucksack aufbreche. Auf der Karte seht Ihr einen Überblick über unsere kleine Wanderung.

Übersichtskarte

Gesamtstrecke: 4440 m
Maximale Höhe: 599 m
Minimale Höhe: 545 m
Gesamtanstieg: 290 m
Gesamtabstieg: -296 m
Download file: 20150308-Lonetal.gpx

Hinweg

Schon am Parkplatz Salzbühl wird klar, dass sich außer uns noch mehr Menschen an diesem Sonnentag erfreuen. Wenige Meter nach dem Parkplatz kommen wir an die Brücke über die Lone. An dieser Stelle führte das dem Tal den Namen gebende Fließgewässer noch etwas Wasser.

Blick auf den Parkplatz Salzbühl und die Lone entlang in Richtung Quelle

 Vor dieser Brücke biegen wir rechts ab und entscheiden uns dazu, den Hinweg entlang des Nordhanges zu zu gehen. Schon zu Beginn zeigen sich an mehreren Stellen kleine Gruppen von Märzenbechern (Leucojum vernum). Da das Töchterchen mit Lupe und Fernglas ausgestattet ist, kommen wir nur langsam voran. Das ist aber auch gut so! Einerseits gibt es am Wegrand viel zu entdecken, andererseits bietet es dem Papa die Zeit ab und zu ein paar Bilder zu schießen. Bis zum Mittagessen sind wir noch nicht wirklich weit gekommen. An dieser Stelle ist von der Lone aber schon nichts mehr übrig, das ganze Wasser ist versickert.

Auf dem halben Weg zum Fohlenhaus ist die Lone schon komplett versickert

Fohlenhaus

 Nach dem Essen brechen wir auf zum Fohlenhaus. Anders als das Wort suggeriert, handelt es sich hierbei nicht um ein Gebäude, sondern um eine Felsformation im Lonetal. Da diese angeblich der Form nach einem Fohlen ähnelt, wurde einst dieser Name gewählt. Davor befindet sich eine Grillstelle, welche auch heute schon gut besucht ist und eine attraktive Anlaufstelle für Familien darstellt. In dem Waldstück um das Fohlenhaus suchen die zu Beginn erwähnten Kelchbecherlinge.

Das Fohlenhaus ist kein Gebäude, sondern eine Felsformation im Lonetal.

Kelchbecherlinge

Schnell werden wir fündig. Die knallroten Saprobionten sind auf dem Waldboden teilweise gut zu erkennen. Allerdings schauen manche nur wenig aus dem braunen Herbstlaub heraus. Diese Schlauchpilze finden sich im zeitigen Frühjahr nur an ausgewählten Stellen, wie hier im Lonetal.

Ein Kelchbecherling (Sarcoscypha spec.) auf dem Waldboden

Nach diesen Eindrücken verlassen wir den Bereich um das Fohlenhaus. Wir beginnen den Rückweg und überqueren das trockene Bachbett der Lone über die kleine Brücke.

Märzenbecher

Für die nächsten knapp 100 Meter folgt nun der schönste Teil der Strecke. Mit Moos bewachsene Steine begleiten den Weg, links und rechts schieben sich Märzenbecher (Leucojum vernum) aus dem Boden. Da dieser Bereich mehr der Sonne exponiert ist, ist die Flora schon deutlich weiter als an dem Nordhang zu Beginn unseres Ausfluges. Obwohl für mich eine beeindruckende Menge an Märzenbechern wächst und blüht, erklären andere Wanderer, dass es wohl Jahr für Jahr weniger werden. Etwas später im Jahr sollen an dieser Stelle auch viele Leberblümchen sprießen. Mir bieten sich einige Möglichkeiten, die Märzenbecher im erwünschten Gegenlicht abzulichten.

Einzelner Märzenbecher (Leucojum vernum)

Märzenbecher (Leucojum vernum) im verträumten Gegenlicht

Märzenbecher (Leucojum vernum) im Gegenlicht mit Blick auf Staubblätter und Narbe

Kleine Gruppe von Märzenbechern (Leucojum vernum)

Blick in das innere der Blüte eines Märzenbechers (Leucojum vernum)

Die erste Biene des Jahres an einem Märzenbecher (Leucojum vernum)

Rückweg

Der letzte Abschnitt führt uns zunächst durch einen malerischen von Bäumen und Sträuchern gesäumten Weg.

Dieser von Sträuchern gesäumte Weg führt uns zurück zum Parkplatz

Auch hier finden sich am Wegesrand manche Kelchbecherlinge, die von anderen Passanten, vor unserem aufklärenden Gespräch, für Plastikmüll gehalten wurden.

Stack aus drei Bildern

Kelchbecherling im Laub (Sarcoscypha spec.)

Die letzten Meter führt der Weg schließlich am Waldrand entlang und über die bereits beschriebene Brücke zum Parkplatz zurück. Dort finde ich noch eine kleine Stelle mit Schneeglöckchen (Galanthus spec.).

Eine kleine Gruppe von Schneeglöckchen (Galanthus spec.) im Gegenlicht

Fazit

Aufgrund der kurzen steinigen Strecke beim Fohlenhaus, kann ich die Nutzung eines Kinderwagens nur demjenigen empfehlen, der Willens ist das Gefährt durch diese Passage zu tragen.

Nahezu sieben Stunden habe ich mit meiner Tochter in der aus dem Winterschlaf erwachenden Natur verbracht. Wir haben beide viel entdeckt und Zeit miteinander verbracht.

Ich habe beschlossen, dieses Jahr noch des Öfteren wiederzukehren, um die Entwicklung der Fauna und Flora zu verfolgen. Das nächste Motiv könnten somit die erwähnten Leberblümchen werden.

Es war ein großartiger Tag mit tollen Erinnerungen!

Meine zusammenfassende Bewertung:

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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