Pilze im Ulmer Umland

Wie bereits in dem Beitrag über die Gemeine Stinkmorchel berichtet, zieht es uns ab und an in ein benachbartes Waldstück. Dieses Jahr gibt es dort ausgesprochen viele Pilze. Da es mir leider den Sommer für die Makrofotografie total verregnet hat, beginnen mich nun die reichlich vorhandenen Pilze immer mehr in ihren Bann zu ziehen. Ich werde Euch daher einen kleinen Ausschnitt dessen zeigen, was ich in wenigen Stunden mit der Familie im Wald erleben konnte.

Der erste Pilz, den ich entdeckt habe, war aus der Familie der Stäublinge. Manche Pilze sind auch vom ungeübten Auge einfach zu identifizieren, bei anderen tut man sich schwerer. Bei wiederum anderen benötigt man ein Mikroskop um die Sporen zu untersuchen. Dieser Stäubling ist in seinem Inneren gefüllt mit Sporen. Wenn der Fruchtkörper reif ist, platzt er auf und die Sporen entweichen nach außen. Da dieser Stäubling aber auf Holz wächst, ist er recht einfach zu bestimmen. Dort gedeiht in unseren heimischen Gefilden streng genommen nur eine Art, nämlich der Birnen-Stäubling (Lycoperdon pyriforme).

Ein unbestimmter Stäubling (Lycoperdon spec.)

Ein an einem Baumstamm wachsender Birnen-Stäubling (Lycoperdon pyriforme)

Wenige Meter weiter treffe ich auf einen Olivbraunen Safranschirmling. Diese Aufnahme habe ich aus sieben Bildern zusammengesetzt, um einen größeren Schärfebereich zu erhalten. Diese Methode nennt man auch FoKus Stacking. Mit Hilfe von Photoshop ist es mit ein paar Klicks erledigt. In einem weiteren Beitrag kann ich Euch erläutern wie das geht.

Vermutlich ein Olivbrauner Safranschirmling (Chlorophyllum cf. olivieri)

Vermutlich ein Olivbrauner Safranschirmling (Chlorophyllum cf. olivieri)

Mitten im Moos finde ich ein weiteres schönes Exemplar. Leider konnte ich diesen Pilz bislang nicht weiter bestimmen. Aber inmitten all des Grüns empfand ich das Motiv sehr ansprechend. Auch hier habe ich wieder die Methode des Fokus Stackings angewandt. Dafür habe ich acht Bilder genutzt.

Ein unbestimmter Pilz

Ein unbestimmter Pilz im Moos

Einige Meter weiter wächst ein Pilz, den wohl jeder kennt. Schon die Farbe wirkt als Warnsignal, das die meisten zu deuten wissen. Der Hut dieses Fliegenpilzes wurde schon von dem ein oder anderen hungigen Insekt angeknabbert.

Ein Fliegenpilz (Amanita muscaria) von oben

Ein Fliegenpilz (Amanita muscaria) von oben

Für das nächste Bild desselben Pilzes habe ich Fokus Stacking mit zwei freihändige Aufnahmen angewandt. Das war mein erster Versuch dieses Verfahren ohne Stativ anzuwenden. Das sollte eigentlich auch eher die Ausnahme sein. Das zusammengesetzte Bild ist dafür eigentlich ganz gut geworden. Allerdings hätte ich im linken unteren Bereich des Stieles noch ein wenig nachbearbeiten können.

Ein Fliegenpilz (Amanita muscaria) von vorne

Ein Fliegenpilz (Amanita muscaria) von vorne

Um welchen Pilz es sich bei dem folgenden Bild handelt, kann ich leider auch nicht sagen. Es ist noch ein junger Fruchtkörper, bei dem sich der Hut noch nicht aufgerichtet hat. Wenn sich der Hut vom Stiel löst, bleibt dort ein Ring zurück. Ich vermute, dass es sich hier um einen ähnlichen Pilz handelt, wie den zweiten den ich in diesem Artikel beschrieben habe.

Ein junger Fruchtkörper eines unbestimmten Parasolpilzes

Ein junger Fruchtkörper eines unbestimmten Parasolpilzes

Mit dem letzten Bild bringe ich noch eine kleine Besonderheit zu Tage. Eigentlich handelt es sich dabei nämlich um zwei Pilze. Der eine ist klar als Fruchtkörper mit Stiel und Hut erkennbar. Der andere ist ein Schimmelpilz namens Helmlingsschimmel (Spinellus fusiger), der es sich auf dem Hut eines Helmlings (Mycena spec.) bequem gemacht hat. Diese Kombination habe ich in den letzten Wochen schon mehrfach gesehen. Die ersten Versuche, diese Kombination per Fokus Stacking in Szene zu setzen sind bislang grandios gescheitert. Das liegt daran, dass sich bei Anwendung dieses Verfahrens nichts bewegen darf. Ansonsten kommt es beim zusammengesetzten Bild zu unschönen Bereichen. Dabei müssen also sowohl Wind als auch die kleinen Bewohner des Motivs mitspielen. Bei diesem Bild handelt es sich demzufolge um eine Einzelaufnahme des circa 3cm großen Pilzes.

Helmlingsschimmel auf einem Helmling

Ein Helmlingsschimmel (Spinellus fusiger) auf dem Hut eines Helmlings (Mycena spec.)

Wie Ihr gesehen habt, bietet ein kurzer Ausflug in den Wald für ganz schön viel und kostet nichts! Also Augen auf und ab ins Grüne!

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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