Erster Einsatz Canon MP-E 65mm f/2.8

Vor einer knappen Woche habe ich am Makrofotografie Workshop von Foto Frenzel teilgenommen und das Canon MP-E 65mm f/2.8 1-5x Makro erworben. Heute ist nun der erste Tag des Einsatzes gekommen. Der väterliche Garten ist die Location meiner Wahl. Dass das Objektiv so seine Eigenheiten bezüglich der Nutzung hat, war mir von Beginn an bewusst. Die notwendige Ausrüstung wie Makroschlitten, Wechselplatte, Plamp, etc. hatte ich im Vorfeld bereits beschafft. Also los gehts, alles aufs Stativ montiert und die Gegend erkundet. Dabei haben sich mir zwei Ziele offenbahrt.

Auf einer noch nicht aufgeblühten Goldgarbe ist mir ein kleiner Käfer aufgefallen. Leider war der Wind recht stark, so dass ich auch mit der Plamp fast nicht weitergekommen wäre. Dabei handelt es sich um eine Klemme die einerseits am Stativ montiert wird und am anderen Ende z. B. Blumenstängel schonend arretieren kann. Ich werde wohl in einem späteren Beitrag etwas detaillierter darauf eingehen. Jedenfalls musste ich sehr viel Geduld walten lassen, bis das knapp 5mm große Käferchen in der richtigen Position und dann auch noch ruhig verharrte.

Das Canon MP-E f2.8 65mm ist ein echter Spezialist. Es fängt bei einer Vergrößerung von 1:1 an und endet bei 5:1. Bei einer Vollformatkamera bedeutet dies, dass alles zwischen 3,5cm (1:1) und 7mm (5:1) sensorfüllend abgelichtet werden kann. Einen Autofokus gibt es genauso wenig wie einen Fokussierring. Man stellt also zunächst für das Motiv die gewünschte Vergrößerung ein und fokussiert dann über die Entfernung. Hier kommt der Makroschlitten ins Spiel. Je höher die Vergrößerung, desto weniger kommt man um ihn herum. In unserem Fall wußte ich durch längeres Beobachten, wo der Käfer aus den kleinen Blüten auftauchen wird. Dann heißt es schnell sein!

Das zweite Motiv ist mir an einer Malve aufgefallen. Im Sonnenlicht erblickte ich leicht lila schillernde Flecken auf der gesamten Pflanze. Beim näheren Blick handelt es sich um Langrüsslige Stockrosenspitzmäuschen. Wie so oft, hilft bei der Bestimmung die Kenntnis über die Wirtspflanze. Darüber lassen sich viele andere Arten ausschließen. Außerdem ist es hilfreich beim Finden einer bestimmten Art, die nicht selten auf bestimmte Futterpflanzen angewiesen sind. Diese Rüsselkäfer waren nun ausgesprochen zahlreich an der Malve vertreten, was übrigens nicht unüblich ist. Haltet also die Augen auf!

Auch diese Exemplare waren ausgesprochen fix unterwegs, was es mir echt schwer gemacht hat. Bei der trägen Anordnung mit Stativ ist die Flexibilität nicht sehr hoch, wenn es um die Neukomposition des Bildes geht. Geduld ist also alles. Die vermutlich bessere Alternative ist aber eine andere Tageszeit zu nutzen. Insekten sind recht flott sobald sie warm sind. Über Nacht und am frühen Morgen findet man sie deutlicher träger vor. Mit etwas Glück erwischt man einen windstillen Tag und kann sich mit etwas mehr Ruhe seinen Motiven widmen. Ich stehe aber noch am Anfang und lerne jeden Tag dazu.

Andreas Sebald

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter und immer wieder von neuem staunender Naturliebhaber. Aus dieser Leidenschaft haben sich im Laufe der Jahre meine beiden Hobbies entwickelt, das Wandern und die Naturfotografie. Diesen beiden Themen ist auch mein Internet-Auftritt gewidmet.

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